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„Toller Beitrag zum Arbeitsschutz“

Mit dem Akku-Doppelglätter auf Platz zwei: Auszeichnung für Sachsenheimer Firma BTS Betontechnik Schumacher

Ministerin Nicole Hoffmeister-Kraut gratuliert virtuell Konrad Bickel von der Sachsenheimer Firma BTS Betontechnik Schumacher GmbH. Foto: Franziska Kraufmann/Ministerium
Ministerin Nicole Hoffmeister-Kraut gratuliert virtuell Konrad Bickel von der Sachsenheimer Firma BTS Betontechnik Schumacher GmbH. Foto: Franziska Kraufmann/Ministerium

Sachsenheim/ Stuttgart. „Auch Sie sind Vorbild für viele Unternehmen bei uns im Land“ – mit diesen Worten beglückwünschte die baden-württembergische Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU) am Freitagnachmittag Konrad Bickel. Der 35-Jährige ist Verkaufs- und Entwicklungsleiter bei der Sachsenheimer Firma BTS Betontechnik Schumacher GmbH, die am Freitag bei der virtuellen Verleihung des ersten Arbeitsschutzpreises Baden-Württemberg, ausgezeichnet worden ist. Das Unternehmen aus dem Kreis Ludwigsburg belegte in der Kategorie „Handel und Dienstleistung“ den mit 3000 Euro dotierten zweiten Platz hinter einem Betrieb aus Ulm.

Bickel wurde bei der Preisverleihung online zugeschaltet. „Es ist eine sehr große Ehre, diesen Preis zu erhalten“, sagte er. Der Arbeitsschutz müsse „endlich wieder mehr in den Fokus“ rücken, deshalb sei der „Nobis“ genannte Preis des Landes wichtig. Mit dem Wort „Nobis“, Lateinisch für „Uns“, soll laut Hoffmeister-Kraut ausgedrückt werden, dass im Land Unternehmen und Beschäftigte gemeinsam Konzepte, Organisationsformen und Technologien rund um die Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz entwickeln.

Dazu gehört auch BTS Betontechnik Schumacher. Die Firma bewarb sich mit der von ihr entwickelten Akku-Doppelglättermaschine – der laut eigenen Angaben ersten der Welt, 2017 erstmals vorgestellt – um den Preis. Sie wird bei Betonarbeiten auf Baustellen eingesetzt, zur Glättung von Oberflächen. Die Maschine hat gegenüber dem Modell mit Verbrennungsmotor mehrere Vorteile, wie Bickel im Gespräch mit unserer Zeitung erklärt. Der Akku-Doppelglätter produziere keine Abgase mehr; mit der Maschine, betont Bickel, wäre der Unfall in einer Karlsruher Tiefgarage im Sommer 2018 nicht passiert. Damals haben Verbrennungsmaschinen so viel Kohlenmonoxid freigesetzt, dass mehrere Bauarbeiter verletzt und in ein Krankenhaus eingeliefert wurden.

Auch reduziere der akkubetriebene Doppelglätter den Lärm auf Baustellen auf den geringstmöglichen Wert: Sein Wert liege bei 60 Dezibel, der von Verbrenner-Doppelglättern bei 90 bis 100 Dezibel. Das heißt, dass mit der Akku-Version Baustellen auch nach 20 Uhr fertiggestellt werden könnten, weil der in Wohngebieten maximal zulässige Dezibel-Wert mit der neuen Maschine eingehalten werde. Außerdem sei der Akku-Doppelglätter im Vergleich zum Verbrenner wirtschaftlicher und wartungsfreier, zudem könne er auch nicht zu brennen anfangen – was etwa für Arbeiten in Tiefgaragen wichtig ist.

Den Akku-Doppelglätter entwickelte BTS von 2015 an, weil die Abgaswerte auf den Baustellen durch Verbrennungsmotoren nicht weiter gesenkt werden konnten und es außerdem immer schärfere Grenzwerte bei Lärmemissionen gab.

„Die Verbesserung der Arbeitsbedingungen wird hier durch eine technische Lösung nachhaltig erreicht. Damit haben Sie einen tollen Beitrag zum Arbeitsschutz geleistet“, lobte Jochen Dreher, Leiter Arbeits- und Umweltschutz bei Heidelberger Manufacturing Deutschland, den Sachsenheimer Preisträger – Dreher hielt die Laudatio auf BTS mit elf Mitarbeitern und 1,2 Millionen Euro Jahresumsatz. 2007 war BTS laut Bickel die erste Firma, die Betonglättmaschinen mit Katalysatoren ausstattete, um die Kohlenmonoxidbelastung auf Baustellen zu reduzieren.

Infobox: Preis für kleine und mittlere Unternehmen im Land

Der „Nobis“-Arbeitsschutzpreis ist vom Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg zum ersten Mal ausgelobt und verliehen worden. Unternehmen aus dem Land mit maximal 500 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von bis zu 100 Millionen Euro konnten sich in verschiedenen Kategorien bewerben. Eine Jury mit Vertretern aus Wirtschaft und Gewerkschaft sowie mit Arbeitsschutz-Experten entschied über die Vergabe der insgesamt zwölf Preise (inklusive Anerkennungen). Es hatte 44 Bewerbungen gegeben. „Die Stärkung der Gesundheit am Arbeitsplatz ist Ausdruck von gesellschaftlicher Verantwortung“, sagte Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU) bei der Online-Preisverleihung am Freitagnachmittag. Die „Förderung des Arbeitsschutzes als Teil der Unternehmensführung“ trage zum Erfolg von Unternehmen bei. Mit dem Preis sollten die Aktivitäten im Arbeitsschutz öffentlich wertgeschätzt werden, so Hoffmeister-Kraut weiter. (wd)

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