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2. Handball-Bundesliga

SG Bietigheim muss dickes Brett bohren

Unter dem Christbaum der Bietigheimer Zweitliga-Handballer liegen zwei Pluspunkte. Die SG BBM bezwang am Mittwochabend die DJK Rimpar Wölfe nach harten Kampf mit 25:24.

Im Anflug: Dominik Claus (SG, links) gegen Michael Schulz.Foto: Baumann
Im Anflug: Dominik Claus (SG, links) gegen Michael Schulz. Foto: Baumann

Bietigheim-Bissingen. Die SG musste gegen Rimpar ein dickes Brett bohren. Schon nach wenigen Minuten war klar, weshalb die Gäste im Schnitt die wenigsten Gegentore der Liga kassieren. Mit einer enorm aggressiven Abwehr ließen die Mainfranken keinen Spielfluss zu. Auch Bietigheim interpretierte seine 6:0-Abwehr sehr offensiv und bekämpfte die Wölfe schon weit vor dem Tor. Da beide Angriffsreihen so nicht auf Touren kamen, blieben Tore zunächst Mangelware.

Die SG konnte sich aber auf Christian Schäfer verlassen. Der nach der Geburt seiner Tochter Pauline wieder ins Team zurückgekehrte Linkshänder war einmal mehr Bietigheims „Mister Zuverlässig“. Bis zum 7:5 in der 18. Minute hatte der Linkshänder bereits fünfmal getroffen. Insgesamt kam er am Ende auf neun Treffer, darunter fünf Siebenmeter und hatte nur einen einzigen Fehlwurf zu verzeichnen. Nach dem Spiel bedankte er sich bei seiner Frau Kira, in der er einen wesentlich Grund für seine starke Form sieht: „Natürlich ist es eine Umstellung, wenn ein Neugeborenes in die Familie kommt“, sagte der Rechtsaußen, „aber meine Frau unterstützt mich voll und weiß als ehemalige Handballerin, dass ich vor dem Spiel etwas Ruhe brauche. Das hat sich heute wieder ausgezahlt.“

Schäfer allein konnte es gegen Rimpar aber nicht richten. Es bedurfte auch einer Steigerung im Spielaufbau. Mitte der ersten Halbzeit verordnete Hannes Jón Jónsson seinem Rückraum etwas mehr Distanz zur Gästeabwehr. Dadurch konnten die BBM-Angriffe nicht schon im Ansatz von den Wölfen gestört werden.

Lautstark bejubelte die Bietigheimer Bank zwei der zuletzt vermissten Treffer von Tim Dahlhaus. Auch Nikola Vlahovic und Jonas Link netzten aus der Fernwurfzone ein und zur Pause lagen die Gastgeber beim 13:10 erstmals drei Tore vorn.

Die SG startete mit Vollgas in den zweiten Durchgang. Christian Schäfer und Paco Barthe erhöhten auf 15:10. Nach 45 Minuten lag das Viadukt-Team 22:18 vorn, leistete sich aber einige Ballverluste. Rimpar kam auf 22:21 heran und ließ sich nicht mehr abschütteln. In der 59. Minute schafften die Wölfe beim 24:24 den Ausgleich. Bietigheim blieb cool. Wie von Hannes Jón Jónsson zuvor mehrfach gefordert machte der SG-Rückraum das Spiel breit, schaffte so in der Mitte Platz für Jonas Link. Der stieg zehn Meter vor dem Tor hoch, nagelte die Harzkugel zum 25:24 in der Winkel des Gästetores.

Aber noch war eine Minute zu spielen und nach einer Zeitstrafe gegen Paco Barthe geriet die BBM-Abwehr in Unterzahl. Der Ausgleich lag in der Luft, doch die Schiedsrichter pfiffen den letzten Angriff Rimpars ab. Jónsson war happy: „Wir haben verdient gewonnen, standen vor allem in der Abwehr gut. Nur zehn Gegentore in der ersten Halbzeit, da kann ich nicht meckern.“

SG BBM: Lehmann, Edvardsson; Vlahovic (2), Rentschler (1), Claus (1), Öhler, Schäfer (9/5), de la Pena (1), M. Urban, Dahlhaus (3), Link (5), Asmuth, Barthe (3), Boschen, Marcec, Fischer.

Am Sonntag in Dessau

Bereits am Sonntag, 18.30 Uhr, muss Bietigheim beim Dessau-Roßlauer HV 06 antreten. Eine enorm schwere Aufgabe. Der Aufsteiger aus Sachsen-Anhalt führte noch Mitte November die Tabelle der 2. Bundesliga an. Danach kam man jedoch aus dem Tritt.

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