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Fußball-Oberliga
SGV Freiberg mit Start zufrieden, Waldhof Mannheim bleibt ein Thema für Sportchef Christian Werner

Christian Werner. Foto: Baumann
Christian Werner. Foto: Baumann
Mit zwei Siegen und ohne Verletzungen ist der SGV Freiberg erfolgreich in die Vorbereitung auf die erste Saison in der Fußball-Regionalliga gestartet. Sportchef Christian Werner will noch mehrere Spieler verpflichten und danach den Club möglicherweise verlassen.

Freiberg. Seit einer Woche trainiert der SGV Freiberg und hat in der Vorbereitung auf die erste Regionalliga-Saison der Vereinsgeschichte nun auch die ersten Testspiele absolviert. Vergangenen Sonntag siegten die Freiberger Fußballer mit 2:0 gegen den 2018 wieder ins Leben gerufenen Traditionsverein und Landesliga-Aufsteiger VfR Heilbronn. Am Mittwochabend schlug der SGV in Mönsheim das Oberliga-Spitzenteam 1.CfR Pforzheim mit 3:2 – siegreich, aber keineswegs standesgemäß. Doch für Trainer Ramon Gehrmann spielt das noch keine Rolle. „Mir geht es nur um die Abläufe. Wir müssen bei uns noch gar nicht auf die Ergebnisse schauen, weil wir die Hälfte der Mannschaft ausgetauscht haben.“ Wichtig sei, dass trotz hoher Belastung bisher die Verletzungen ausgeblieben sind.

Werner denkt über Abschied nach

Wie berichtet haben die Freiberger ihre Mannschaft stark verjüngt. Dadurch ging allerdings auch Qualität verloren. Vor allem durch das Karriereende von Kapitän Marco Grüttner, der jetzt nur noch als Sportlicher Leiter im Team von Sportchef Christian Werner agiert. „Das ist nichts, was uns von heute auf morgen trifft. Andere Spieler müssen jetzt mehr Verantwortung übernehmen. Unter anderem ist Marco Kehl-Gomez bereits im Winter deshalb zu uns gekommen“, erklärt Werner, der dennoch nachlegen will. „Wir suchen noch zwei oder drei Qualitätsspieler, die uns direkt weiterhelfen.“ Vor allem in der Innenverteidigung gibt es Bedarf, aber auch in der Offensive.

Risiko-Heimspiele in Nöttingen

Sind alle Hausaufgaben erledigt, steht womöglich Werners Abschied bevor. Seit Wochen ist der 41-Jährige als Chefscout beim Drittligisten Waldhof Mannheim im Gespräch. „Ich habe einigen Vereinen abgesagt. Ich habe mit Mannheims Sportchef Tim Schork ein sehr gutes Verhältnis. Wenn ich gehe, dann zu Waldhof“, sagte Werner. „Priorität hat jetzt aber die Kaderzusammenstellung und danach sehen wir, wohin die Reise geht.“ Womöglich kommt es aber auch zu einer Doppelbeschäftigung. Zumindest sagt Coach Gehrmann: „Egal was er macht, ich glaube nicht, dass er dem Verein komplett den Rücken kehren wird.“

Es bleibt also fraglich, ob Werner zum Saisonauftakt am 6. August gegen den VfR Aalen noch im Amt sein wird. Fest steht allerdings, dass die Partie in Nöttingen stattfindet. Weil das Stadion in Freiberg nicht die Anforderungen erfüllt und mit Großaspach und Heilbronn keine Einigung erzielt wurde, werden laut Werner alle Risiko-Heimspiele nun in dem etwa 70 Kilometer von Freiberg entfernten Ort im Enzkreis ausgetragen. Gehrmann hat damit kein Problem. „Der letzte Eindruck, den wir von Nöttingen haben, ist ein positiver. Jeder wird gerne zurückkehren. Das erste Spiel in der Regionalliga ist etwas Besonderes und da werden unsere wenigen, aber treuen Fans auch bereit sein, etwas länger zu fahren.“ Am letzten Spieltag der vergangenen Saison sicherten sich die Freiberger in einem dramatischen Spiel gegen den FC Nöttingen durch Marcel Söklers Treffer zum 2:1 in der Nachspielzeit die Meisterschaft und den Aufstieg.