1. Startseite
  2. Sport
  3. Bietigheim Steelers
Logo

Podcast LKZ-Newscouch
„Dann sind wir eine Schießbude“: Steelers-Boss Rustige erklärt, warum der Weg zurück in die DEL noch dauert

Screenreader
Steelers-Chef Gregor Rustige auf der LKZ-Newscouch. Foto: Kevin Bitz
Geschäftsführer Gregor Rustige spricht im LKZ-Podcast über die Millionen-Hürde beim Aufstieg, den Zuschauerboom und die Zukunftspläne der Bietigheim Steelers.

Ludwigsburg. Pünktlich zum Saisonstart des Eishockey-Zweitligisten Bietigheim Steelers nimmt Geschäftsführer Gregor Rustige auf der LKZ-Newscouch Platz – und stellt sich dort für einen Podcast den Fragen von Chefredakteurin Ulrike Trampus und Sportredakteur Andreas Eberle. Nach dem überraschenden Halbfinaleinzug in der vergangenen Spielzeit hält sich Rustige mit forschen Tönen zurück. „Wir sind jetzt im zweiten Jahr wieder in der DEL2. Das Ziel sollte weiterhin sein, einfach in die Playoffs zu kommen“, erklärt der 39-Jährige und betont: „Ich habe überhaupt keine Wunschplatzierung.“

Podcasts

Offen erklärt Rustige, warum der Verein darauf verzichtet hat, die nötige Sicherheit für eine DEL-Lizenz zu hinterlegen – und deshalb selbst im Fall eines Titelgewinns 2025/26 formal nicht in die Eliteklasse aufsteigen könnte. Für eine Zulassung hätten die Steelers bis zum 24. Mai zunächst eine Bareinlage oder Bankbürgschaft von 200.000 Euro hinterlegen müssen. Bei einem tatsächlichen Aufstieg kämen laut Rustige nochmals etwa 1,2 Millionen Euro hinzu. Mit dem aktuellen oder einem nur etwas erhöhten Etat in die DEL zu gehen, würde seiner Einschätzung nach keinen Sinn ergeben: „Ich glaube, dann sind wir eine Schießbude und dann macht es keinen Spaß. Das ist dem Eishockey hier in der Region nicht zuträglich.“ Der Geschäftsführer verweist allerdings auf einen Dreijahresplan, mit dem der Club die wirtschaftlichen Voraussetzungen für einen möglichen Aufstieg mittelfristig schaffen will.

Erfreut blickt Rustige auf den Zuschauerrekord der Steelers in der vergangenen Saison zurück: Im Schnitt kamen mehr als 3800 Fans zu den Heimspielen. Nach dem Abstieg 2024 in die Oberliga habe man sich neu ausgerichtet. „Wir machen das jetzt our way“, sagt der studierte Sportmanager und nennt gleich mehrere Erfolgsfaktoren für den Boom: Transparenz und offene Kommunikation, neue Zielgruppen sowie die eigenen Social-Media-Aktivitäten. So habe der Verein erfolgreich einen TikTok-Kanal gestartet, und Instagram sei in zwei Jahren um 100 Prozent gewachsen – auf rund 25.000 Follower.

Besonders freut sich Rustige darüber, dass auch verstärkt Frauen zu den Spielen kommen. Beim Ladies Day des Vereins, bei dem Frauen verbilligte Tickets bekommen, seien zuletzt 1600 Tickets verkauft worden. In der Saison davor seien es laut Rustige noch ungefähr 600 gewesen.

Rustige zufolge habe sich auch das alte Bild vom Eishockey als reine Prügelsportart längst verändert. Früher sei häufig nur über Schlägereien berichtet worden. Heute gehe es um Stimmung, Erlebnis, Gemeinschaft und Eventcharakter. „Wenn die Frauen oder Mädchen zum ersten Mal da sind, finden die das super, weil halt immer was los ist“, sagt der Steelers-Boss.

Im Podcast gibt es auch viel Privates zu erfahren – etwa wie ihn sein Vater Felix Rustige, der in den 1970er-Jahren beim EHC Stuttgart als Kapitän und Stürmer eine Leitfigur war, bei seinem Werdegang geprägt und unterstützt hat. Oder warum Gregor Rustige lieber in der Landeshauptstadt lebt statt direkt vor Ort in der Nähe seines Bietigheimer Arbeitsplatzes. Oder was er schon immer einmal tun wollte, bisher aber noch nicht die Gelegenheit dazu hatte. Ein kleiner Vorgeschmack: Es handelt sich dabei um zwei Dinge, die ebenfalls mit Sport zu tun haben! Reinhören lohnt sich also.

VG WORT Zählmarke