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Im Bann von Schrittfolgen und Tanzfiguren

Bei den baden-württembergischen Meisterschaften in der Ludwigsburger Innenstadtsporthalle sammeln junge Lateintänzer Erfahrung

Harmonieren als Paar: Johanna Frei und Timofej Hoffmann.Foto: Baumann
Harmonieren als Paar: Johanna Frei und Timofej Hoffmann. Foto: Baumann

Ludwigsburg. Johanna Frei blitzt die Bewegungsfreude aus den Augen, Timofej Hoffmann tänzelt noch eine Extrarunde um Trainerin Alice Schlögl herum. Das Paar Hoffmann/Frei vom 1. TC Ludwigsburg, beide 14 Jahre alt, spürt die Nervosität vor dem ersten Auftritt in der Leistungsklasse Junioren II B Latein. Als Landesmeister der Junioren I C des vergangenen Jahres sind sie in eine neue Anforderungsebene aufgestiegen. Und nun gleich die baden-württembergischen Meisterschaften in ihrer Heimatstadt, ausgerichtet vom TSC Residenz Ludwigsburg in der Ludwigsburger Innenstadtsporthalle.

Crashkurs bei der Weltmeisterin

Jetzt geht es nicht mehr nur um die Aneinanderreihung von Schrittfolgen und Tanzfiguren. Bei den Junioren II B ist die freie Gestaltung der Choreografie gefragt, das Herausarbeiten der Charakteristika von Samba, Cha-Cha-Cha, Rumba, Paso Doble und Jive, mit all den Färbungen von Leidenschaft, Emotionen, Lebensfreude und Tempo.

Im leistungsstarken Feld mit den besten Junioren-II-Paaren (14 und 15 Jahre) überstehen Timka und Johanna die Vorrunde nicht. Aber sie sammeln wichtige Erfahrungen auf dem Parkett und setzen einen weiteren Schritt auf ihrem bemerkenswerten sportlichen Weg.

Mit fünf Jahren stellt sich Johanna mit ihrer Mutter beim 1. TCL vor, wo Kinder spielerisch an Rhythmus und Bewegung zu Musik herangeführt werden. „Sie war immer sehr aufmerksam, hat extrem gut aufgepasst“, erinnert sich TCL-Coach Rainer Schönamsgruber. Diese Eigenschaften kommen Johanna auch als Schülerin der achten Klasse am Goethe-Gymnasium zugute. Erst mit elf Jahren kommt Timofej Hoffmann zum TCL. Seine Lust auf Tanzen ist so ausgeprägt, dass ihm ein „Crashkurs“ bei Formationstänzerin und Weltmeisterin Mascha Novikova verordnet wird. In einigen Monaten holt er das auf, was Johanna Frei schon seit Jahren übt. Jugendwartin Dagmar Beck, die ein Auge dafür hat, bringt die beiden zusammen – vor dreieinhalb Jahren. Sie funken auf gleicher Wellenlänge.

Timofej ist in die Sportbegabtenklasse des Otto-Hahn-Gymnasiums gewechselt. Diese Einrichtung eröffnet den Schülern die Möglichkeit, auch vormittags zu trainieren. Zweimal wöchentlich absolviert der 1,79 Meter große Bursche mit Fußball-Stadtverbandstrainer Daniel Teufel und Ringertrainer Toni Krohlas Übungseinheiten im Kraftraum und hat in dieser Zeit körperlich mächtig zugelegt.

„Man fühlt sich frei“, beschreibt Johanna Frei ihre Gefühle beim Tanzen. Ihr gefallen Latein und Standard gleichermaßen. Angesprochen auf das in Ludwigsburg auf hohem Level praktizierte Formationstanzen, sagt sie: „Ich könnte es mir schon vorstellen.“

Aber zunächst einmal möchte sie sich mit Timka beim Paartanzen weiterentwickeln. Johannas größere Wettkampferfahrung weiß ihr Tanzpartner durchaus zu schätzen: „Wenn ich mal aufgeregt bin, dann beruhigt sie mich.“

Wenn in dieser Woche wieder der Trainingsalltag beginnt, ist hohe Konzentrationsfähigkeit gefragt. te“ (Rainer Schönamsgruber). Johanna und Timofej sind bereit, ihren Weg weiterzugehen.

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