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Steinmeier zeichnet Ludwigsburg und Bergamo aus

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und sein italienischer Amtskollege Staatspräsident Sergio Mattarella haben am Dienstag, 12. Oktober, in Berlin erstmals gemeinsam den „Preis der Präsidenten für die kommunale Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Italien“ verliehen. Ludwigsburg ist eine von zehn Kommunen (fünf italienische und fünf deutsche), die den Preis erhalten hat.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat den Preis an Oberbürgermeister Matthias Knecht überreicht. Foto: dpa
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat den Preis an Oberbürgermeister Matthias Knecht überreicht. Foto: dpa
Oberbürgermeister Matthias Knecht (Zweiter von links) bei der Preisübergabe in der italienischen Botschaft in Berlin.
Oberbürgermeister Matthias Knecht (Zweiter von links) bei der Preisübergabe in der italienischen Botschaft in Berlin.

Ludwigsburg/Bergamo. Oberbürgermeister Matthias Knecht hat den Preis bei einem Empfang in der Botschaft der Italienischen Republik entgegen genommen – gemeinsam mit Professor Frank Baasner, Direktor des Deutsch-Französischen Instituts Ludwigsburg, der die Stadt bei dem Projekt beratend unterstützt. Die Fördersumme beträgt 50 000 Euro.

Bei dem Projekt, mit dem sich die Städte Ludwigsburg und Bergamo gemeinsam für den Preis beworben haben, geht es um die Aufarbeitung der Coronakrise. Im Fokus des Projekts steht die junge Generation. Kaum eine europäische Kommune wurde so hart von der Pandemie getroffen wie Bergamo. Aber auch in Ludwigsburg waren die jungen Menschen durch die Folgen der Coronakrise – wie die Kontaktbeschränkungen, die Schließung der Ausbildungsstätten oder der monatelange Fernunterricht an Schulen – stark betroffen. Neben negativen Erfahrungen haben sie in der Zeit zum Beispiel durch großes freiwilliges Engagement und Hilfsbereitschaft aber auch positive Erfahrungen gemacht.

Das Projekt sieht vor, in Bergamo und Ludwigsburg einen gemeinsamen „Jugendbürgerrat Post-Corona“ ins Leben zu rufen. Der Jugendbürgerrat soll aus jeweils 25 jungen Menschen zwischen 15 und 30 Jahren bestehen. Ziel ist es, unter Einbindung mehrerer Experten-Gruppen aus Verwaltung und Zivilgesellschaft mit den jungen Menschen die Ereignisse zu reflektieren, die Stärken und Schwächen zu analysieren und konkrete Vorschläge für die kommenden Monate auszuarbeiten.

Thematisch sollen sowohl der Umgang mit der Epidemie selbst (z.B. Einschränkung individueller und kollektiver Freiheiten) als auch die Einsichten aus der Krisenzeit, die darüber hinaus Bestand haben werden (Mobilitätsverhalten, verzichtbare und unverzichtbare Elemente in der Freizeitgestaltung, Vorzüge und Grenzen des digitalen Unterrichts usw.) aufgearbeitet werden. Am Ende des Projekts soll es in beiden Städten einen gemeinsamen Themenkatalog geben, um damit Handlungsoptionen zu entwickeln. Dabei sollen vor allem Good-Practice-Beispiele während der Pandemie in den Blick genommen werden.

Das Projekt startet jetzt und läuft bis Ende Juni 2022. Für den gemeinsamen Austausch soll es Treffen in Bergamo und Ludwigsburg geben. Das Projekt mündet in eine Abschlusserklärung.

„Wir fühlen uns sehr geehrt, den Preis aus den Händen der Präsidenten entgegenzunehmen“, so Oberbürgermeister Dr. Matthias Knecht nach der Preisverleihung. „Wir freuen uns jetzt darauf, das Projekt gemeinsam mit Bergamo umzusetzen und zusammen mit den jungen Menschen Ideen für die Post-Corona-Zeit zu entwickeln.“

Die Zusammenarbeit der Städte Ludwigsburg und Bergamo kommt nicht von ungefähr: Bereits seit vielen Jahren pflegen der Landkreis Ludwigsburg und die Provinz Bergamo eine intensive Freundschaft. Bei einem Besuch einer Ludwigsburger Delegation im September 2020 in Bergamo haben die Stadt und der Landkreis Ludwigsburg einerseits und die Stadt und die Provinz Bergamo andererseits die Absicht erklärt, enger miteinander zusammenzuarbeiten und die Verbindungen in eine offizielle Partnerschaft zu überführen. Dafür ist die Zustimmung des Kreistags und des Gemeinderats nötig.

Der Landkreis Ludwigsburg unterstützt das Projekt ebenfalls: Er stellt Räumlichkeiten für die Treffen des Jugendbürgerrats zur Verfügung. Landrat Dietmar Allgaier: „Ich gratuliere beiden Städten herzlich zu dem tollen Preis. Das ausgezeichnete Projekt halte ich für wichtig, durchdacht und zeitgemäß. Ich freue mich auf die weitere Intensivierung der Kontakte mit unseren italienischen Freunden in der Provinz Bergamo.“ (red)