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Corona
Rückkehr aus Urlaub im Hochrisikogebiet

Der digitale Impfnachweis hilft bei der Einreise. Foto: Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa-tmn
Der digitale Impfnachweis hilft bei der Einreise. Foto: Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa-tmn
Es ist schon schwer genug sicherzustellen, dass bei einer Reise ins Ausland alle nötigen Nachweise in Sachen Corona im Gepäck sind. Bei der Rückreise wird es nicht einfacher. Am Ende jedenfalls muss auch mit Kontrollen der Ordnungsämter daheim gerechnet werden, wenn das Urlaubsland zum Hochrisikogebiet erklärt worden ist. Was gilt es zu beachten?

Ludwigsburg. Wer manche Informationen von Bundesbehörden direkt auf deren Ratgeber- und Informationsseiten anschaut, kann durchaus erschrecken. Da liegt beim ersten Lesen schnell der Schluss nahe, dass alle Reisenden, die aus einem Hochrisikogebiet wie Spanien oder Großbritannien zurückkehren, daheim zwingend in Quarantäne gehen müssen. Erst bei näherem Hinschauen wird erkennbar: Für Geimpfte und Genesene sieht die Welt anders aus. Sie müssen ihren Status zwar nachweisen, können damit aber die Quarantäne umgehen.

Alle anderen müssen für die Einreise einen Coronatest nachweisen können. Aber auch wenn der negativ ausfällt, ist die Quarantäne angesagt. Dies auf zehn Tage, was sich allerdings auf fünf Tage verkürzen lässt, wenn dann ein negativer Test vorgelegt wird.

Zwingend fünf Tage in Quarantäne gehen müssen Kinder unter 12 Jahren nach der Rückkehr aus einem Hochrisikogebiet. Für berufstätige Eltern, die im Urlaub überrascht werden, wenn das Urlaubsland kurzfristig zum Hochrisikogebiet erklärt wird, kann das zu echten Problemen daheim führen, wenn sie keine Betreuung organisieren können.

Grundsätzlich gilt für alle, die aus einem Hochrisikogebiet zurückkehren, dass sie vor der Rückkehr im Internet in einem Einreiseportal des Bundes eine Einreiseanmeldung ausfüllen müssen ( https://einreiseanmeldung.de).

Es ist eine ganze Reihe von Behörden damit befasst, die Regeln für Reisen in Pandemiezeiten aufzustellen und zu kontrollieren. Das reicht vom Bundesgesundheitsministerium bis zum Ordnungsamt vor Ort. Wir haben mit Behörden gesprochen, um die wichtigsten Fragen und Antworten für die Rückkehr aus einem Hochrisikogebiet zu geben.

Was gilt für alle, die aus einem Hochrisikogebiet die Rückreise antreten?

Bereits vor der Einreise muss die digitale Einreiseanmeldung ausgefüllt werden, wenn man sich innerhalb der letzten zehn Tage vor der Einreise in einem Hochrisikogebiet aufgehalten hat. Das Bundesgesundheitsministerium dazu: Nach vollständiger Angabe aller notwendigen Informationen wird eine PDF-Datei als Bestätigung übermittelt. Bei einer Flugreise zum Beispiel werde in der Regel vor der Beförderung kontrolliert, ob diese Bestätigung vorliegt, so ein Hinweis aus dem Ministerium. Eine Beförderung könne anderenfalls nicht erfolgen.

Ist die Einreiseanmeldung auch für Kinder nötig?

Eine Anmeldung muss für alle Altersstufen erfolgen, auch Kinder unter 12 Jahren sind nicht ausgenommen.

Wie kann man sicherstellen, dass bei der Rückkehr eine Quarantäne nicht gefordert wird?

Im Einreiseportal des Bundes muss bei der Anmeldung angegeben werden, ob ein Impf- oder Genesenennachweis vorliegt. Der Nachweis kann gleich im Portal hochgeladen und damit an die Behörden übermittelt werden. Wird ein Genesenen- oder Impfnachweis auf diesem Weg bereits vor Einreise übermittelt, so ist keine Quarantäne erforderlich, sagen sowohl das Bundesgesundheitsministerium als auch das Ordnungsamt im Ludwigsburger Rathaus.

