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Handball

Lemgo lässt Bietigheim alt aussehen

Mit dem Ziel des dritten Auswärtssieges in Folge war die SG BBM Bietigheim zum TBV Lemgo-Lippe gereist. Mit einer deftigen 40:27 (21:13)-Schlappe kehrte der Bundesligaaufsteiger zurück und bleibt damit Vorletzter in der Tabelle.

Der Bietigheimer Jonathan Fischer (links) kann sich nur selten gegen Lemgos Abwehrt mit Fabian van Olphen und Donat Bartok (rechts) durchsetzen. Foto: Eibner
Der Bietigheimer Jonathan Fischer (links) kann sich nur selten gegen Lemgos Abwehrt mit Fabian van Olphen und Donat Bartok (rechts) durchsetzen. Foto: Eibner

Bietigheim-Bissingen. Die Handballer der SG BBM waren gestern meilenweit von den guten Vorstellungen der letzten Wochen entfernt. Das hatte auch mit den personellen Problemen zu tun. Teamkapitän Patrick Rentschler musste wegen einer Oberschenkelblessur zu Hause bleiben. Sein Fehlen machte sich vor allem in der Abwehr bemerkbar, die keinen Zugriff auf Lemgos Rückraum fand. Oberschenkelprobleme plagten auch Jonas Link. Der Spielmacher biss auf die Zähne, konnte aber nicht die gewohnten Impulse setzen und wurde in der zweiten Halbzeit geschont.

Schon nach 15 Minuten hatte Trainer Ralf Bader Domenico Ebner auf die Bank beordert. Der bisher überragende Torhüter brachte keine Hand an den Ball. Das lag an der BBM-Abwehr, die Lemgos Rückraum ungestört werfen ließ, aber auch an den starken Abschlüssen des TBV. Rechtsaußen Tim Hornke, mit 16 Toren, darunter acht Siebenmetern, der „Mann des Tages“, lobte sein Team. „Wir hatten nach seinen tollen Leistungen Respekt vor Ebner und uns deshalb vorgenommen, unsere Chancen sicher zu verwerten.“

Trotz aller Probleme konnte die SG eine Viertelstunde lang mithalten und lag nur 9:8 zurück. Danach ging es aber rasant bergab. Eine Serie von BBM-Ballverlusten nutzte Lemgo eiskalt aus. Innerhalb von sieben Minuten zog das Team von Weltmeister Florian Kehrmann mit schnellen Kontern auf 16:9 davon. Ralf Bader versuchte die Talfahrt mit einer Auszeit zu stoppen. Erfolg hatte er damit nicht. Dem Angriff fehlten Ideen und Durchschlagkraft. Ganz im Gegensatz zur TBV-Offensive, die auf 19:10 erhöhte.

Beim Wechsel stand es 21:13 und wer gehofft hatte, dass die Enzstädter eine Aufholjagd starten, wurde enttäuscht. Lemgo gab weiterhin Vollgas und legte bis zur 38. Minute eine 28:15-Führung vor. Damit war die Entscheidung gefallen. Die Gastgeber schalteten einen Gang zurück und wechselten durch.

Bietigheim kam danach etwas besser ins Spiel. Valentin Schmidt erzielte an seiner alten Wirkungsstätte mit überraschenden Würfen schöne Tore, auch Max Emanuel zeigte sich treffsicher. Torhüter Jürgen Müller sorgte mit guten Paraden dafür, dass die SG nicht noch mehr als 40 Gegentore schlucken musste.

„Das war ein richtig gebrauchter Tag“, ärgerte sich Ralf Bader nach der Partie, „wir haben unerklärliche viele Bälle hergegeben.“ Darüber wird er mit der Mannschaft sprechen, ein großes Thema soll daraus aber nicht werden. „Wir haben keine Zeit dafür, sondern müssen uns ab sofort auf die nächste schwere Aufgabe konzentrieren.“ Am Donnerstag kommt der HC Erlangen nach Bietigheim. Gegen die Franken, die zwei Punkte vor der SG liegen, geht es um zwei ganz wichtige Zähler für den Klassenerhalt.

SG BBM: Ebner, Müller; Haller (3), Vlahovic, Claus, Schäfer (4/2), Schmidt (4), Oehler (2), Rönningen (1), Link, Asmuth, Döll (1), Weber (4), Emanuel (6), Marcec (1), Fischer (1). (joh)