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Picknick

Im Freien schmeckt’s besonders gut

Immer im Hochsommer ruft meine Freundin: „Lass uns doch ein Picknick machen!“ Nichts lieber als das, denn ein Imbiss in der Natur gehört zu den schönsten Sommererlebnissen. Einfach hinauszufahren oder zu radeln, sich einen Platz mit Ausblick, an einem See oder unter hohen Bäumen suchen, hat ein bisschen was von Abenteuer und Freiheit, weil man versucht, ohne die zivilisatorischen Errungenschaften, die eine Küche bietet, auszukommen. Im Kreis Ludwigsburg gibt es eine unerschöpfliche Auswahl an Lieblingsplätzen. Meiner ist zum Beispiel der Wehrbachsee bei Kleinbottwar.

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Ludwigsburg. Für den Genuss unter freiem Himmel gibt es so viele Varianten, wie es Picknickfans gibt. Die einen haben einen dieser eleganten Körbe und tafeln mit Porzellan und feinstem Besteck. Die anderen nehmen eine Jutetasche und Kunststoffbecher. Es gibt auch welche, die ihr Picknick-Equipment aufs Nötigste reduziert haben. Diese Puristen sitzen im Gras, essen den Nudelsalat aus der Gefriertüte und trinken ein Bier aus der Flasche dazu – auch schön. Der Fantasie beim Gestalten des Picknicks sind keine Grenzen gesetzt. Die einfachste Methode: Rasch aus dem Kühlschrank Salami und Käse in den Korb gepackt, etwas Obst dazu, Brot und Wein – und die kleine Mahlzeit an der frischen Luft steht. Wer Spaß daran hat, kann mehr Aufwand betreiben. „Wir haben im Wald immer kalte panierte Schnitzel gegessen, und zwar aus der Hand ohne Besteck“, schwärmt meine Freundin heute noch von Picknick-Einsatz ihrer Mutter.

Weil das Schlemmen im Grünen wieder sehr in Mode gekommen ist, gibt es derzeit jede Menge Ratgeber mit Rezepten, die vom eingelegten Aal bis zum Zucchinispieß reichen. Ich finde das Einmachglas zum Mitnehmen prima. Man nehme ein ausgedientes Marmeladenglas mit Bügelverschluss oder Schraubdeckel. In das lässt sich von der Auberginencreme bis zum Reis- oder Kartoffelsalat so ziemlich alles füllen und sicher verpackt im Fresskörbchen verstauen. Die Gläser eignen sich prima, um Creme-Desserts unfallfrei ins Grüne zu befördern. Mein Favorit ist eine Art Tiramisu: Löffelbiskuit, Vanillepudding und tiefgefrorene Himbeeren werden dabei ins Glas geschichtet. Weil die gefrosteten Beeren beim Transport auftauen, machen sie die Süßspeise wunderbar kühl. Die Einmachgläser eignen sich auch als Becher. Zu Hause kommt der Drink ins Glas, dann Deckel darauf, geschüttelt und ab in den Korb.

So lustig ein Spontanpicknick ohne große Planung auch ist, ein paar Dinge sollten doch beachtet werden. Eine Thermosflasche gehört zur Ausrüstung, in der Getränke warm oder kalt gehalten werden können. Etwas Salz und Pfeffer zum Nachwürzen mitzunehmen schadet nie. Ein Messer, Flaschenöffner oder Korkenzieher sollten nicht vergessen werden. Ein oder zwei Geschirrtücher leisten immer gute Dienste. Zum Beispiel als kleines Tischtuch, damit die Picknickdecke nicht verkleckert wird. Es empfiehlt sich, ein paar feuchte Schwammtücher in einer Tupperbox verstaut mitzunehmen, denn an lauschigen Wiesenplätzchen gibt es eben keinen Wasserhahn und wer möchte schon mit klebrigen Fingern an den Fahrradlenker. Ein Muss im Gepäck ist zudem eine Mülltüte, denn für den Picknicker gilt: Respekt vor der Natur. Ein Rastplatz gehört nach dem Schlemmervergnügen picobello aufgeräumt. Leere Flaschen, sogar schon Glasscherben im Wald können Brände auslösen. Denn im Sonnenschein wirken sie wie Lupen. Der Abfall muss mit nach Hause genommen werden. Das ist Ehrensache!