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Turnen

MTV als Mannschaft unschlagbar

Das Bundesligafinale der Turnerinnen und Turner in der Ludwigsburger MHP-Arena hielt, was es versprach: Erst mit dem letzten Duell des Abends sicherten sich die Männer des KTV Straubenhardt den siebten Meistertitel. Bei den Frauen triumphierte der MTV Stuttgart bereits zum elften Mal.

Das erfolgreiche Team des MTV Stuttgart mit der verletzten Tabea Alt (2. von rechts) triumphiert beim DTL-Finale zum elften Mal. Foto: Baumann
Das erfolgreiche Team des MTV Stuttgart mit der verletzten Tabea Alt (2. von rechts) triumphiert beim DTL-Finale zum elften Mal. Foto: Baumann

Ludwigsburg. Der Titel Nummer 11 war für den MTV Stuttgart, der ohne die Ludwigsburgerin Tabea Alt an die Geräte gehen musste, bereits der achte in Folge. Die Stuttgarterinnen siegten mit 206,25 Punkten vor dem TSV 1861 Tittmoning (203,5) und dem SSV 1846 Ulm (189,7).

Getragen von den zwei besten Vierkämpferinnen des Tages, Elisabeth Seitz (54,600) und Kim Bui (53,700) reckte ein verdienter Sieger aus der Landeshauptstadt den Meisterpokal in die Höhe. Mit im Team standen Kim Ruoff und Gastturnerin Dorien Motten sowie Stuttgarts prominenter Neuzugang Pauline Schäfer. Die 22 Jahre alte Schwebebalken-Weltmeisterin aus Chemnitz zeigte an ihrem Paradegerät (13,45) einen erfolgreichen „Schäfer“ und ging am Sprung (13,45) an den Start.

Tabea Alt unterstütze ihre Teamkolleginnen beim Wettkampf: „Die Hallenluft war sehr schön. Vor heimischem Publikum ist es immer schön, bekannte Gesichter zu sehen und das Team zu vertreten.“ Ihr Rücken macht durch tägliches Reha-Training in Stuttgart und regelmäßige Untersuchungen in München Fortschritte: „Ich bin im Alltag schmerzfrei, das sind alles kleine Schritte, aber ich freue mich über alle positiven Zeichen.“ Einen Plan für die Rückkehr in die Halle gibt es aber noch nicht. „Die Belastung wird stückweise erhöht, allerdings gibt der Körper die Zeit vor. Ich brauche Geduld, aber ich bin optimistisch“, so die 19-Jährige.

Die KTV Straubenhardt setzte sich im Männerfinale mit 29:27-Scorepunkten gegen die TG Saar durch. Vor 2500 Zuschauern begann der Wettkampf für die KTV alles andere als optimal. Die Saarländer um Mehrkampfweltmeister Nikita Nagornyy, Oleg Verniaiev (WM-Mehrkampf-Bronze) und Lukas Dauser erwischten einen super Start und führten nach drei Duellen am Boden mit 12:0. Anschließend fing sich die KTV aber, punktete noch im letzten Bodenduell und führte zwischenzeitlich am Pauschenpferd.

Ständige Führungswechsel

Es entwickelte sich ein spannender Wettkampf, mit wenigen Fehlern und zahlreichen Führungswechseln. Nachdem das Pauschenpferd (10:3) an die Nordschwarzwälder ging, entschied Saar die Ringe (6:4) für sich. Am Sprung (5:0) war Straubenhardt besser, am Barren (6:4) wiederum die Saarländer. Beim Stand von 27:26 für Saar wechselten die Teams ein letztes Mal das Gerät. Dann sorgte KTV-Turner Andreas Bretschneider am Königsgerät Reck für einen Schockmoment: Bei der nach ihm benannten Höchstschwierigkeit (Doppelsalto mit doppelter Schraube über das Reck) bekam er die Stange nicht ganz zu fassen und schlug nach unkontrolliertem Flug ganz am Ende der Matten auf. Der 31-Jährige schüttelte sich kurz, lief zurück zu seinen Teamkollegen, um die ersten Duelle zu verfolgen.

Im Duelle mit dem russischen Mannschaftsweltmeister David Belyavskiy musste Bretschneider vorlegen und das machte er auf seine Art. Nach Doppelsalto gestreckt mit einer Schraube, holte er Schwung und zeigte sein Teil, den Bretschneider, bekam die Stange zu fassen und turnte seine Übung sicher zu Ende. Beim Abgang in den Stand tobten die Zuschauer in der Halle. Aber gewonnen war noch nichts. Der Russe kam ebenfalls ohne Probleme durch die Übung. Beide Turner erhielten 13,9 Punkte und sorgten so für das siebte Unentschieden des Tages, Straubenhardt aber jubelte über den siebten Titel. Trainer Steve Woitalla bilanzierte: „Wir sind unglaublich froh, diese verletzungsreiche Saison so zu beenden. Das war Werbung für unseren Sport, ich bin völlig platt.“

Das Duell um Platz drei entschied der TV Schwäbisch Gmünd-Wetzgau mit 36:27 gegen die Siegerländer KV.

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