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Einschätzung der IHK-Ludwigsburg
Wirtschaftskolumne: Es gibt Lichtblicke

Sigrid Zimmerling.
Sigrid Zimmerling. Foto: Andreas Dalferth
Der Iran-Krieg hat die Wirtschaftskrise noch verstärkt. Es gibt aber erste Hoffnungszeichen – nicht nur aus Berlin.

Leitende Geschäftsführerin der IHK-Bezirkskammer Ludwigsburg

Der Iran-Krieg und die Sperrung der Straße von Hormus haben ein geopolitisches Beben ausgelöst, weltweit und hier vor Ort. Das hat auch der Stimmung der Unternehmen in unserem Landkreis, in unserer Region gleich im März einen herben Dämpfer verpasst, der bis heute andauert. Viele Betriebe haben kaum noch Reserven, um die Nachfrageschwäche bei parallel hoher Kostenbelastung noch länger abzufedern.

Vor diesem Hintergrund ist es allerhöchste Zeit, dass in Berlin das Reformpaket auf den Weg gebracht wurde. Mit der Einigung der Koalition werden längst überfällige Schritte angestoßen, insbesondere beim Abbau von Bürokratie. Nach wie vor sind wir ein Land mit den höchsten Arbeitskosten und Abgabenbelastungen. Hier wie bei den Energiekosten müssen wir dringend ran, um im weltweiten Wettbewerb wieder an die Spitze zu kommen.

Entscheidend wird jetzt sein, dass das angekündigte Maßnahmenbündel spürbare Entlastungen für die Wirtschaft bringt. Für das zweite Halbjahr möchten wir zunächst auf punktuelle Lichtblicke und dadurch einen Hauch von Wachstumshoffnung setzen. Etwa auf eine Entspannung im Nahen Osten und eine Stabilisierung der Energie- und Rohstoffmärkte. Es bleibt zu hoffen, dass es trotz aller zwischenzeitlichen Störungen und Irritationen doch zu einem Abkommen zwischen den USA und dem Iran kommt.

Das EU-Mercosur-Freihandelsabkommen wird seit Mai angewendet. Das EU-Indien-Freihandelsabkommen wurde ausgehandelt. Das sind doch immerhin positive Signale in Zeiten von sogenannten Strafzöllen.

Ein Teil unserer Industrie profitiert von den neuen Bedarfen im Bereich Sicherheit und Verteidigung, was deren Zulieferer und Dienstleister mit einbezieht. Hier in unserer Wirtschaftsregion gibt es das Know-how für innovative Lösungen in den Bereichen Medizintechnik, Robotik und Green Tech. Sucht man nach Präzisionsindustrie, findet man sie hier vielfältig spezialisiert. Wenn in letzter Zeit im Inland investiert wurde, dann vor allem in Digitalisierung, darunter KI in der Produktion. Das führt auf Sicht zu Produktivitätsgewinnen und stärkt unseren Standort.

Bürokratieabbau kostet (fast) nichts, außer gutem Willen, spart aber wesentliche Zeit, Geld und Nerven. Hier gilt es schnell ins Handeln zu kommen! Für unsere Volkswirtschaft, aktuell immerhin noch die größte in Europa und drittgrößte in der Welt, hoffen und erwarten wir uns Änderungen mit positiven Ergebnissen, gerne schon im zweiten Halbjahr 2026!