Ludwigsburg. Die Staatlichen Schlösser und Gärten bieten zwei Sonderführungen im ehemaligen Jagd- und Lustschloss an. Um 11 und 14 Uhr lernen die Besucher die höfische Tafelkultur kennen, und um 15.45 Uhr dreht sich alles um den beliebten fürstlichen Zeitvertreib, die Jagd.
Die Alleen des Favoriteparks laden besonders im Sommer zum Flanieren ein. Mitten in Ludwigsburg gibt es zwischen alten Bäumen Wildtiere zu entdecken, wie schon zur Zeit der württembergischen Herzöge und Könige. Am Sonntag, 20. Juli, haben Besucher zudem die seltene Gelegenheit, den Besuch des Parks mit einem Rundgang durch die Innenräume von Schloss Favorite zu verbinden: Denn das ehemalige Lust- und Jagdschloss öffnet für zwei Sonderführungen seine Türen.
Das verspielte Barockschloss bietet im Inneren überraschende Eindrücke: Elegant und klassizistisch-kühl präsentieren sich die Säle, in denen die Herrscher einst rauschende Festlichkeiten inszenierten. Herzog Eberhard Ludwig ließ das idyllisch gelegene Schloss in Sichtweise zur Residenz im frühen 18. Jahrhundert erbauen.
In zwei Rundgängen wird die höfische Fest- und Tischkultur des späten Barock wieder lebendig: Um 11 und 14 Uhr geht es um „Fürstliches Speisen im 18. Jahrhundert“: Als Lustschloss war Schloss Favorite ein bevorzugter Ort für Bälle und rauschende Festlichkeiten. Neben Musik und Tänzen durften bei den perfekten Inszenierungen auch üppig gedeckte Tafeln nicht fehlen. Die Speisezettel der damaligen Herrschaften dürften allerdings einige Überraschungen bereithalten. Was vor rund 300 Jahren auf den Menüs stand, wie die feinen Speisen aus der Schlossküche in der benachbarten Residenz auf die Festtafel gelangten, aber auch welche Sitten und Regeln beim Essen galten, erfahren die Besucher in dem gut einstündigen Rundgang mit Martina Bühner.
Der Wildpark erinnert bis heute an die frühere Funktion von Schloss Favorite als Jagdsitz: Über „Jagdlust, Glanz und weite Wege“ erzählt die Sonderführung um 15.45 Uhr: Beim Rundgang durch und um das Schloss sowie den umliegenden Park gehen die Teilnehmer der fürstlichen Jagdpassion auf die Spur. Als Privileg des Adels gehörte das Jagen auch am württembergischen Hof zur fürstlichen Freizeitgestaltung und Repräsentation. Solche Prunkjagden sorgten für Unterhaltung und lieferten Fleisch für den Hofstaat. Doch die Führung blickt auch auf die Kehrseiten der fürstlichen Jagdlust: So hatte die einfache Bevölkerung für das Vergnügen der Elite harte Arbeit zu leisten und litt unter Flurschäden.
Info: Anmeldung zu den Führungen unter Telefon (07141) 186400 erforderlich. (red)
