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Tierrechtsverein übt heftige Kritik am Ludwigsburger Pferdemarkt

Als „nicht zeitgemäß“ bezeichnet der Verein Menschen für Tierrechte Baden-Württemberg den Ludwigsburger Pferdemarkt, der von Freitag bis Montag, 14. bis 16. Mai, stattfindet.

Pferdeprämierung beim Ludwigsburger Pferdemarkt. Archivfoto: Holm Wolschendorf
Pferdeprämierung beim Ludwigsburger Pferdemarkt. Archivfoto: Holm Wolschendorf

Ludwigsburg. Es handele sich um eine Veranstaltung, bei der Tiere ausgenutzt würden, „um Menschen zu unterhalten“, schreibt der Verein in einer Pressemitteilung und bezieht sich insbesondere auf Programmpunkte wie die Pferdeshow mit anschließender Prämierung, das Dackelrennen oder die Falknerei für Kinder.

„Prämierungen befriedigen menschliche Bedürfnisse“

„Pferde sind Fluchttiere, Veranstaltungen mit Festcharakter sind daher stressvoll und Prämierungen befriedigen ein lediglich menschliches Bedürfnis auf Kosten der Tiere“, so Julia Thielert von Menschen für Tierrechte Baden-Württemberg. Dackelrennen seien keine zeitgemäße Veranstaltung. Hunde würden im Ausland umgebracht oder führten ein „erbärmliches Leben als Straßentiere. Rassehunde sollten daher nicht promotet werden.“

Dackel weisen zudem einige gesundheitliche Belastungen auf, welche ihnen durch die vom Menschen gewünschten Zuchtmerkmale häufig ein gesundes Hundeleben verweigern. „Man sollte so eine Rasse nicht noch in den Fokus einer öffentlichen Veranstaltung stellen“, heißt es in der Mitteilung weiter.

Kritik an Falknerei

Auch an der Falknerei für Kinder übt der Verein Kritik. „Kindern beizubringen, dass man eigentliche Wildtiere als Mensch kontrollieren kann, ist ein zweifelhafter Erziehungsauftrag.“ Um die Vögel für die Falknerei zu nutzen, muss man sie für den Menschen gefügig machen. Dafür werden sie von Schlüpfen an auf den Menschen fehlgeprägt, um so abhängig von diesem zu werden. Eine weit verbreitete Trainingsmethode sei es, den Vogel fest an den Arm zu binden und so lange herumzutragen, bis er den Versuch wegzufliegen aufgebe, schreibt die Tierrechtsorganisation. Damit die Tiere auch wirklich zurückkommen, sei es zudem üblich, die Vögel hungern zu lassen.

Pferdemarkt „unterstützt Tierquälerei“

Menschen für Tierrechte Baden-Württemberg zeigt sich enttäuscht, dass der Ludwigsburger Pferdemarkt so viele Programmpunkte enthält, „welche Tierquälerei unterstützen.“

Die Programmpunkte seien zudem „vollkommen unnötig, um ein schönes Fest zu veranstalten. Anstatt Dackeln könnten Tierheimhunde vorgeführt werden.“ Wenn Menschen sich in einem Wettkampf messen möchten, könne man auf Sportarten, Modenschauen oder ähnliches zurückgreifen, in welchen die Menschen selbst antreten. Für Kinder könne man beispielsweise einen Kinderzirkus einladen, so der Verein. (red)