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Basketball-Bundesliga

Bei den Riesen ist das Team der Star

Die MHP-Riesen Ludwigsburg haben am Samstagabend bewiesen, dass sie zu den Spitzenteams der Basketball-Bundesliga gehören. Beim 89:84-Sieg gegen die s. Oliver Baskets Würzburg zeigten die Schwaben eine mentale Meisterleistung. Der derzeitige Erfolg hat eine simple Formel.

Zeilstrebig: Khadeen Carrington (rechts) zieht zum Korb.Foto: Gunnar Rübenach
Zeilstrebig: Khadeen Carrington (rechts) zieht zum Korb. Foto: Gunnar Rübenach

Würzburg. Schon beim Warmmachen waren die MHP-Riesen Ludwigsburg gut drauf, hier ein Scherz, dort ein Späßchen – gelöste Stimmung. Diese positive Herangehensweise und das große Selbstvertrauen durch den starken Saisonstart waren entscheidend für den harterkämpften 89:84-Erfolg bei den s. Oliver Baskets. Nach der Bundesliga-Partie war die Laune noch besser. Mit einem breiten Grinsen im Gesicht klatschten die Basketballer mit den mitgereisten Fans ab.

Bei weitem kein perfekter Auftritt

„Das war ein hart umkämpftes Spiel. Am Ende waren wir einen Tick glücklicher und vielleicht auch ein bisschen besser“, sagte Riesentrainer John Patrick nach dem achten Sieg im neunten Saisonspiel. „Die mentale Stärke war da, auch wenn wir alles andere als perfekt gespielt haben.“ Die Begegnung vor 2973 Zuschauern war von Beginn an spannend und kampfbetont, mit 42:42 ging es in die Halbzeitpause.

Nach einer Spielunterbrechung wegen technischer Probleme am Zeitnehmertisch, drohte den Riesen das Spiel zu entgleiten. Ein 9:0-Lauf brachte die Gastgeber mit 56:47 in Führung. Doch die Ludwigsburger hielten dagegen. Durch Jonas Wohlfarth-Bottermann, Thomas Wimbush und Marcos Knight gelang bis zur 27. Minute der Ausgleich.

Aber insgesamt unterliefen den Schwaben zu viele einfache Fehler: schlampige Anspiele, unnötige Ballverluste. Allein Knight schenkte dem Gegner viermal das Spielgerät. Doch auch hier zeigte sich der Mannschaftsgeist: Kein einziger Akteur ging Knight an, stattdessen wurde dem 30-Jährigen geradezu demonstrativ Mut zugesprochen.

Im Schlussviertel zeigte sich dann das gewachsene Selbstvertrauen der Gelb-Schwarzen, zudem ging Ludwigsburg ohne Foulprobleme in die Schlussminuten. 15 Sekunden vor Spielende traf Jordan Hulls mit einem Dreier zum 84:85, die Halle tobte. Die Ludwigsburger blieben trotzdem cool. Der mit insgesamt 23 Punkten überragende Khadeen Carrington traf zwei Freiwürfe zum 87:84. Im Anschluss vereidigte Konstantin Konga clever und bekam auf Höhe der Mittellinie ein Offensivfoul zugesprochen. Neun Sekunden vor Spielenende waren die Gäste damit in Ballbesitz und ließen sich den Sieg nicht mehr nehmen. „Es war keine optimale Leistung, weder in der Abwehr noch im Angriff“, bemängelte Patrick, lobte aber: „Trotzdem haben wir den Kopf nicht hängen lassen und weiter gekämpft.“

Auch Spielmacher Carrington sieht in der Teamchemie die derzeitige Stärke der Ludwigsburger. „Genau darüber haben wir gerade auch in der Kabine gesprochen. Wir halten einfach zusammen, auch wenn einzelnen Spielern Fehler passieren“, sagte der 24-jährige US-Amerikaner mit trinidadischen Wurzeln. „Es ist wirklich eine tolle Atmosphäre im Team. Alle sind locker drauf, wir vertrauen uns gegenseitig und es gibt keine Egoisten bei uns.“

In dieser Verfassung gehören die Ludwigsburger zu den Top-Teams der Bundesliga. Das sieht auch Carrington so: „Es ist immer noch sehr früh in der Saison. Wenn wir das aufs Feld bringen, was uns stark macht, können wir jeden schlagen.“

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