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Arbeitsmarkt
Arbeitslosigkeit in Ludwigsburg leicht gesunken – Dennoch mehr junge Jobsuchende

Der Arbeitsmarkt im Kreis Ludwigsburg hat sich im Mai leicht belebt.
Der Arbeitsmarkt im Kreis Ludwigsburg hat sich im Mai leicht belebt. Foto: Philip Dulian/picture alliance/dpa
Der Arbeitsmarkt profitiert von der Frühjahrsbelebung, eine Trendwende ist aber noch nicht in Sicht. Besonders junge Menschen haben es schwer, Jobs zu finden.

Kreis Ludwigsburg. Die Arbeitslosigkeit ist im Mai leicht zurückgegangen. Bei der Agentur für Arbeit Ludwigsburg und dem kommunalen Jobcenter Landkreis Ludwigsburg waren insgesamt 14.063 Menschen arbeitslos gemeldet. Das sind 222 Personen oder 1,6 Prozent weniger als im April und 907 Personen oder 6,9 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote lag bei 4,4 Prozent (Vormonat 4,5 Prozent; Vorjahresmonat 4,1 Prozent).

Im Berichtsmonat meldeten sich 2.839 Personen neu oder erneut arbeitslos, das waren 398 oder 12,3 Prozent weniger als im April. Davon kamen 1.132 Personen aus einer Erwerbstätigkeit. Gleichzeitig konnten 3.057 Menschen ihre Arbeitslosigkeit beenden, 1.004 von ihnen durch die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit, 103 oder 11,4 Prozent mehr als im Vorjahresmonat.

Deutlich mehr junge Menschen ohne Job als noch im Mai 2025

Vom Rückgang der Arbeitslosigkeit profitierten nahezu alle Personengruppen. Dennoch zeigt sich im Vergleich zum Vorjahr weiterhin ein deutlicher Anstieg. Besonders betroffen bleiben junge Menschen unter 25 Jahren: In dieser Altersgruppe waren 1.363 Personen arbeitslos gemeldet, 210 oder 18,2 Prozent mehr als im Mai des vergangenen Jahres. Auch die Anzahl der von Langzeitarbeitslosigkeit Betroffenen (+9,9 Prozent) lag deutlich über dem Vorjahresniveau.

„Der Rückgang der Arbeitslosigkeit ist ein positives Signal, aber keine Trendwende.“Martin ScheelVorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Ludwigsburg

„Die saisonale Frühjahrsbelebung hat den Arbeitsmarkt im Mai etwas entlastet. Der Rückgang der Arbeitslosigkeit ist ein positives Signal, aber keine Trendwende. Die Arbeitsplatzverluste im Verarbeitenden Gewerbe halten weiter an. Die Zurückhaltung vieler Unternehmen bei Neueinstellungen ist weiterhin spürbar. Umso wichtiger bleibt es, Beschäftigung zu sichern, Qualifizierung zu fördern und jungen Menschen den Einstieg in Ausbildung und Beruf zu erleichtern“, sagt Martin Scheel, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Ludwigsburg. Im Bereich der Arbeitslosenversicherung nach dem Sozialgesetzbuch III (Agentur für Arbeit Ludwigsburg) waren im Mai 7.140 Personen arbeitslos gemeldet. Gegenüber April entspricht dies einem Rückgang um 199 Personen oder 2,7 Prozent, gegenüber dem Vorjahresmonat einem Anstieg um 979 Personen oder 15,9 Prozent. Die Arbeitslosenquote im SGB III lag bei 2,2 Prozent (Vormonat 2,3 Prozent, Vorjahr 1,9 Prozent).

Nur wenig Bewegung auf dem Arbeitsmarkt im Südwesten

Der Arbeitsmarkts bleibt weiter unter Druck. Im Mai nahm die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Vormonat um zwei Prozent auf 297.819 ab, wie die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit in Stuttgart mitteilte. Die Arbeitslosenquote sank um 0,1 Punkte auf 4,7 Prozent. Die Frühjahrsbelebung falle in diesem Jahr schwach aus.

