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Nach Aufstieg in die 2. Bundesliga
Eine neue Herausforderung für die Handballerinnen der SG Schozach-Bottwartal

Neuzugang Carlotta Hees (links) beim Testspiel gegen den SSV Dornbirn Schoren. Foto; Baumann
Neuzugang Carlotta Hees (links) beim Testspiel gegen den SSV Dornbirn Schoren. Foto; Baumann
Bietigheim, Möglingen oder Freiburg waren die Ziele in der vergangenen Saison für die Handballerinnen der SG Schozach-Bottwartal. In diesem Jahr geht die Reise nach Bremen oder Berlin. Denn die Mannschaft ist in der abgelaufenen Saison in Liga 2 aufgestiegen. Viel hat sich zur kommenden Spielzeit geändert.

Beilstein. Gute Laune beim Handballtraining der SG Schozach-Bottwartal in der Langhanshalle in Beilstein: Während Trainer Rouven Korreik den Rückraumspielrinnen Feinheiten erklärt, singt Sina Klenk auf Rechtsaußen vor sich hin. Nach einer gelungenen Aktion der Abwehr wird am Kreis als Jubel ein wenig getanzt. „Wir dürfen nie den Spaß verlieren“, sagt Kapitänin Elena Fabritz. Die Euphorie über den Aufstieg ist noch immer zu spüren.

Nach dem 29:24-Sieg gegen den SV Allensbach stand es Ende Mai fest: Die SG spielt in der kommenden Saison zweitklassig. Die Spielgemeinschaft wurde 2015 ins Leben gerufen und kletterte rasant durch die Ligen. 2016 noch in der Württemberg Liga, wo die Männer heute spielen, folgte zwei Jahre später der Aufstieg in die vierte Liga. 2019 gelang dem Zusammenschluss aus Abstatt, Beilstein, Gronau, Schozach und Untergruppenbach der direkte Durchmarsch in Liga drei.

Die Vorbereitung auf die zweite Liga läuft schon seit Juli. „Das wird eine komplette Herausforderung“, sagt Denise Geier, Abteilungsleiterin der Frauen und selbst jahrelang Spielerin bei der SG und dem TV Möglingen. Mit Julia Bauer (Nürtingen), Julia Schraml (Waiblingen) und Carlotta Hees (Bietigheim II) hat sich die Mannschaft im Rückraum und am Kreis verstärkt. Allerdings musste das Team die ein oder andere Personalie abgeben, allen voran Svenja Kaufmann, die ihre Karriere nach drei Jahren im Verein beendet hat. Geier sieht die Stärke der Mannschaft klar im Tor. „Wir haben mit das beste Torhütergespann der Liga“, ist die Ex-Spielerin überzeugt. Torfrau Rena Keller bestätigte diese Prognose beim Vorbereitungsturnier in Waiblingen, als sie zur besten Hüterin des Turniers ausgezeichnet wurde.

Trainer sieht Stärke im Team selbst

Neu besetzt ist auch die Trainerbank. Rouven Korreik übernimmt den Posten als Coach von Aufstiegstrainer Hans Christensen und nimmt sich der Aufgabe 2. Liga an. Er sieht die Stärke der Mannschaft in der Ausgeglichenheit und dem Team als solches. „Wir sind im Stande, jede Position gut zu füllen und sind taktisch flexibel.“ Aber natürlich ist nicht alles perfekt im Bottwartal. Korreik bemängelt die Kaderbreite. 12 Feldspielerinnen seien zu wenig, aber: „Die Tür für die Jugend steht offen“, sagt der Trainer. Spielführerin Fabritz sieht die fehlende Erfahrung als größte Schwachstelle. „Wir haben wenige, die auf dem Niveau schon gespielt haben“, meint die 26-jährige.

Auch neu sind die Gegner und Reiseziele der SG. Statt einer Fahrtzeit von maximal drei Stunden stehen jetzt Tagesausflüge bis nach Bremen oder Berlin an. Das zu stemmen ist eine Mammutaufgabe für den kleinen Verein. „Wir arbeiten mit einem Busunternehmen zusammen und fahren dann immer schon morgens los“, erklärt Geier. Für die Spielerinnen sind die weiten Wege ein zweischneidiges Schwert. „Ich glaube, die Busfahrten werden hart. Die Rückfahrt könnte aber angenehm werden“, scherzt Fabritz. Wie die Stimmung auf der Heimreise wird, komme aber immer aufs Ergebnis an.

Abstiegskampf wohl unvermeidbar

Bei der Zielsetzung für die Saison sind sich alle einig: Klassenerhalt! Zum Thema Abstieg meint Abteilungsleiterin Denise Geier: „Die Befürchtung ist natürlich da, aber niemand will es aussprechen. Kanonenfutter sind wir auf keinen Fall.“ Für Trainer Korreik ist die Platzierung erstmal zweitrangig: „Wenn Mentalität, Teambuilding und Spielidee gut sind, kommt auch ein gutes Ergebnis dabei raus. Wenn das der Klassenerhalt ist, sind alle zufrieden“, zieht der 46-jährige als Fazit.

Die Testspiele gestalteten sich bisher erfolgreich, unter anderem gegen den österreichischen Erstligisten aus Dornbirn. Die Mannschaft zeigte sich stark beim 41:24 Sieg, erzählt der Coach. Für das nächste Testspiel gegen die Waiblingen Tigers fordert er „mehr Fokus auf die Spielstruktur und die zweite Welle“. Das Spiel gegen den Bundesligaaufsteiger findet am Donnerstagabend um 20.45 Uhr in der Langhanshalle in Beilstein statt.