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Cold Case
41 Jahre nach Tat: Mordprozess gegen 70-Jährigen beginnt

Landgericht Ulm
Der Prozess startet mehr als 40 Jahre nach der Tat. (Symbolbild) Foto: Sina Schuldt
Eine Frau wird 1985 tot an einem Waldweg gefunden, der Täter bleibt jahrzehntelang unbekannt. Nun könnte eine DNA-Spur den entscheidenden Durchbruch gebracht haben - heute beginnt in Ulm der Prozess.

Ulm. Mehr als 40 Jahre nach dem gewaltsamen Tod einer Frau beginnt am Dienstag (9.00 Uhr) in Ulm der Prozess gegen den mutmaßlichen Täter. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 70-Jährigen Mord vor. 1985 soll der Angeklagte die damals 31-jährige Frau vergewaltigt und getötet haben. Der Fall blieb ungeklärt, bis im vergangenen Jahr neue Beweismittel und ein Abgleich von DNA-Spuren den Tatverdacht gegen den jetzt Angeklagten erhärteten.

Den Ermittlungen zufolge nahm der Mann die Frau in seinem Auto mit und fuhr mit ihr zu einem Waldweg bei Deggingen (Kreis Göppingen). Während der Vergewaltigung soll er sein Opfer gewürgt haben. Anschließend soll er ihr mit einem Stein mehrmals auf den Kopf seines Opfers geschlagen haben. Zudem könne nicht ausgeschlossen werden, dass er die Frau mit seinem Auto überfuhr, so die Staatsanwaltschaft. 

Umfangreiche Ermittlungen führten zum Angeklagten

Die Leiche der Frau war nackt und an den Beinen gefesselt, als sie gefunden wurde. Spaziergänger entdeckten sie neben einem Waldweg in Deggingen. Jahrzehntelang blieb die Tat ungeklärt. 

Umfangreiche Ermittlungsarbeit führte dann zum Durchbruch in dem lange ungeklärten Fall. Entscheidend dürfte eine 1985 gesicherte DNA-Spur gewesen sein. Anfang November 2025 gab es bei dem Tatverdächtigen zu Hause eine Durchsuchung, bei der laut Staatsanwaltschaft zahlreiche Beweismittel beschlagnahmt wurden. 

Deren Auswertung, eine Neubewertung vorhandener Beweismittel, ein rechtsmedizinisches Gutachten sowie der Abgleich der DNA-Spuren untermauerten den Tatverdacht. 

Der 70-Jährige ließ sich laut Anklagebehörde Mitte April widerstandslos festnehmen. Am selben Tag ordnete ein Haftrichter die Untersuchungshaft an. Für den Prozess sind sechs Verhandlungstage angesetzt. Ein Urteil könnte am 11. November fallen.

© dpa-infocom, dpa:261006-930-794591/1