Im Mai 2025 waren im Südwesten 289.624 Menschen ohne Beschäftigung. Damit sind es aktuell 2,8 Prozent mehr.Die Arbeitsagentur griff für die Statistik auf Datenmaterial zurück, das bis zum 12. Mai vorlag.

„Konjunktur, Strukturwandel und Geopolitik - alle drei belasten den Arbeitsmarkt“, sagte Martina Musati, Chefin der Regionaldirektion. Die Zahl der Menschen, die ihre Arbeitsstelle verlören und sich arbeitslos meldeten, bleibe hoch und liege über den Vorjahren. „So fällt die Frühjahresbelebung zwar etwas stärker aus als in den Vorjahren, ist aber zu schwach, um Impulse am Arbeitsmarkt zu setzen.“

Arbeitsminister Oliver Hildenbrand (Grüne) sagte, der Arbeitsmarkt sei nicht mehr so aufnahmefähig wie noch vor zwei Jahren. Unternehmen agierten deutlich vorsichtiger, offene Stellen würden langsamer oder teilweise gar nicht mehr nachbesetzt.

Im Mai 2026 waren über 25.000 junge Menschen unter 25 Jahren arbeitslos - gut vier Prozent weniger als im Vormonat. Erfreulich sei, dass viele junge Menschen im Mai ihre Arbeitslosigkeit durch die Aufnahme einer Ausbildung oder Erwerbstätigkeit beenden konnten, wie die Regionaldirektion weiter mitteilte. Die Jugendarbeitslosigkeit liege aber weiterhin deutlich über dem Vorjahr.

DGB-Landeschef Kai Burmeister sagte, man dürfe sich nicht daran gewöhnen, Monat für Monat neue Negativschlagzeilen rund um den Arbeitsmarkt als normal zu betrachten. „Statt schulterzuckend danebenzustehen, müssen Unternehmen und Politik die Sicherung von Arbeitsplätzen zur absoluten Priorität erklären.“ Ministerpräsident Cem Özdemir (Grüne) habe jetzt die Gelegenheit, sichere Arbeitsplätze und mehr Wirtschaftswachstum zum Kennzeichen der Landespolitik zu machen. „Wir Gewerkschaften reichen dazu die Hand. Von den Unternehmen erwarten wir Arbeitsplätze sichern statt Jobabbau.“ (lsw)

Im steuerfinanzierten Rechtskreis Sozialgesetzbuch II (kommunales Jobcenter Landkreis Ludwigsburg) waren im Mai 6.923 Personen arbeitslos gemeldet. Das sind 23 Personen oder 0,3 Prozent weniger als im April und 72 Personen oder 1,0 Prozent weniger als vor einem Jahr. Darunter waren anteilig 52,7 Prozent der Arbeitslosen bereits ein Jahr und länger arbeitslos gemeldet (Langzeitarbeitslosigkeit). Die Arbeitslosenquote lag unverändert zum Vormonat und Vorjahresmonat bei 2,2 Prozent.

Firmen wollen vor allem Fachkräfte uns Spezialisten neu einstellen

Im Mai meldeten die Unternehmen und öffentlichen Arbeitgeber dem Arbeitgeber-Service der Arbeitsagentur 663 neue Stellen. Das waren 174 Stellen oder 35,6 Prozent mehr als im April und 52 Stellen oder 8,5 Prozent mehr als vor einem Jahr. Der Bestand an gemeldeten Arbeitsstellen lag bei 2.554 Angeboten. Das sind 22 Stellen oder 0,9 Prozent weniger als im April und 106 Stellen oder 4,0 Prozent weniger als vor einem Jahr. Gesucht waren in erster Linie Fachkräfte, Experten und Spezialisten (2.252 oder 88 Prozent der bei der Arbeitsagentur gemeldeten Arbeitsstellen). Lediglich 302 oder knapp 12 Prozent der Stellen waren Helferstellen, die keine besonderen Kenntnisse und Fertigkeiten voraussetzen. (jpm/red)

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