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Personal

Der VfB auf dem Weg zur Neuausrichtung

Nach dem Rücktritt von Präsident Wolfgang Dietrich stellt sich die Frage: Wie geht es personell weiter beim VfB Stuttgart? Mögliche Kandidaten für einen Posten beim Fußball-Zweitligisten gibt es genug.

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Stuttgart. Von Aufbruchstimmung war beim VfB Stuttgart bisher keine Spur. Die schlechteste Fußballsaison in der Vereinsgeschichte endete mit dem Abstieg aus der Bundesliga. Und abseits des Rasens waren die Anhänger des Traditionsvereins gespalten in Gegner und Befürworter einer Abwahl des mittlerweile zurückgetretenen Präsidenten Wolfgang Dietrich.

Nun, mit dem Abgang des umstrittenen Clubchefs, ist der Weg frei für einen Stimmungswandel. Denn es werden bei den Schwaben einige neue Gesichter gesucht. „Der Vereinsbeirat wird kurzfristig entsprechend seiner satzungsgemäßen Aufgaben zusammentreten, um eine kommissarische Besetzung des Präsidiums bis zur nächsten Mitgliederversammlung herbeizuführen“, heißt es in der VfB-Mitteilung. Da Vizepräsident Bernd Gaiser als einziges Präsidiumsmitglied übrig ist, dürfte er den Club zunächst führen. Weil die Abstimmung nicht funktionierte, konnte auch kein Nachfolger für Thomas Hitzlsperger gewählt werden, der im Februar vom Präsidium auf den Posten des Sportvorstandes gewechselt hatte. Rainer Mutschler und Werner Grass hätten zur Wahl gestanden. Wann die nächste Mitgliederversammlung stattfindet, ist noch unklar. Dabei ist Eile geboten, denn die Satzung des VfB fordert mindestens zwei Präsidiumsmitglieder.

Klinsmann seit Monaten ein Thema

Bereits seit November vergangenen Jahres ist Jürgen Klinsmann ein Thema beim VfB Stuttgart. Der 54-Jährige lebt in den USA und betonte, dass er auf absehbare Zeit nach Deutschland zurückkehren wolle. Der ehemalige Spieler des VfB würde alles mitbringen, was von einem Präsidenten erwartet wird. Er hat unbestritten fußballerischen Sachverstand, ist bei den Fans beliebt und wortgewandt. „Der VfB müsste auf Jürgen Klinsmann zugehen“, sagte sein Berater Roland Eitel gestern auf Anfrage. Einige Anhänger könnten sich auch Cem Özdemir als neuen VfB-Chef vorstellen. Der Grünen-Politiker begrüßt den Rücktritt Dietrichs. „Ich bin erleichtert, dass Wolfgang Dietrich den Weg frei gemacht hat, damit der VfB in Zukunft raus aus den Negativschlagzeilen kommt“, sagte der 53-Jährige dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) gestern. „Als Präsidentin oder Präsident wünsche ich mir eine Person, hinter der sich die VfB-Familie versammeln kann, die den Verein eint, statt spaltet. Zusätzlich wünsche ich mir an der Spitze mehr Sportkompetenz und die Einbindung verdienter Spieler.“ Auch diese Umschreibung würde auf Klinsmann passen.

Özdemir war am Sonntag im Stuttgarter Stadion vor Ort, als die Mitgliederversammlung des VfB wegen einer technischen Panne abgebrochen wurde. Einige Anhänger der Schwaben fordern im Internet ihn als Dietrichs Nachfolger. „Das Vertrauen der Fans ehrt mich. Aber hier geht es gerade nicht um einzelne Namen, sondern darum, was für den VfB am besten ist“, sagte der gebürtige Schwabe.

Rainer Adrion brachte sich durch seine emotionale Rede auf der Mitgliederversammlung ins Gespräch. Mit seiner fundierten Kritik an der Vereinsführung machte er einen guten Eindruck bei den versammelten Mitgliedern.

Adrion will sein Wissen einbringen

Der 65-jährige Remsecker könnte sich ein Engagement beim VfB vorstellen, aber nicht als Präsident. „Wenn überhaupt würde ich mich in der AG sehen“, sagte Adrion gestern. Das würde bedeuten: Entweder als Vorstandsvorsitzender (wird derzeit ebenfalls gesucht) oder im Aufsichtsrat. „Ich würde gerne mein Wissen aus der Vergangenheit für ein schlüssiges Konzept einbringen.“ Adrion war lange Jahre Trainer der zweiten VfB-Mannschaft und Coach der U 21-Nationalmannschaft. Als Co-Trainer von Joachim Löw gewann er 1997 mit dem VfB den DFB-Pokal.

Gesprochen habe er bisher offiziell noch mit keinem VfB-Funktionär. „Am besten wäre es, wenn jemand vom VfB auf mich zukommt und nach meiner Meinung fragt. Dann könnte man darüber diskutieren.“ Die Bereitschaft wäre vorhanden: „Die nötige Zeit ist da und der VfB reizt immer.“

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