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Familienbrauerei aus Oberschwaben meldet Insolvenz an

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Die Schussenrieder Brauerei Ott hat Insolvenz angemeldet. (Symbolbild) Foto: Marius Becker
Tradition in Gefahr: Nach 120 Jahren kämpft die Schussenrieder Brauerei Ott ums Überleben - und meldet Insolvenz an. Was bisher bekannt ist.

Bad Schussenried. Die Schussenrieder Brauerei Ott ist in finanzielle Schieflage geraten. Das Familienunternehmen beantragte die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens über das eigene Vermögen, wie aus einer Veröffentlichung auf dem Internetportal «Insolvenzbekanntmachungen» hervorging. 

Das Amtsgericht Ravensburg bestellte den Rechtsanwalt Matthäus Rösch zum vorläufigen Insolvenzverwalter. Weitere Einzelheiten waren zunächst nicht bekannt. Zuvor hatten mehrere Medien berichtet. 

Familienbrauerei mit langer Geschichte 

Die Brauerei im Landkreis Biberach gehört seit 120 Jahren der Familie Ott. Ihre Wurzeln reichen aber deutlich weiter zurück. Das Unternehmen - mittlerweile in vierter Generation geführt - beschäftigt nach eigenen Angaben rund 40 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Sie produzieren demnach jährlich etwa sechs Millionen Liter Bier und ungefähr drei Millionen Liter alkoholfreie Getränke. Beliefert werden die Regionen Oberschwaben, Bodensee, das Allgäu, die Schwäbische Alb sowie Ulm und der Großraum Stuttgart. 

Branche mit Problemen 

Die Insolvenz reiht sich in einen bundesweiten Trend ein. Der Bierabsatz in Deutschland ist 2025 auf ein Rekordtief gefallen – ein Minus von 6,0 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auch die Zahl der Brauereien schrumpft: Nach dem Höhepunkt im Vor-Corona-Jahr 2019 haben viele Betriebe aufgegeben. 

Als Hauptursachen für die Schwierigkeiten der Branche gelten neben dem sinkenden Bierkonsum auch gestiegene Rohstoff- und Energiekosten sowie eine allgemeine Kaufzurückhaltung. Auch in Baden-Württemberg ist die Lage angespannt: Erst im Herbst war die Mannheimer Privatbrauerei Eichbaum in die Insolvenz gerutscht. Im März wurde zwar ein Investor gefunden – allerdings um den Preis eines deutlichen Stellenabbaus. 

Anstoßen mit Flaschenbier
Der Bierabsatz in Deutschland ist seit Jahren rückläufig. (Symbolbild) Foto: picture alliance

Die Zahl der Brauereien Südwesten ist von 205 im Jahr 2023 auf aktuell 190 gesunken, wie der Chef des Baden-Württembergischen Brauerbundes, Hans-Walter Janitz, mitteilte. Der Gesamtbierabsatz ging von rund 5,7 Millionen Hektoliter (2023) auf etwas mehr als 4,9 Millionen Hektoliter im Jahr 2025 zurück.

© dpa-infocom, dpa:260616-930-230788/1