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Fußball-Oberliga

Teufelskerl Sven Burkhardt rettet SGV Freiberg einen Punkt beim 1. CfR Pforzheim und geht

Die Siegesserie von Chefcoach Ramon Gehrmann ist gerissen: In der Fußball-Oberliga patzte der SGV Freiberg nach zwei Siegen beim 1:1 (1:1) gegen den 1. CfR Pforzheim.

Bedrängt von zwei Pforzheimern: Freibergs Marco Kehl-Gomez gegen Maurizio Macorig und Denis Gudzevic (rechts). Foto: Baumann
Bedrängt von zwei Pforzheimern: Freibergs Marco Kehl-Gomez gegen Maurizio Macorig und Denis Gudzevic (rechts). Foto: Baumann

Freiberg. Es war vielleicht die Szene des Spiels: Voller Wut trat Mario Kehl-Gomez kurz vor der Halbzeit zweimal in bester Klinsmann-Werbetonnen-Manier gegen den Torpfosten, nachdem er wieder eine Großchance versiebt hatte. Der Titelaspirant schaffte das erlösende Siegtor nicht, verlor weitere zwei Punkte auf den erneut siegreichen Spitzenreiter Stuttgarter Kickers. „Am Ende müssen wir sogar noch über den Punkt froh sein“, meinte Ramon Gehrmann hinterher. Bedanken durfte sich der SGV einmal mehr bei seinem Teufelskerl Sven Burkhardt im Tor, der gleich mehrfach mit Großtaten rettete – und nach dem Spiel seinen Abschied verkündete: „Der SGV will hier nächste Saison auf Profibetrieb umstellen, das kann ich beruflich nicht, darum werde ich Freiberg im Sommer verlassen.“

Kickers-Fans feiern SGV-Punktverlust

Über die Darbietungen seiner dezimierten Schützlinge in der ersten Spielhälfte war Gehrmann teilweise noch zufrieden, teilweise aber ganz und gar nicht. Etwa über das Defensivverhalten beim Gegentor durch Salavatore Catanzano in der 27. Minute, Marke Aus-heiterem-Himmel. „Ohne dass der Gegner eine einzige Abwehraktion überwinden hätte müssen, haben wir das Tor zugelassen“, ärgerte sich Gehrmann. Der überragende Christian Mauersberger egalisierte immerhin kurz darauf per Kopfball, ehe es in die Halbzeitpause ging.

Den Kopf verloren

Im zweiten Durchgang hatte plötzlich der Gast aus der Goldstadt gute Offensivaktionen, doch Oldie Burkhardt zeigte erneut seine Klasse. „In der zweiten Halbzeit haben wir den Kopf verloren“, konstatierte Gehrmann. Die Freiberger kamen ohne Dominanz und Spielkontrolle dennoch zu vielen Topchancen: Marco Grüttner, Kehl-Gomez, Mauersberger, Hakan Kutlu und Konstantinos Markopoulos vergaben jedoch allesamt. Auf der anderen Seite ließ sich der Ligakrösus gleich mehrfach von den Pforzheimern überspielen und düpieren, einzig Burkhardt hielt dem SGV den einen Zähler fest. In Freiberg wollen sie möglichst als Regionalligist im Sommer auf noch professionellere Struktur umstellen. Jetzt stehen sie mit drei Punkten Rückstand auf die Kickers bei schrumpfendem Vorteil in der Tordifferenz auf den Rivalen ohne Stammtorhüter da.

In Stuttgart feierte unterdessen die Kickers-Fangruppierung „1:0 Kurtenbach“ nach dem 4:1-Heimsieg gegen den TSV Ilshofen in einer spontanen Feier den SGV-Punktverlust. Das Rennen um den Direktaufstieg will Ramon Gehrmann jedoch trotz des enttäuschenden Heim-Unentschiedens gegen die Pforzheimer noch nicht aufgeben: „Zur Relegation lassen wir uns noch nicht gratulieren, das nehmen wir so noch nicht an.“

SGV: Burkhardt – Thermann (62. Zinram), Hoffmann, Velagic, Hofrath – Mauersberger, Mistl (87. Markopoulos), Ikpide, Kehl-Gomez – Grüttner (68. Sökler), Kutlu (59. Berisha).

Tore: 0:1 Catanzano (27.), 1:1 Mauersberger (37.). – Schiedsrichter: Philipp Schlegel. – Zuschauer: 200.

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