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„Normales Spiel“ statt emotionaler Rückkehr

Bei Amelie Berger weckt die Partie bei Bayer Leverkusen nicht mehr so besondere Gefühle wie noch bei ihrer letzten Rückkehr mit der SG BBM Bietigheim.

Nationalspielerin Amelie Berger trifft heute auf ihren ehemaligen Arbeitgeber. Foto: Baumann
Nationalspielerin Amelie Berger trifft heute auf ihren ehemaligen Arbeitgeber. Foto: Baumann

Bietigheim-Bissingen. Im letzten Bundesligaspiel vor der EM-Pause gastiert die SG BBM Bietigheim heute (19.30 Uhr) bei Bayer Leverkusen.

In der zurückliegenden Saison weckte das Gastspiel unterm Bayer-Kreuz bei Amelie Berger noch besondere Emotionen. Im Sommer 2019 war sie von den „Werkselfen“ zur SG gewechselt, freute sich auf viele bekannte Gesichter unter den Zuschauern. „Das ist wegen Corona jetzt nicht der Fall und es ist für mich ein ganz normales Spiel“, sagt die 21-jährige Flügelflitzerin.

Bietigheim (15:3 Punkte) ist in Leverkusen (8:8) Favorit. Am Montag überraschte Bayer mit der Meldung, dass Coach Michael Biegler, der zuvor die deutschen Frauen betreute, zurückgetreten ist. „Ein Trainerwechsel kann viel auslösen, in welche Richtung auch immer“, weiß Amelie Berger, „ich bin echt gespannt, wie die Mannschaft auftreten wird.“

Vergleiche mit erfolgreichem Kinofilm

Den erfolgreichen Kinofilm „Die fabelhafte Welt der Amélie“ hat sie natürlich gesehen. „Er passt ein bisschen zu mir“, so Bergers Eindruck. Ganz so fabelhaft ist ihre Handballwelt aktuell nicht. „Bei uns geht es auf und ab. Mal läuft alles, dann verschlafen wir wieder den Start oder geben erst am Ende richtig Gas. Wir haben die Konstanz noch nicht gefunden.“

Den Platz auf Rechtsaußen teilt sich Amelie Berger mit der Dänin Trine Østergaard. „Wir bilden ein starkes Gespann und haben bisher eine gute Trefferquote“, freut sich die Linkshänderin. „Bei der Vielzahl von Spielen kommt jede von uns auf ihre Einsatzzeiten, erhält aber auch Pausen. Da müssen einige Spielerinnen auf anderen Positionen viel mehr auf die Zähne beißen.“

Neben der sportlichen Karriere treibt die gebürtige Tübingerin auch ihr Psychologiestudium voran. Der besondere Reiz: „Die Psychologie wird immer mehr ein zentraler Baustein für Leistungssportler, wenn es um die mentale Stärke geht.“ Ihre handballerischen Stärken sieht sie vor allem beim Tempogegenstoß und den Wurfvarianten. „Verbessern muss ich mich beim Antizipieren in der Abwehr“, räumt die 26-fache Nationalspielerin ein.

Vor Jahresfrist stand Amelie Berger bei der WM in Japan am längsten von allen deutschen Feldspielerinnen auf dem Parkett. Daran möchte die Bietigheimerin bei der im Dezember geplanten EM anknüpfen, auch wenn sie zwiespältige Gefühle hegt. „Man hat bei der Männer-Nationalmannschaft gesehen, dass trotz vieler Tests und einem super Hygienekonzept immer etwas passieren kann. Aber wenn es die EM gibt, will ich auch dabei sein.“

Falls nicht, freut sich zumindest ihr Hund Balu. Mit dem jungen Australian Shepherd, den sie seit drei Wochen besitzt, wurde Amelie Bergers Welt ein Stück weit fabelhafter.

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