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2. Handball-Bundesliga
„Größte Enttäuschung meiner Trainerkarriere“: Iker Romero wütet nach 32:34 der SG BBM Bietigheim gegen Ferndorf

Die Ferndorfer Mattis Michel (l.) und Lukas Siegler (r.) bringen Dominik Claus zu Fall. Foto: Baumann
Die Ferndorfer Mattis Michel (l.) und Lukas Siegler (r.) bringen Dominik Claus zu Fall. Foto: Baumann
Der Trainer der SG BBM Bietigheim geht nach der 32:34-Heimniederlage der SG BBM Bietigheim gegen Schlusslicht TuS Ferndorf hart mit dem Handball-Zweitligisten ins Gericht.

Bietigheim-Bissingen. Details wollte Rückraumspieler Jonas Link nicht nennen, wie laut es in der Kabine der SG BBM Bietigheim nach Spielende geworden war. Doch das Fazit des ohnehin emotionalen Trainers Iker Romero gegenüber der Presse ließ tief blicken: „Das ist die größte Enttäuschung meiner Trainerkarriere“, sagte der einstige Weltklasse-Handballer nach der 32:34-Heimniederlage seiner SG gegen Tabellenschlusslicht TuS Ferndorf gestern in der Viadukthalle. „So in die Richtung ging es auch in der Kabine“, sagte Link, angesprochen auf Romeros Ansprache. „Das war eine super bittere Niederlage.“

Dabei hatte sich die SG viel vorgenommen. Erstmals in dieser Saison sollte der dritte Sieg in Serie gelingen. Endlich raus aus dem Mittelfeld, so das Ziel der Bietigheimer. Doch 480 Zuschauer in der Viadukthalle sahen, wie die SG BBM kaum Schwung aus dem 35:31-Auswärtssieg beim VfL Lübeck-Schwartau vergangene Woche genommen hatte. Zu ungenau zeigten sich die Blau-Weißen im Angriff, zu viel ließen sie in der Abwehr zu. Nutznießer waren die Gäste, deren erste vier Angriffe beinahe ohne Gegenwehr zum 4:2 im Bietigheimer Tor landeten.

Erst danach bekam Keeper Konstantin Poltrum mehr Unterstützung von seinen SG-Mitspielern. Die Folge waren mehrere starke Paraden des 27-Jährigen. Auf der anderen Seite zeigte sich auch der Angriff durchschlagskräftiger. Mehrfach hatte Bietigheim bei Gleichstand die Möglichkeit, die Partie zu drehen. Am nächsten kam dem Dominik Claus, scheiterte aber am Innenpfosten. So nahmen die Gäste ein 13:12 mit in die Pause.

Besserung nach der Auszeit

Nach dieser zog Ferndorf noch weiter davon. Beim Stand von 18:22 nahm Romero 20 Minuten vor Spielende eine Auszeit und redete noch einmal wild gestikulierend auf seine Mannschaft ein. Das zeigte auch Wirkung. Endlich gelangen den Ellentälern Stopps in der Verteidigung. Jonathan Fischer verkürzte so auf 26:27. Das Spiel wurde jedoch immer mehr zum Scheibenschießen. Auf jedes Tor der Bietigheimer fanden die Gäste die passende Antwort. „Man hat die letzten 20 Minuten darauf gewartet, dass wir in Führung gehen, dann kamen aber immer individuelle Fehler, die uns aus dem Tritt gebracht haben“, haderte Link.

Extrem routiniert spielte dagegen das Schlusslicht. Lukas Siegler und Kim Voss-Fels tanzten die SG-ler mehrfach aus. „Wir waren in der Abwehr nicht da“, monierte Romero: „Wir können zuhause nicht mit über 30 eigenen Toren verlieren.“

Zudem hatten die Gäste das Glück auf ihrer Seite. So auch beim 31:29, als zunächst Poltrum hervorragend hielt, dann aber Simon Strakeljahn den Abpraller versenkte. Von Pech wollte Romero aber überhaupt nichts wissen. „Nein“, sagte er entschlossen. „Wenn du 34 Tore kriegst, kannst du nicht von Pech reden.“

Romero will von Pech nichts wissen

Einziger Lichtblick des Abends war wohl der Bietigheimer Angriff. Doch so gut der Ball zwischenzeitlich lief, so erbarmungslos rann auch die Zeit davon. Spätestens mit einem Wurf von Link, der von TuS-Torhüter Tim-Dominik Hottgenroth über Pfosten und Latte zurück ins Feld sprang, war die Partie entschieden.

Der Ernüchterung auf der einen stand grenzenloser Jubel auf der anderen Seite gegenüber. Julian Schneider sackte nach dem ersten Auswärtssieg seines Teams vor Erleichterung auf den Boden, der Rest der Ferndorfer sprang singend in einer Jubeltraube durch die Viadukthalle.

SG: Poltrum, Lehmann – Claus (7), Schäfer (6), Weßeling (6/2 Siebenmeter), Fischer (3), Vlahovic (3), Dahlhaus (2), de la Pena (2), Barthe (2), Link (1), Öhler, Pfeifer.