Ludwigsburg. Gibt es ein Tool, das ein echtes Bild mal eben umbaut zu einem Wunschbild? LKZ-Fotograf Andreas Becker wählte eines seiner Fotos des Ludwigsburger Marktplatzes aus und startete den Versuch. Fazit: Da geht schon einiges mit KI, aber am schönsten ist doch die unveränderte, nicht manipulierte Wirklichkeit.
Dieses Foto ist das Ausgangsbild. Gemacht hat es unser Fotograf Andreas Becker. Ganz traditionell mit der Kamera.

Ein Versuch mit Chat GPT
Auftrag an ChatGPT: Füge um den Brunnen in dem Bild drei große Kastanienbäume hinzu.
Chat GPT: Ich kann das Bild nicht direkt bearbeiten, aber du kannst es mit einer Bildbearbeitungssoftware wie Photoshop oder GIMP verändern. Falls du möchtest, kann ich eine neue Version des Bildes generieren, die eine ähnliche Szene mit Kastanienbäumen enthält. Sag mir einfach Bescheid!
Ich: Ja, generiere doch eine Version mit drei großen Kastanienbäumen um den barocken Brunnen.
Chat GPT: Hier ist die generierte Version des Bildes mit drei großen Kastanienbäumen um den barocken Brunnen. Lass mich wissen, falls du noch Anpassungen möchtest!


Im Ergebnis ist das ja durchaus nett und die Unterhaltung mit Chat GPT, das die Bilder mit Dall-E erzeugt, entlässt den Fotografen schmunzelnd aus diesem Versuch, dem Ludwigsburger Marktplatz Schatten zu spenden – auch weil Chat GPT sich modern und jugendlich gibt und die Konversation mit Smileys verziert. Die persönlich anmutende Kommunikation vermittelt das Gefühl, mit einem intelligenten Gegenüber im Austausch zu sein.
Ein Versuch mit Adobe Firefly
Das Programm hat seinen Ursprung in der Bildbearbeitung und verschafft der gewünschten neuen Realität etwas mehr Gehalt. Allerdings wird die gesamte Szene neu interpretiert.
Das Motiv mit den herbstlichen Bäumen sieht schon sehr nach Marktplatz Ludwigsburg aus.

Beim zweiten Beispiel steht nur noch die hübsche Fassade des Kirchenbaus, im ehemaligen Kirchenraum wachsen Bäume und der Stadtgründer scheint dem Fußbade entsprungen und schon wieder shoppen zu sein.

Ein Versuch mit Adobe Photoshop
Besser wird es, wenn mittels Bildbearbeitungsprogramm die entsprechenden Stellen peu à peu gezielt markiert und durch die gewünschten Elemente aufgefüllt werden. Weshalb die hinter dem Brunnen gepflanzte Buche eine weitere Kirchturmspitze mitgebracht hat, erschließt sich dabei nicht unbedingt – offensichtlich fand die KI keine passende solitäre Buche. Ob der jungen Frau die Nudelmahlzeit bekommen ist oder ob das Selfie des Paares ohne Handy gelungen ist, bleibt ungewiss.

Letztlich benötigt es auch in ausgereiften Bildbearbeitungsprogrammen viel Nacharbeit, um die vielen fehlerhaften Stellen auszubessern.
Fazit:
Mal eben ein Bild glaubhaft und realistisch umzugestalten, so dass wir zum Beispiel als Zeitungsmacher die täglichen Geschichten unseres Landkreis neu schreiben könnten, sind im Verbund mit der Realität glücklicherweise noch nicht überzeugend.
