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Sphärische Improvisationen und Latin-Sound

Vier junge Ensembles begeistern bei „Generation Zukunft Musik“ der Ludwigsburger Schlossfestspiele im Forum am Schlosspark

Das Quintett Latin Touch der Ludwigsburger Jugendmusikschule hat sich lateinamerikanische Klassiker vorgenommen. Dagegen zeigt die Klasse 7 des Helene-Lange-Gymnasiums in Markgröningen statt eines musikalischen Auftritts dem Thema entsprechend zwei M
Das Quintett Latin Touch der Ludwigsburger Jugendmusikschule hat sich lateinamerikanische Klassiker vorgenommen. Dagegen zeigt die Klasse 7 des Helene-Lange-Gymnasiums in Markgröningen statt eines musikalischen Auftritts dem Thema entsprechend zwei M
Das Quintett Latin Touch der Ludwigsburger Jugendmusikschule hat sich lateinamerikanische Klassiker vorgenommen. Dagegen zeigt die Klasse 7 des Helene-Lange-Gymnasiums in Markgröningen statt eines musikalischen Auftritts dem Thema entsprechend zwei M
Das Quintett Latin Touch der Ludwigsburger Jugendmusikschule hat sich lateinamerikanische Klassiker vorgenommen. Dagegen zeigt die Klasse 7 des Helene-Lange-Gymnasiums in Markgröningen statt eines musikalischen Auftritts dem Thema entsprechend zwei M

Ludwigsburg. Der Bildung gilt eines der 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen, die sich die Ludwigsburger Schlossfestspiele (LSF) mit Beginn der Intendanz von Jochen Sandig auf die Fahnen geschrieben haben. Und der Bildung gilt auch der Bereich Education bei den Schlossfestspielen.

Bereits im September vergangenen Jahres waren Schülerinnen und Schüler des Eberhard-Ludwigs-Gymnasiums (ELG) in Stuttgart, des Goethe-Gymnasiums (GG) in Ludwigsburg, der hiesigen Jugendmusikschule und des Helene-Lange-Gymnasiums (HLG) in Markgröningen im Palais Grävenitz zusammengekommen, um im Labor „Zukunft Musik Gestalten“ das Konzertprogramm zu erarbeiten, das am vergangenen Freitag als „Generation Zukunft Musik“ im Forum am Schlosspark zur Aufführung kam.

Das Besondere daran: Die Gestaltung lag komplett in den Händen der Jugendlichen – eine „konsequente Weiterentwicklung“ des in der Ära Wördehoff als „Family Day“ gestarteten Formats, wie Sandig im Interview mit Johanna Friedrich (HLG), Anouk Krafft (GG) und Johanna Wunsch (HLG) auf der Bühne befand. In Workshops mit Stegreif.Orchester-Musikern, der Regisseurin, Schauspielerin und Theaterpädagogin Ismene Schell und Sandig hat der musikalische Nachwuchs zahlreiche Impulse erhalten. „Viel Raum für neue Ideen“ habe die intensive Arbeitsatmosphäre im Palais Grävenitz mit Projektleiterin Hannah Duffek bestimmt, bestätigte Friedrich.

Harmonisches Zusammenspiel

Das Interviewerinnen-Trio gehört auch der (nach dem Laborworkshop benannten) ZMG-Gruppe an, die das Konzert konzipiert hat und mit Improvisationen die verschiedenen Programmteile verband, die sich an den Tonarten der gespielten Werke orientierten. Mit Friedrich (Klarinette), Krafft (Violine) und Wunsch (Flöte) harmonierten Pianist Tobias Simonsen (Goethe-Gymnasium) und Sängerin Andreea Della Penna (Eberhard-Ludwigs-Gymnasium) aufs Schönste, begleitet von Gereon Müller an der Cajon. Mit der „St. Paul’s Suite“ von Gustav Holst präsentierte sich das 25-köpfige Nachwuchsorchester des Eberhard-Ludwigs-Gymnasiums unter der Leitung von Sandra Niehaves: mit frischem Schwung ausgelotet die rhythmischen und dynamischen Kontraste im Kopfsatz, beeindruckenden Presti im weiteren Verlauf und einer lebendig gesteigerten Stretta im Finale.

Die Ludwigsburger Jugendmusikschule präsentierte sich mit dem Quintett Latin Touch, das mit Violine, zwei akustischen Gitarren, E-Bass und Congas lateinamerikanischen Klassiker wie „Bésame mucho“ und Luiz Bonfas „Samba de Orfeu“ interpretierte. Höhepunkt der Darbietung war „Toyo“, die Themenmelodie der Netflix-Serie „Narcos“.

Nach einem Video zu den 17 Nachhaltigkeitszielen, denen auch eine Ausstellung des Kunstkurses des Helene-Lange-Gymnasiums im Foyer gewidmet war, und einer weiteren wundervollen Improvisation der ZMG-Gruppe hob sich der Eiserne Vorhang und gab den Blick frei auf die Mitglieder der Junior Band des Goethe-Gymnasiums.

Faszinierende Suite

Unter Leitung von Claudius Heinzelmann verwoben die jungen Musikerinnen und Musiker Quincy Jones „Soul Bossa Nova“, Michael Jacksons „Billie Jean“ und Herbie Hancocks „Cantaloupe Island“ mittels einer Klangcollage zu einer faszinierende Suite, in der Motive und Themen 50 weiterer Bigband- (und Non-Bigband-)Standards – von Jobims „Água de beber“ über „In A Sentimental Mood“ bis zu Deep Purples „Smoke On The Water“ – jeweils nur für einzelne Takte oder Abschnitten einzelner Stimmen auftauchten. Fabelhaft!

Zum Abschluss eine sphärische Kollektivimprovisation alle Ensembles, im gesamten Forum verteilt. Um diese Generation Musikerinnen und Musiker muss man sich keine Sorgen machen.

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