Paris. Zinédine Zidane ist neuer Trainer der französischen Fußball-Nationalmannschaft. Nachdem die Verpflichtung des Weltstars zuletzt schon ein offenes Geheimnis war, bestätigte Frankreichs Verband FFF nun den Vertrag mit dem 54-Jährigen. Zidane unterschrieb bis ins Jahr 2030 und soll die Équipe Tricolore bei der EM 2028 und der WM zwei Jahre später zu Erfolgen führen.
«Ich habe es oft gesagt: Es gibt nichts Größeres als die französische Nationalmannschaft. Daher ist es eine Freude und natürlich eine große Ehre, Trainer dieser französischen Nationalmannschaft zu werden. Es ist aber auch eine Verantwortung», wurde Zidane in einer Mitteilung des Verbands zitiert.
Der einstige Ausnahme-Kicker folgt auf Didier Deschamps, der nach der Weltmeisterschaft seine 14-jährige Ära als Auswahlcoach beendet hatte. Ein Happy End blieb dem früheren Teamkollegen von Zidane dabei verwehrt: Die Franzosen verloren ihr Halbfinale gegen den späteren Champion Spanien und unterlagen dann im Spiel um Platz drei den Engländern. Deschamps hatte 2018 den WM-Titel geholt, weitere Triumphe verpasste er im Finale der Heim-EM 2016 gegen Portugal und im WM-Endspiel 2022 gegen Argentinien.
Dass seine Zeit nach 185 Partien als «Selectionneur» vorbei ist, war bekannt. «Es ist das Ende einer Reise», sagte der 57-Jährige bei der Pressekonferenz nach dem WM-Spiel um Platz drei in Miami, dem wilden 4:6, das so gar nicht dem eigentlich ruhigen und kontrollierten Naturell des Basken entsprach.
Erfolgreiche Trainer-Zeit bei Real
Für Spektakel und Show ist da schon eher Zidane bekannt, der es als einer der größten Fußball-Künstler in der Historie der Grande Nation noch besser machen soll. Der Glatzkopf hat eine kurze, aber außergewöhnlich erfolgreiche Karriere als Coach vorzuweisen: Von 2016 bis 2018 und dann nochmal von 2019 bis 2021 trainierte er Real Madrid und gewann in der Zeit dreimal die Champions League sowie zweimal den spanischen Meistertitel.

Als Spieler feierte Zidane an der Seite von Deschamps die Titel bei der WM 1998 und EM 2000. Im Jahr 2002 gewann er mit Real den Henkelpott in der europäischen Königsklasse. Dazu kommen unter anderem drei Meistertitel mit Juventus Turin (1997, 1998) und den Madrilenen (2003).
Kopfstoß als unrühmliches Ende der aktiven Karriere
Der in Marseille geborene Fußballer bestritt seine letzte Partie im WM-Finale 2006 in Berlin. Dabei sorgte er für einen der ikonischen Momente der Fußball-Geschichte, als er seinen italienischen Gegenspieler Marco Materazzi nach einer Provokation in der Verlängerung per Kopfstoß niederstreckte. Zidane flog mit Rot vom Platz - ohne ihn verlor Frankreich im Elfmeterschießen.
20 Jahre später übernimmt er nun die Auswahl der Franzosen um die Offensivstars Kylian Mbappé, Ousmane Dembélé und Michael Olise. Eine erste Kostprobe der künftigen Zidane-Équipe wird es im Frühherbst geben, wenn Ende September und Anfang Oktober vier Nations-League-Partien gegen die Türkei, Italien und zweimal Belgien auf dem Programm stehen.
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