Handball
Bietigheim-Bissingen | 12. Oktober 2017

Bietigheim-Bissingen plant Wintermärchen

Bietigheim-Bissingen rüstet als einer der Ausrichter der Handball-Frauen-Weltmeisterschaft groß auf. Ziel soll nicht nur sein, die Besucher aus aller Welt zu verwöhnen, sondern auch, den Nachwuchs an die Sportart heranzuführen.

Bernhard Bauer glaubt an eine volle Halle bei der WM in Bietigheim-Bissingen.Foto: bm
Bernhard Bauer glaubt an eine volle Halle bei der WM in Bietigheim-Bissingen.Foto: bm

Vom 1. bis zum 17. Dezember findet in diesem Jahr in Deutschland die 23. Handball-Weltmeisterschaft der Frauen statt. Als einer von sechs Spielorten hat Bietigheim-Bissingen dafür Großes geplant, wie auf der gestrigen Pressekonferenz im städtischen Rathaus verkündet wurde.

In der Ege Trans-Arena in Bietigheim-Bissingen finden insgesamt 15 Spiele statt, allesamt Aufeinandertreffen aus der – laut Oberbürgermeister Jürgen Kessing „sportlich attraktivsten“ – Vorrundengruppe B. In dieser tummeln sich mit Ungarn, Tschechien, Polen, Argentinien sowie Schweden und Titelverteidiger Norwegen Hochkaräter des Frauenhandballs.

Dass der Sport aber bei weitem nicht alles ist, was zu einer erfolgreichen WM gehört, machte das sechsköpfige Gremium um Kessing gestern deutlich. Seit August laufen die Planungen für das Rahmenprogramm der WM. So sollen Sonderausstellungen, Touristenangebote und mehrsprachige Stadtführungen den internationalen Gästen einen einmaligen Aufenthalt bescheren. Dazu gehören neben der Kunstausstellung „Mut Bilder“, für die die Künstler Yoku Shimizu, Thomas Fuchs und Thilo Rothacker die Bundesligateams der SG BBM Bietigheim begleitet haben, auch Angebote für Besuche der Fanzone, von Weihnachtsmärkten und Museen in der Umgebung.

„Wir möchten die WM so ausrichten, dass sich die Mannschaften nachher fragen, wieso hier eigentlich keine Hauptrunde stattgefunden hat“, sagte Hans Artschwager, Präsident des Handballverbands Württemberg, zum anstehenden Großereignis. Ein Muss ist für Artschwager dafür eine gut besuchte Halle. 10000 der 30000 Karten wurden bislang in insgesamt 15 Länder verkauft. Bis zur gut gefüllten Arena fehlen also noch einige Tickets, doch auch da ist das Gremium zuversichtlich: „Wir sind guter Hoffnung, viele davon loszuwerden“, sagte der Vorsitzende des Lokalen Organisationskomitees, Thilo Dittmann, während der Ehrenpräsident des Handballverbands Württemberg, Bernhard Bauer, noch deutlicher wurde: „Wir haben den Anspruch, dass die Halle voll wird.“

Ausverkaufte Hallen und gute Stimmung – unweigerlich treten hierbei Vergleiche zum Handball-Sommermärchen 2007 auf, als die deutschen Herren im eigenen Land den Titel holen konnten. Ob das nun geplante Wintermärchen in Bietigheim-Bissingen ein ähnlicher Erfolg wird, steht dagegen noch in den Sternen. Dennoch gibt Oberbürgermeister Kessing hohe Ziele aus. „Wir versuchen nicht, 2007 zu wiederholen – wir wollen es toppen“, gibt sich der 60-Jährige angriffslustig.

Gerade die hohe Aufmerksamkeit für das Großereignis sieht Präsident Artschwager als Chance für den Handball in Deutschland. „Wir wollen neben der tollen Atmosphäre für die Fans die WM auch nutzen, um Kinder, hauptsächlich Mädchen, für den Sport zu begeistern.“ Hierfür sind Trainingscamps in der Umgebung organisiert, ein Grundschulaktionstag geplant sowie die Mini-WM für weibliche E-Jugendteams angesetzt. Als Preise gibt es dann zum Beispiel die Möglichkeit für die Nachwuchsathletinnen, bei einem WM-Spiel in Bietigheim-Bissingen Spalier für die Spielerinnen zu stehen und damit das mögliche Wintermärchen aus nächster Nähe zu erfahren.

Philipp Böhl
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