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Gemeinderat

Wohin mit all den Autos?

Wenn die Tiefgarage der Kreissparkasse 2023 fertiggestellt ist, soll die Innenstadt von weiterem Verkehr verschont bleiben

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Die Ausfahrt aus dem entstehenden Neubau der Kreissparkassen-Tiefgarage sorgt für Diskussionen. Foto: Holm Wolschendorf
Die Ausfahrt aus dem entstehenden Neubau der Kreissparkassen-Tiefgarage sorgt für Diskussionen. Foto: Holm Wolschendorf

Ludwigsburg. Die Bauarbeiten der Kreissparkasse Ludwigsburg im Regele-Areal schreiten voran, allerdings steht noch viel Arbeit bevor. In drei Jahren soll die KSK-Tiefgarage beim Schillerplatz fertiggestellt und eröffnet werden. Dort bekommt die Stadt 147 öffentliche Stellplätze zugeschrieben. Doch die Abfahrt bereitet dem Gemeinderat Kopfzerbrechen.

Bislang standen drei verschiedene Varianten im Raum. Variante 1 regelt die Abfahrt über die Schulgasse. Der Verkehr wird von dort links in Richtung Gartenstraße weitergeführt. Variante 2 verläuft über eine (neu zu bauende) Rampe auf den Schillerplatz und lässt den Verkehr rechts oder links über den Schiller- oder Arsenalplatz abfließen. Die Ausfahrt bei Variante 3 erfolgt über die Schulgasse und führt links in Richtung Gartenstraße. Der Verkehr fließt dann über die Schillerstraße ab.

In der gestrigen Gemeinderatssitzung legten CDU und FDP dann noch weitere Anträge vor. Die CDU will die Ausfahrt auf die Schulgasse führen. Zu einem späteren Zeitpunkt solle dann geprüft werden, in welche Richtung der Verkehr abfährt: entweder nach Westen Richtung Gartenstraße oder nach Osten in Richtung Arsenalstraße. Der Antrag fand im Gremium allerdings keine große Zustimmung und wurde mehrheitlich abgelehnt. Laut Grünen-Stadträtin Christine Knoß sei der Antrag der CDU erschreckend. „Wir wollen das Zentrum doch eigentlich vom Verkehr entlasten“, sagte sie. Mit dem Vorschlag der CDU sei dies nicht zu erreichen.

Die Ausfahrt der Tiefgarage soll in Richtung Westen erfolgen

Anders sah es beim Antrag der FDP-Gemeinderatsfraktion aus. „Die Ausfahrt aus der Regele-Tiefgarage führt über die Schulgasse, Blumen- und Gartenstraße, um die Verkehrsführung sicherer zu machen und den abfahrenden Verkehr besser zu verteilen“, heißt der Vorschlag vonseiten der FDP. Wie FDP-Stadträtin Stefanie Knecht mitteilte, unterstütze ihre Partei grundsätzlich die Ausfahrt in Richtung Westen, allerdings seien die Abfahrten über die südliche Gartenstraße und die Schillerstraße nicht optimal.

Um den Verkehr im Quartier zu optimieren, verteile sich der Verkehr bei der neu von der FDP vorgeschlagenen Variante in Richtung Westen in die Blumen- und weiter in die Uhlandstraße und in Richtung Norden/Osten über die nördliche Gartenstraße bis zur Wilhelmstraße“, heißt es in dem Antrag. Das fand auch bei Oberbürgermeister Matthias Knecht Anklang. „Der Vorschlag der FDP ist vielleicht die optimale Prüfungsvariante“, sagte er. Doch die Frage, ob die Variante auch in der verkehrstechnischen Umsetzung taugt, bleibe.

Die Stadt favorisiert grundsätzlich Variante drei, da sie verkehrstechnisch gut abzuwickeln sei. Die Ausfahrt über die Schulgasse soll umgesetzt werden. „Es ist zu überlegen, die Schulgasse zur Schulwegsicherung entsprechend auszubauen“, so OB Knecht in diesem Zusammenhang. Wie Bürgermeister Michael Ilk berichtete, sei auch im Ausschuss für Stadtentwicklung, Hochbau und Liegenschaften und im Ausschuss für Mobilität, Technik und Umwelt vermehrt über die Ausfahrt aus der Tiefgarage diskutiert worden. „Die Ausfahrt Richtung Westen erhielt mehr Zuspruch“, sagte er.

Zu klären aber bleibt, wie der Verkehr darüber hinaus weitergeführt wird. Doch egal ob über Garten- und/oder Blumenstraße – bei der Abwicklung des Verkehrs auf diese Art könnten die städtebaulichen Ziele am Schiller- und Arsenalplatz (wir berichteten) ohne Einschränkungen weiterentwickelt werden. Denn fest steht: Die bisher erarbeiteten Lösungsvorschläge für die Attraktivitätssteigerung der Innenstadt durch erlebbare Platzgestaltungen sollen nicht mit zusätzlichem Verkehr beziehungsweise Ausfahrtsverkehr im Konflikt mit dem hohen Anteil an querendem Fußverkehr aus der KSK-Tiefgarage belastet werden. Andreas Rothacker von den Freien Wählern schlug vor, auch den Antrag der FDP noch einmal auf die Verkehrstauglichkeit zu prüfen, um „dann das Beste zu wählen“.

Um sicherzugehen, dass die erarbeiteten Varianten auch in der Praxis funktionieren, hat die Stadtverwaltung eine weitere Stellungnahme eines Planungsbüros eingeholt. Dort heißt es unter anderem, dass sowohl die verkehrlichen als auch die städtebaulichen Oberziele bei Variante 3 erreicht werden würden.

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