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Geschichte

Wer kennt den Ludwigsburger Maler Rössle?

Nach dem Zweiten Weltkrieg muss es am Ludwigsburger Marktplatz das Atelier eines Künstlers namens Rössle gegeben haben. Viele Hinweise darauf gibt es aber nicht. Gerhard Kielkopf ist dem Mann mehrmals in seiner Kindheit begegnet. Jetzt sucht er nach Spuren und Nachkommen des Künstlers.

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Dieses Gemälde ist seit den 40er Jahren im Besitz der Familie Kielkopf. Über den Ludwigsburger Maler Ernst Rössle ist fast nichts bekannt.
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Gerhard Kielkopf aus Uhingen.Fotos: privat

Ludwigsburg. Lange hing das Gemälde bei seinen Eltern im Haus. Dann, nach deren Tod, erbte Gerhard Kielkopf 1991 das Bild. Es zeigt ein Pferdefuhrwerk und einen Bauern – kurzum eine landwirtschaftliche Szene. Solche Werke waren lange Zeit Mode in deutschen Stuben.

Viel interessanter als das Motiv ist bei diesem Bild aber seine Geschichte. „Mein Vater stammte aus einem alten landwirtschaftlichen Betrieb mit Pferdehaltung und lies wohl deshalb nach dem Krieg bei einem Kunstmaler ein Bild mit einer bäuerlichen Szene malen“, erzählt Gerhard Kielkopf. Kielkopf wurde 1938 in der Hauffstraße 13 in Ludwigsburg geboren und ging später auf das Schiller-Gymnasium. 1951 zog er mit seinen Eltern nach Uhingen. Aus dem Ort stammt die Familie.

Kielkopf erinnert sich an das Atelier des Kunstmalers, das an der nordwestlichen Ecke des Marktplatzes lag (heute Restaurant La Signora Moro). „Ich begleitete meinem Vater als Junge öfters in das Atelier.“ Seine Erinnerungen sind allerdings verschwommen. Er weiß nicht mehr, ob es eher eine Maler- oder eher eine Künstlerwerkstatt war. Auf jeden Fall ist das Gemälde mit dem Namen „Rössle“ signiert. Gerhard Kielkopf schätzt, dass dieser Rössle eine Postkarte als Vorlage für das Bild genutzt hat, „denn im Laufe der Jahre sah ich dieses Motiv von anderen Künstlern noch öfters in ähnlicher Version.“ War der Maler also überhaupt ein professioneller Künstler oder hat er sich mit seinem Hobby etwas dazuverdient? Die Suche im Internet und eine Anfrage beim Kunstverein Ludwigsburg haben Gerhard Kielkopf nicht weitergebracht. Der Mann hat in der Stadt offenbar sehr wenige Spuren hinterlassen.

Den einzig brauchbaren Hinweis hat Gerhard Kielkopf bislang vom Ludwigsburger Stadtarchiv erhalten. Dort hat man sich die Mühe gemacht, im Adressbuch von 1949 nach dem Namen Rössle zu suchen und wurde auch fündig. Für die fragliche Adresse, am Marktplatz 9 (Erdgeschoss), nennt das Adressbuch einen Ernst Rößle. Der ist aber nicht unter der Berufsbezeichnung „Kunstmaler“ gelistet, sondern als „Malermeister“. Geboren ist der Mann am 28. März 1914 in Neckarweihingen. Und auch ein Sohn ist laut Stadtarchiv auf einer alten Meldekarte angegeben. Es könnte also noch Nachkommen geben.

Zu Angehörigen hat Gerhard Kielkopf bisher allerdings keine Informationen. Da hätte er eine Anfrage an das Bürgerbüro der Stadt stellen müssen. Das kostet Geld und ist ziemlich umständlich.

Doch warum sucht Gerhard Kielkopf überhaupt nach Hinweisen zu dem Maler? Zum einen interessiert er sich dafür, was aus ihm geworden ist. Zum anderen sucht er aber auch nach Nachkommen, da diese vielleicht Interesse an dem Bild haben könnten. Gerhard Kielkopf will kein Geschäft damit machen, aber er möchte es in gute Hände übergeben. Denn seine eigenen Kinder möchten es nicht haben.

Info: Wer Informationen über den Maler hat oder seine Nachkommen kennt, kann sich per Telefon (0 71 41) 130 250 oder mit einer E-Mail an christian.walf@lkz.de melden.