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Basketball

Lieber Radebaugh als einen Rollator

Bei den Riesen bahnt sich ein Neuzugang an. Jonah Radebaugh soll für mehr Breite im Kader sorgen. Gleichzeitig geben die Ludwigsburger die Hoffnung auf einen Verbleib von Elias Harris nicht auf.

Bald auch im Riesen-Trikot zu sehen? Jonah Radebaugh am vergangenen Sonntag in der MHP-Arena bei der Partie der Ludwigsburger gegen s.Oliver Würzburg. Foto: Baumann
Bald auch im Riesen-Trikot zu sehen? Jonah Radebaugh am vergangenen Sonntag in der MHP-Arena bei der Partie der Ludwigsburger gegen s.Oliver Würzburg. Foto: Baumann

Ludwigsburg. In einem Sweatshirt der MHP-Riesen Ludwigsburg war Jonah Radebaugh beim 87:72-Heimsieg des Basketball-Bundesligisten gegen s.Oliver Würzburg am Sonntag erstmals in der Ludwigsburger MHP-Arena zu sehen. Dass der 23-jährige US-Amerikaner bald das Team von John Patrick verstärkt, scheint wahrscheinlich. „Es sieht gut aus“, sagte Patrick gestern auf Nachfrage über den 1,91 Meter großen Guard, der seit Mitte Dezember als Probespieler im Riesen-Training mitwirken darf. Heute solle laut Patrick entschieden werden, ob aus dem Try-out- nun ein Lizenzspielervertrag wird.

„Aus finanziellen Gründen würde es für Elias Harris keinen Sinn ergeben, hierzubleiben.“

John Patrick
Trainer MHP-Riesen

Wie wichtig ein breiter Kader für die Riesen im Lauf der Saison werden kann, zeigt sich in diesen Tagen. Bereits heute Abend treffen die Ludwigsburger im Heimspiel in der Bundesliga auf die Hamburg Towers (20.30 Uhr). „Nach dem Spiel am Sonntag wollte ich einen Rollator kaufen“, sagte Riesen-Coach Patrick gestern über etliche Wehwehchen seiner Spieler. Die zuletzt häufig angewandte Ganzfeldverteidigung setzte zwar auch Würzburg unter Druck, forcierte Ballverluste und brachte schon mehrere Gegner in dieser Saison zur Verzweiflung. Sie ist aber auch eine enorme Belastung für die Spieler. Das sorge durchaus für die eine oder andere Blessur, gab Patrick zu. „Manche kriegen viel Spielzeit, das ist ein Risiko. Wir müssen das Risiko abdecken und uns schützen“, so Patrick weiter.

Da wirkt eine Investition in einen neuen Spieler wie Radebaugh vernünftig, auch wenn sie zunächst wohl teurer werden dürfte als ein Satz Rollatoren für die komplette Mannschaft. Zudem schloss Patrick aus, dass für Radebaugh ein anderer Spieler seinen Platz im Ludwigsburger Team verlieren würde.

Weiterhin steht ein großes Fragezeichen hinter der Zukunft von Elias Harris. „Realistisch betrachtet bei null Prozent. Das Thema ist mehr oder weniger entschieden“, sagte Alexander Reil in einem gestern veröffentlichten Zeitungsinterview auf die Frage, wie groß die Hoffnung sei, den Leistungsträger halten zu können. Der Center besitzt eine Ausstiegsklausel zum Jahresende in seinem Vertrag und wird mit dem spanischen Club Casademont Zaragoza in Verbindung gebracht. Die Existenz einer solchen Klausel hatten die Riesen vergangene Woche bestätigt.

„Aus finanziellen Gründen würde es für Elias keinen Sinn ergeben, hierzubleiben“, sagte Patrick gestern, ließ aber zumindest ein wenig Hoffnung durchschimmern. „Bis es offiziell bestätigt ist, können wir hoffen, dass er bleibt.“ Harris, mit 17Punkten pro Partie der siebtbeste Scorer der Liga, mache laut Patrick zumindest auf dem Parkett nicht den Eindruck, als wolle er den Verein verlassen.

Gegen Hamburg wird der 31-Jährige heute im Kader stehen. Dann bekommt er es mit der Überraschungsmannschaft der noch jungen Saison zu tun. Nach nur drei Siegen und 17 Niederlagen in ihrer vorzeitig abgebrochenen BBL-Debütsaison haben die Elbstädter nun bereits doppelt so viele Siege in nur acht Partien geholt und stehen auf Rang sechs. „Sie haben sehr gute, erfahrene Spieler, die alle gut schießen können“, sagte Patrick und hob T.J. Shorts hervor. Der flinke Guard sei der „Motor der Mannschaft“ des begehrten Trainers Pedro Calles, der bereits mit Rasta Vechta für etliche Überraschungen gesorgt hatte.

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