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Basketball
Sind die Riesen Titelfavorit oder Außenseiter?

Ludwigsburger Höhenflug: In der heimischen Arena ist das Team von Trainer John Patrick (links) die komplette Saison ungeschlagen. Foto: Baumann
Ludwigsburger Höhenflug: In der heimischen Arena ist das Team von Trainer John Patrick (links) die komplette Saison ungeschlagen. Foto: Baumann
Die MHP-Riesen starten als Hauptrundenerster in die BBL-Play-offs. Als Titelfavorit sehen die Ludwigsburger andere. Das heißt aber nicht, dass sie nichts zu verlieren haben.

Ludwigsburg. Von Motivationsproblemen konnte bei den MHP-Riesen Ludwigsburg in dieser Saison kaum die Rede sein. Selbst nachdem der erste Platz in der Hauptrunde der Basketball-Bundesliga feststand und etliche Spieler geschont wurden, überzeugten die verbleibenden Akteure mit Engagement, Intensität und guten Ergebnissen. Nun beginnen heute mit dem Heimspiel gegen Brose Bamberg die Play-offs. Bei den ohnehin für ihre Bissigkeit bekannten Riesen-Spielern sorgt das für einen Motivationsschub. „Wir sind heiß, das sind die Play-offs“, sagte Trainer John Patrick in der Pressekonferenz vor dem ersten Spiel der Best-of-five-Serie im Viertelfinale (19Uhr, Sport1/Magentasport).

Insgesamt liegt die Rolle der Riesen irgendwo zwischen Außenseiter und Titelfavorit. Vergleicht man den Etat der Ludwigsburger mit denen der großen BBL- Teams, wäre ein Mittelfeldplatz der Riesen realistisch. Beim Blick auf die Ergebnisse der letzten Saisons dagegen wird schnell die Meisterschaft der Ludwigsburger ein Thema, auf das die Riesen-Verantwortlichen häufig angesprochen werden. Der ehemalige Ludwigsburg-Coach Silvano Poropat nannte die Riesen nach einem Auswärtsspiel seines Mitteldeutschen BC in der MHP-Arena „den perfekten Underdog“. Bundestrainer Henrik Rödl zählte Ludwigsburg zu den Titelanwärtern.

Und so sind sowohl Coach Patrick als auch Alexander Reil darum bemüht, die Euphoriebremse zu treten. „Wir müssen die Kirche im Dorf lassen. Bei aller Euphorie und Erwartungshaltung: Alba Berlin und Bayern München haben einen deutlich tieferen Kader“, sagte der 1. Vorsitzende der Riesen. „Das heißt aber nicht, dass wir Angst vor diesen Mannschaften haben“, so Reil. Mit Gedanken an die möglichen Gegner im Halbfinale (Bayern) und Finale (Berlin) wollte Patrick sowieso keine Zeit verschwenden: „Ich habe nicht über Bayern, Berlin oder andere Gegner nachgedacht.“ Zunächst muss die Hürde Bamberg genommen werden. „Es ist egal, ob wir gegen Bamberg oder in der Hauptrunde gegen Chemnitz oder Gießen spielen. Wir wollen uns bewusst sein, dass wir jedes Spiel verlieren, aber auch jedes Spiel gewinnen können“, sagte Patrick.

Bamberg ein „gefährlicher Gegner“

Der einstige Serienmeister der BBL hat die vergangene Spielzeit auf Platz acht abgeschlossen. Gegen ersatzgeschwächte Riesen gewann das Brose-Team zuletzt Ende April mit 94:93. Zuvor hatten die Riesen sowohl im Pokal (99:72) als auch in der Liga (83:75) gegen die Mannschaft von Trainer Johan Roijakkers gewonnen. Patrick nannte die Roijakkers-Truppe einen „sehr gefährlichen Gegner“, der zudem frisch und ausgeruht sei. Gleiches gilt aber auch für die Riesen, bei denen lediglich hinter dem Einsatz von Barry Brown ein Fragezeichen stehe.

Doch Bamberg, sicherlich Außenseiter in der ersten Play-off-Runde, stellt nicht die einzige Gefahr dar, die eine grandiose Ludwigsburger Saison abrupt beenden könnte. „Wir wissen, dass ein positiver Test alles kaputt machen kann“, warnte Patrick. Zuletzt hatte auch die BBL das Hygienekonzept vor den Play-offs verschärft. „Wir sind alle nervös und diszipliniert“, versicherte Patrick höchste Sicherheitsvorkehrungen. Die Nervosität bezieht sich aber auch auf die sportliche Herausforderung. Denn alleine angesichts der starken Hauptrunde und der hervorragenden Ausgangsposition mit dem Heimrecht über die gesamten Play-offs hinweg haben die Ludwigsburger durchaus etwas zu verlieren. „Ich hoffe, dass wir die Nervosität in Energie umkehren werden“, sagte Patrick.