Ludwigsburg. Landrat Dietmar Allgaier und dem Geschäftsführer des Zweckverbands Stadtbahn, Michael Ilk, haben am Wochenende schweres Geschütz aufgefahren. Unverhohlen haben sie Ludwigsburg in einem offenen Brief mit hohen Schadensersatzforderungen gedroht, sollte die Stadt beim Thema Stadtbahn weiterhin ihren eigenen Kurs verfolgen. Am Mittwoch wird im Ludwigsburger Gemeinderat über die Zukunft des Megaprojekts entschieden. Derzeit steht es nicht gut um die Zukunft für die Bahn, die Lucie getauft wurde.
In einer Reaktion am Montag bemüht sich die Ludwigsburger Stadtverwaltung, die Situation nicht weiter anzuheizen.
Man habe dem Brief zur Kenntnis genommen. Ansonsten verweisen OB Knecht und seine Verwaltung auf die Stellungnahmen und Vorlagen der vergangenen Tage. In diesen sei die ausführliche Haltung der Stadt beschrieben und erläutert.
„Die Fakten, die Herausforderungen und die offenen Fragen sind seitens der Stadt gegenüber dem Zweckverband stets angesprochen worden. Daher kann weder von einer fehlenden Mitwirkungspflicht noch von einer fehlenden Verantwortung der Stadt Ludwigsburg im Zweckverband die Rede sein“, heißt es in der schriftlichen Stellungnahme von Montag.
Allgaier und Ilk werfen Ludwigsburg vor, seit einiger Zeit nicht mehr richtig im Zweckverband mitzuarbeiten. Auch in einem anderen Punkt widerspricht Knecht dem Landrat. Allgaier degradiert in seinem Schreiben den Ludwigsburger Gemeinderat. Nicht dieser, sondern die Verbandsversammlung des Zweckverbands sei das oberste Organ, wenn es um die Stadtbahn geht. Dagegen heißt es in Ludwigsburg: „Die Entscheidung zur Stadtbahn wird die Stadt Ludwigsburg wie vorgesehen im Gemeinderat, dem Hauptorgan der Gemeinde, sachlich, sorgfältig und verantwortungsvoll treffen.“ Es sei jetzt Aufgabe der Stadt, für eine tragfähige Entscheidung im Sinne Ludwigsburgs zu sorgen. Diese wolle man bewusst ruhig, geordnet und ohne sich festzulegen vorbereiten.
Abschließend wird Oberbürgermeister Matthias Knecht wie folgt zitiert: „Wir stehen als Stadt Ludwigsburg grundsätzlich zu unseren Entscheidungen. Allerdings haben sich die finanziellen Rahmenbedingungen seit 2022 für die Stadt Ludwigsburg so massiv verändert, dass es geradezu unsere Pflicht ist, abzuwägen, in welchem Umfang und in welchem zeitlichen Rahmen dieses Projekt verantwortbar ist.“



