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Spielort Bietigheim

Organisatoren erwarten eine volle Arena

Bereits vor Beginn der Weltmeisterschaft sind etliche Tickets verkauft worden – Große Nachfrage in den skandinavischen Ländern

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Hans Artschwager vom Württembergischen Handballverband zeigt auf die ersten Umbaumaßnahmen in der Ege Trans-Arena. Foto: Baumann

Bietigheim-Bissingen. Am Freitag startet die Heim-WM der Handballfrauen in Deutschland, bei der Bietigheim-Bissingen einer von sechs Austragungsorten ist. Bei der Pressekonferenz in der Ege Trans-Arena, der Spielstätte der Gruppe B, zeigten sich die Verantwortlichen um Hans Artschwager, Präsident vom Handballverband Württemberg, und Jürgen Kessing, Oberbürgermeister von Bietigheim-Bissingen, voller Vorfreude auf das anstehende Sportereignis.

In der Arena wurden bereits die ersten Vorbereitungen getroffen: Ein riesiges Banner mit der Aufschrift „Willkommen“ wurde während der Pressekonferenz in der Ege Trans-Arena Richtung Hallendecke gezogen – obwohl am Abend noch Eishockeyspieler aufs Eis müssen. „Danach beginnt der Nachtumbau mit der Eisabdeckung und schließlich dem Verlegen des Hallenbodens“, kündigte Thilo Dittmann, Vorsitzender des Lokalen Organisationskommitees (LOK), an.

Alle Augen auf den Titelverteidiger

Seit eineinhalb Jahren bereitet das LOK die Heim-WM in Bietigheim vor. „Eine Frage war von Beginn an: Wie voll wird die Halle? Da haben wir ehrgeizig mit 2000 Zuschauern pro Spiel gerechnet, was wir bereits jetzt erreicht haben“, zeigte sich Rainer Kübler von den Stadtwerken Bietigheim-Bissingen über den Kartenvorverkauf erfreut. Das Spiel der Norweger am Samstagabend ist bereits jetzt mit 3400 Karten beinahe ausverkauft.

Am Freitag startet mit dem Spiel der deutschen Frauen gegen Kamerun in Leipzig die WM, bei der vom 2. bis 8. Dezember in der Ege Trans-Arena die Teams aus Norwegen, Schweden, Ungarn, Polen, Tschechien und Argentinien ums Weiterkommen kämpfen. Auch der ehemalige Frauen-Bundestrainer Ekke Hofmann schwärmte von der Atmosphäre, für die in Bietigheim besonders die Skandinavier sorgen sollen: „Die Schweden und Norweger werden absolut Stimmung machen“, kündigte Hofmann an.

Auch wegen Titelverteidiger Norwegen ist das Interesse an den Spielen in Bietigheim-Bissingen enorm. 160 Medienvertreter und 60 TV-Crews aus aller Welt haben sich bereits angekündigt. Zehn Prozent der Eintrittskarten gingen ins Ausland, alleine 550 davon nach Schweden. „Hotels sind seit Monaten ausgebucht“, bestätigte auch Oberbürgermeister Kessing das rege Interesse. Dennoch sieht er die Stadt gut gerüstet für den Ausnahmezustand, für den mit einem üppigen Rahmenprogramm vorgesorgt wurde: Ab Freitag, dem Tag des Eröffnungsspiels, können Handballfans die Fanzone in der Sporthalle am Viadukt besuchen. Diese hat an jedem weiteren Vorrundenspieltag von 16 bis 21 Uhr geöffnet und bietet den Besuchern neben dem Public Viewing auch Lightshows und Bands an. Hinzu kommt ein Rahmenprogramm, das eine 52-seitige Info-Broschüre füllt.

Nachwuchsförderung in Deutschland

„Da spürt man nichts von ‚sparen, sparen, Häusle bauen‘“, scherzte Hofmann, der 1997 mit den Frauen bei der Heim-WM Bronze holen konnte. Sportlich sieht er auch heute, 20 Jahre später, die deutschen Frauen weit vorne. „Ich rechne auch dieses Jahr mindestens mit dem Halbfinale“, gibt sich der 74-Jährige optimistisch. Vom gesamten Turnier erhofft sich der Handballverband ohnehin mehr als nur sportlichen Erfolg. „Es geht auch darum, durch die WM Mädchen für den Sport zu begeistern“, sagte Artschwager, der speziell auf den Grundschulaktionstag am 5. Dezember hinwies, bei dem 600 Schulen mit insgesamt 30 000 Schülerinnen und Schülern teilnehmen und „spielerisch an den Handballsport herangeführt werden“, so Artschwager. Zudem besteht noch ein Kontingent von rund 2000 Karten für Schulen, mit dem Schülerinnen und Schüler für fünf Euro ein WM-Spiel besuchen können. „Wann hat man schon die Möglichkeit, eine WM vor der eigenen Haustür zu erleben?“, fragte der euphorische Kessing hierzu.