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Deutsche Eishockeyliga 2

Kein Lohn für eine starke Moral

Die Steelers zeigen Kampfgeist, werden dafür jedoch nicht belohnt. Beim 5:6 gegen den ESV Kaufbeuren kassieren die Bietigheimer ihre fünfte Niederlage in Serie.

Nur schwer zu stoppen: Kaufbeurens Sami Blomqvist (links), hier im Duell mit Bietigheims Benjamin Zientek, trifft erneut auf seinen Lieblingsgegner.Foto: Baumann
Nur schwer zu stoppen: Kaufbeurens Sami Blomqvist (links), hier im Duell mit Bietigheims Benjamin Zientek, trifft erneut auf seinen Lieblingsgegner. Foto: Baumann

Bietigheim-Bissingen. Die letzten zehn Minuten des Spiels wirkte es, als sei der Partie der Stecker gezogen. Die Bietigheim Steelers hatten am ernüchternden 5:6-Treffer in Mitten einer eigenen Drangphase zu knabbern. Die Gäste des ESV Kaufbeuren verwalteten geschickt die Führung. Dann überschlugen sich allerdings die Ereignisse. ESV-Angreifer Joseph Lewis verfehlte aus kurzer Distanz das leere Bietigheimer Tor, das Keeper Stephon Williams bereits zugunsten eines weiteren Angreifers verlassen hatte. Auf der Gegenseite bekam Lukas Laub die große Möglichkeit, das zu rächen. Doch fünf Sekunden vor der Schlusssirene brachte er den Puck nicht an Keeper Stefan Vajs vorbei. Es war das Ende einer dramatischen Partie in der Deutschen Eishockeyliga 2, die der ESV Kaufbeuren mit 6:5 gewann.

Gerade einmal 51 Sekunden waren vergangen, da jubelten die Steelers-Fans das erste Mal. Laub traf aus spitzem Winkel per Rückhandschuss zum 1:0. Die Bietigheimer agierten souverän und konzentriert. In der Defensive zeigte sich Keeper Cody Brenner zunächst sehr sicher. Anders als sein Gegenüber. Kaufbeurens Schlussmann Vajs ließ einen harmlosen Abschluss von Eric Stephan abprallen – direkt vor die Schlittschuhe von Giullaume Leclerc, der zum 2:0 abstaubte (5. Minute).

Doch all die Selbstsicherheit der Steelers war dahin, nachdem Lewis einen Schuss von Julian Eichinger zum Anschlusstreffer ins Tor abfälschte (14.). Nur zwei Minuten später ließen die Grün-Weißen den Topscorer des ESV, Sami Blomqvist, völlig alleine vor dem eigenen Tor stehen. Blomqvist bedankte sich auf seine Weise und drückte die Scheibe aus der Drehung ins Netz. Beinahe hätte für die Steelers Benjamin Zientek in Überzahl die erneute Führung erzielt, doch drei Sekunden vor Drittelende scheiterte er aus aussichtsreicher Position an Vajs.

Es blieb das vorerst letzte Ausrufezeichen der Steelers-Offensive. Im zweiten Spielabschnitt wirkten die Ellentäler ideenlos. Hinzu kamen enorme Lücken in der Defensive. Erneut Blomqvist nutzte den Freiraum bei ESV-Überzahl zum 3:2 (28.). Nur drei Minuten später hatte der 29-jährige Finne erneut zu viel Raum. An Brenner vorbei schob er die Scheibe zu seinem dritten Treffer. Zwei Minuten später bekam Brenner wieder seinen Arm an den Puck, konnte ihn aber nach einem Schuss von Daniel Oppolzer nicht am Überqueren der Torlinie hindern.

Was folgte, war ein erstes Pfeifkonzert der bis dahin geduldigen Steelers-Fans. Auch Trainer Marc St. Jean reagierte und nahm den glücklosen Brenner für Williams vom Eis. Doch war es nicht nur die Defensive, die Anlass zur Sorge bereitete. Offensiv lief im zweiten Drittel kaum etwas zusammen. „Wir wollen euch kämpfen sehen“, tönte es daraufhin aus dem Bietigheimer Fanblock.

Preibischs Solo weckt die Arena auf

Womöglich angestachelt davon fasste sich Alexander Preibisch ein Herz und bewies, weshalb er sich den Spitznamen „Speedy“ erarbeitet hat. Der 27-Jährige schnappte sich die Scheibe in der eigenen Hälfte, spurtete nach vorne und überrumpelte die ESV-Abwehr. Auch vor dem Tor blieb Preibisch sicher und weckte mit dem 3:5 die Halle auf. Nachdem die Bietigheimer kurz davor gewesen waren, neben der frühen Führung auch Teile des großen Kredits bei den eigenen Fans zu verspielen, kämpften sie sich nun wieder zurück in die Partie – wenngleich spielerisch nicht alles gelang. Norman Hauner glückte dennoch der Anschluss (45.), ehe Leclerc zum umjubelten Ausgleich einnetzte (47.).

Mitten in die grün-weiße Feierstimmung unter den 2443 Zuschauern in der Ege Trans-Arena entwickelte sich Branden Gracel zum Partycrasher. Der ESV-Angreifer versenkte die Scheibe aus spitzem Winkel. Da auch Laub und Lewis ihre Chancen nicht nutzten, blieb es folglich beim 6:5-Auswärtssieg für die Allgäuer.

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