Was kann man tun, wenn man keinen digitalen Impfnachweis hat, sondern nur den gelben Impfpass?

Es können die relevanten Seiten aus dem Impfpass in die Einreiseanmeldung hochgeladen werden, dies per Foto oder die Seite mit den Corona-Impfungen, heißt es im Ludwigsburger Rathaus.

Was gilt für Reisende, die nicht geimpft oder genesen sind?

Für ihre Einreise ist laut Verordnung die Vorlage eines negativen Tests notwendig, dies kann ein PCR-Test oder ein Antigen-Schnelltest sein, so das Bundesgesundheitsministerium. Auch dieser Nachweis kann im Einreiseportal hochgeladen werden. Der Testnachweis muss sich jeweils auf einen Test beziehen, der maximal 48 Stunden (bei Antigen-Tests) oder 72 Stunden (PCR-Tests) zurückliegt. Für die Berechnung dieser Zeiträume ist der Zeitpunkt der Einreise maßgeblich.

Welche Quarantäneregeln gelten für Getestete?

Negativ Getestete müssen bei Einreise bis zu zehn Tage in Quarantäne. Die Quarantäne kann mit einem negativen Test ab dem fünften Tag verkürzt werden.

Was gilt, wenn der Test vor der Heimreise positiv ausgefallen ist?

Es besteht kein generelles Einreiseverbot für positiv getestete Personen, ohne negatives Testergebnis ist aber zum Beispiel die Beförderung auf dem Luftweg untersagt. Einreisen im Individualverkehr bleiben dagegen möglich. Die Daten der Personen, die mit positivem Testergebnis einreisen, werden jedoch bei einer etwaigen Grenzkontrolle aufgenommen und an das zuständige Gesundheitsamt weitergeleitet. „Grundsätzlich muss man sich in so einem Fall natürlich in Quarantäne absondern und das Gesundheitsamt kontaktieren“, so das Gesundheitsministerium.

Wer trägt die Kosten für die Einreisetests?

Der Test muss vor Einreise erfolgen. Wenn es im Reiseland keine kostenlosen Tests gibt, müssen Einreisende die Kosten also selbst tragen.

Was gilt für Kinder unter 12 Jahren?

Kinder unter 12 Jahren benötigen bei der Einreise keinen Nachweis, die Nachweispflicht gilt erst für Personen ab 12 Jahren. Kinder unter 12 Jahren müssen aber in jedem Fall fünf Tage in Quarantäne. Für das Ende der Quarantäne ist kein Testnachweis nötig, diese endet automatisch nach dem fünften Tag.

Was gilt für Kinder über 12 Jahren?

Kinder über 12 Jahren benötigen wie Erwachsene einen Coronatest oder den Nachweis von Impfung oder Genesung. Für sie gelten auch dieselben Quarantäneregeln.

Welche Rolle spielen das Gesundheitsamt und die kommunalen Ordnungsämter bei der Rückkehr bzw. der Kontrolle von Rückkehrern?

Den lokalen Gesundheitsämtern werden vom Bund die Daten aus der Einreiseanmeldungen übermittelt. Das Amt pflegt diese in ein System ein, in dem dann die lokalen Ordnungsämter die jeweiligen Daten abrufen können. „Die Ordnungsämter kontrollieren die Einhaltung der Coronavirus-Einreiseverordnung“, so die Auskunft aus dem Ludwigsburger Rathaus. Die Ordnungsämter überprüfen stichprobenartig die Einhaltung der Quarantäne und der vorgelegten Unterlagen, also Genesenennachweis, Impfnachweis oder negative Testung bei Einreise.

Wer in der Einreiseanmeldung zum Beispiel angibt, geimpft zu sein, aber keinen Nachweis mitliefert, muss also mit einer Kontrolle rechnen. „Es wird anlasslos und anlassbezogen kontrolliert, ob ein Nachweis vorliegt bzw. ob die Quarantäne eingehalten wird“, so die Auskunft der Ludwigsburger Stadtverwaltung. Die aktuellen Regeln für Rückkehrer aus Hochrisikogebieten gelten seit dem 1. August. Bisher habe es keine besonderen Vorkommnisse gegeben, so eine erste Bilanz im Rathaus.