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Basketball

Säule der Riesen gerät ins Wanken

David McCray ist das Gesicht der MHP-Riesen Ludwigsburg. Doch in dieser Saison kommt der Basketballer nicht richtig in Fahrt. Auch wegen einer Verletzung spielte er bisher viel weniger als in der vergangenen Spielzeit. Damit will sich der 32-Jährige nicht zufrieden geben.

Wichtige Stütze auch für seine Mitspieler: David McCray (links) motiviert Jordon Crawford. Foto: Baumann
Wichtige Stütze auch für seine Mitspieler: David McCray (links) motiviert Jordon Crawford. Foto: Baumann

Ludwigsburg. David McCray ist häufig in der Stadt und im Landkreis Ludwigsburg zu sehen. Das Gesicht der Basketballprofis ziert zahlreiche Werbeplakate der MHP-Riesen. Auf dem Parkett, bei den Spielen der Bundesliga und Champions League, ist der Kapitän in dieser Spielzeit jedoch selten im Einsatz. McCray bekommt deutlich weniger Spielzeit als in den Jahren zuvor – wenn er überhaupt eingesetzt wird. 12:19 Minuten waren es durchschnittlich in zehn von bisher 16 Ligaspielen, davon nur fünf von Beginn an. Von Ende Oktober an pausierte der 32-Jährige sogar acht Wochen am Stück. „Es war nicht ganz einfach und eine neue Situation, an die ich mich gewöhnen musste.“ So lange musste der erfahrene Guard in seiner Karriere nach eigenen Angaben noch nie am Stück aussetzen.

Zum Vergleich: Im Vorjahr war McCray mit 17:50 Minuten in 39 Einsätzen einer der Säulen des Ludwigsburger Erfolgsteams, das ins Play-off-Halbfinale und das Finalturnier der Champions League stürmte. Der Verteidigungsspezialist spielte die wahrscheinlich beste Saison seiner Laufbahn. Nun kämpft er mit Verletzungssorgen und den Konkurrenten Christian von Fintel und dem jungen talentierten Quirin Emanga um Spielminuten.

Bereits früh in der aktuellen Spielzeit trat bei McCray eine Fußverletzung auf, die der Verein bis heute nicht mit einem medizinischen Befund mitgeteilt hat. Mal war von einer Entzündung die Rede, mal von einem Ödem. Sicher ist, dass McCray seinen rechten Fuß eine Zeit lang nicht belasten durfte und eine Schiene trug.

Seit Ende Dezember läuft McCray wieder auf, spielte in der Liga zuletzt beim 100:82-Sieg gegen Bayreuth aber nur 2:37 Minuten und bei der 92:112-Klatsche vergangenen Samstag in Vechta überhaupt nicht. Das wirft die Frage auf, ob nicht auch sportliche Gründe ihren Teil zu seiner Situation beitragen. „Wenn ich auf der Bank sitze, will ich spielen. Natürlich respektiere ich die Entscheidung des Trainers, wenn er mich noch nicht bei 100 Prozent sieht. Das muss ich akzeptieren“, sagt McCray und stellt klar: „Fit bin ich. Mir fehlt vielleicht in der Schnelligkeit noch etwas, aber eigentlich bin ich bereit zu spielen.“

Jetzt, nachdem das Aus in der Champions League seit der Niederlage am Dienstag gegen Ventspils besiegelt ist, hat McCray mehr Trainingszeit, um sich zu empfehlen. Die Spiele unter der Woche mit teils langer An- und Abreise fallen weg. Potenzial für sich und das Team sieht der Kapitän genug: „Wir müssen uns steigern. Vor allem in der Verteidigung. Da haben wir viel Arbeit vor uns.“

Denn im einzig verbliebenen Wettbewerb, der Bundesliga, soll das Minimalziel erreicht werden: „Das Ziel müssen die Play-offs sein. Das ist mittlerweile Standard hier und das sollte auch so sein.“ McCray weiß wovon er spricht, wenn er die Situation in Ludwigsburg bewertet. Von 2007 bis 2012 und seit 2015 spielt McCray in der Barockstadt. Er ist einer der wenigen Identifikationsfiguren des Clubs, der für seine vielen Personalwechsel branchenweit bekannt ist.

Am Ende der Saison läuft sein Vertrag aus. „Ich spiele, um zu gewinnen und meine Mannschaft anzuführen, alles andere wird sich ergeben. Jeder weiß, dass ich gerne hier bin“, sagt McCray, der nach über 400 Bundesliga-Spielen noch nicht vom Karriereende spricht: „Ich schaue von Jahr zu Jahr. Wenn ich irgendwann das Gefühl habe, dass ich nicht mehr helfen kann, macht es ja keinen Sinn mehr. Aber ich habe noch richtig Bock. Also schauen wir mal.“

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