Handball
Wilhelmshaven | 20. November 2017

Trainer Mayerhoffer restlos bedient

Bietigheimer Handballer verlieren in Wilhelmshaven mit 30:37, bleiben aber weiterhin auf Platz 2

1300 Kilometer für null Punkte. Die Bietigheimer Handballer kehrten frustriert aus Wilhelmshaven zurück. Nach einer 19:16-Führung zu Beginn der 2. Halbzeit wurde die SG von den wie entfesselt spielenden Gastgebern in der Schlussphase überrannt und verlor mit 30:37. Bietigheim blieb aber Zweiter, da auch Balingen in Nordhorn 24:22 verlor.

Die erste Spielhälfte verlief zwar nicht optimal, aber Hartmut Mayerhoffer durfte sich immerhin darüber freuen, dass sein Team 18:16 führte. Die SG hätte aber klarer vorn liegen müssen. „Wir haben viele Chancen vergeben und schlecht verteidigt. 16 Gegentore sind zu viel“, kritisierte der BBM-Coach zur Pause.

Bietigheim startete mit Paco Barthes Treffer zum 19:16 gut in die zweite Hälfte. Angesichts eines zeitweiligen Überzahlspiels hätte der Vorsprung ausgebaut werden müssen, aber das Gegenteil passierte. Gegen die nach dem Wechsel viel aggressiver agierenden Gastgeber leistete sich die SG einige Ballverluste und Wilhelmshaven schaffte den 20:20-Ausgleich. Robin Haller und Valentin Schmidt brachten das Viadukt-Team zwar beim 21:20 und 22:21 nochmals in Front, konnten damit aber den in Fahrt gekommenen WHV-Express nicht mehr stoppen.

Frederick Lüpke vernagelte in den letzten 20 Minuten seinen Kasten. Bietigheims Werfer scheiterten reihenweise an Wilhelmshavens Torhüter. Auf der anderen Seite ließ es der holländische Nationalspieler Kay Smits mit elf Treffern richtig krachen. Die Jadestädter spielten sich in einen Rausch, erzielten in den letzten 21 Minuten 16 Tore.

Bis zu Gerdas Babarskas Treffer zum 27:29 in der 51. Minute durfte Bietigheim hoffen. Danach blieb die SG aber sechs Minuten torlos, die Norddeutschen nutzten zwei Zeitstrafen für Paco Barthe und Jan Asmuth, um ihren Vorsprung auf sechs Tore auszubauen. Die Fans tobten und als der nach monatelanger Verletzungspause überraschend aufgebotene Rene Drechsler mit den Treffern zum 27:33 und 28:34 sein Comeback feierte, stand die Halle endgültig kopf.

Die SG spielte in den letzten Minuten „Alles oder Nichts“, nahm oft den Torhüter zugunsten eines siebten Feldspielers heraus, konnte der Partie aber keine Wendung mehr geben. Mayerhoffer war bedient. „Hier war mehr drin. Aber unsere Chancenverwertung und Abwehrleistung reichte nicht, um zu punkten.“

SG BBM:Ebner, Müller; Haller (2), Rentschler (1), Claus (1), Erifopoulos (1), Schäfer (6/2), Schmidt (4/1), Babarskas (3), König (2), Barthe (4), Asmuth, Döll (2), Emanuel (2), Marcec (2/1).

Paul Herbinger
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