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Ferienzeit

Vom Kaninchen bis zur Bartagame

Vor den Ferien werden viele Tiere ausgesetzt und abgegeben – Das Tierheim hat in dieser Zeit besonders viel zu tun

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Auch dieser aufgeschlossene und fröhliche Hund hinter Gittern wurde im Tierheim abgegeben.Fotos: Rebekka El Gabi, Andreas Becker
Auch dieser aufgeschlossene und fröhliche Hund hinter Gittern wurde im Tierheim abgegeben. Foto: Rebekka El Gabi, Andreas Becker

Stadt Ludwigsburg. Ob aus den Wüsten Afrikas, der Tiefsee oder den Regenwäldern Mittel- und Südamerikas – exotische Tiere wie Schlangen, Echsen und Schildkröten kreuchen und fleuchen auch durch das Tierheim in Hoheneck, das derzeit 500 Tiere versorgt.

Laut der Leiterin des Tierheims, Ursel Gericke, werden in der Einrichtung gerade um Pfingsten und im Sommer viele Tiere abgegeben.

Oder sie werden einfach in der Wildnis ausgesetzt. „Vor etwa drei Wochen wurden dem Tierheim drei ausgesetzte Bartagamen übergeben, die auf der Bärenwiese gefunden wurden“ so Gericke. Die meisten Reptilien haben in der deutschen Wildbahn schlechte Überlebenschancen. Zwar könnten sich die Tiere auch unter freiem Himmel ernähren, aber kaum eine exotische Art sei an das hiesige Klima angepasst. Damit nehme derjenige, der sein Tier aussetzt, billigend in Kauf, dass es qualvoll verendet. Gericke zufolge gibt es auf Reptilienmessen Tiere wie Schlangen und Wasserschildkröten schon ab 15 Euro zu kaufen. Das Zubehör und die Futtertiere hingegen sind teuer. Eine Schlange oder Echse, die frisches Futter und für sich angemessene klimatische Bedingungen benötigt, wird schnell zu einem nicht unerheblichen Posten auf der Rechnung des Besitzers. „Irgendwann haben die Leute keine Lust mehr. Das Tier macht zu viel Dreck, ist nach einiger Zeit langweilig und wird ihnen einfach viel zu teuer“, sagt Gericke.

Aber nicht nur exotische Tiere, sondern auch Kleintiere werden abgegeben und ausgesetzt. Allerdings gibt es laut Gericke Gründe, warum gerade Kaninchen, Chinchillas und Meerschweinchen davon betroffen sind. „Kleintiere wie beispielsweise Kaninchen vermehren sich rasch. Das führt häufig dazu, dass die Besitzer dann total überfordert sind und die Tiere abgeben. Vor drei Wochen bekamen wir 27 Kaninchen.“ Des Öfteren, so erzählt sie, werden die Tiere im nächsten Stadtpark, Dorftümpel und auch in der Nähe des Tierheims in Kartons, Kisten und Eimern ausgesetzt.

Bedauerlicherweise hätten die meisten Kleintiere im Freien keine Aussicht zu überleben, da ihre natürlichen Fressfeinde ihnen zum Verhängnis werden. „Meerschweinchen sind klein und quirlig. Sie passen daher ideal ins Beuteschema einer Katze“, so Gericke.

Natürlich gibt es im Tierheim in Hoheneck auch andere Tiere wie Hunde und Katzen. Die Vierbeiner werden mittlerweile immer weniger ausgesetzt und abgegeben, weil viele von ihnen „gechippt“ sind. Die entsprechende Nummer ist in einer Datenbank hinterlegt. So lässt sich problemloser vom Tier auf den Besitzer schließen, was diesen bezüglich des Aussetzens abschrecken könnte. Wird das Tier nichtsdestotrotz ausgesetzt und kann zum Besitzer zurückverfolgt werden, muss der Besitzer mit rechtlichen Konsequenzen rechnen.

Um das Aussetzen und Abgeben zu vermeiden, sei es am wichtigsten, dass sich die Menschen richtig informieren, bevor sie ein Tier zu sich holen, findet Gericke. Denn am Ende sind es immer die Tierheime, die auf den hohen Unterhaltskosten für die Tiere sitzenbleiben.

Info: Mehr Informationen zum Tierheim in Hoheneck gibt es im Internet unter www.tierheim-lb.de oder unter Telefon (0.71.41) 25.04.10. Geöffnet ist das Tierheim montags bis mittwochs sowie freitags und samstags jeweils von 13.30 Uhr bis 16.30 Uhr.

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