Heidenheim. Trotz der immer unwahrscheinlichen Rettung in der Fußball-Bundesliga ist seine persönliche Zukunft beim 1. FC Heidenheim für Trainer Frank Schmidt noch kein Thema. «Was ich nicht will, ist, dass wir über Frank Schmidt reden», sagte der 52-Jährige vor dem Heimspiel am Sonntag (19.30 Uhr/DAZN) gegen den VfB Stuttgart.
Solange noch keine Entscheidung über den Klassenverbleib oder den Abstieg feststehe, sei es nicht richtig, eine «Wasserstandsmeldung» abzugeben. Er spüre auch die Unterstützung im Verein. «Irgendwann gibt es ein Ergebnis. Irgendwann gibt es auch Entscheidungen. Bis dahin ist jetzt alles dazu gesagt.»
Vorstandschef Holger Sanwald hatte der Deutschen Presse-Agentur bestätigt, mit Schmidt auch im Abstiegsfall weitermachen zu wollen - sofern der Dauercoach wolle. Schmidts Vertrag läuft bis 2027.
Schmidt dankt seiner Frau
Trotz der prekären Situation geht Schmidt auch nach mehr als 18 Jahren in Heidenheim mit unbedingtem Willen die Herausforderung gegen den VfB an. «Das Entscheidende ist, einen harten Kampf zu liefern», sagte der Coach. Er hoffe, dass sich sein Team auch ein Quäntchen Glück erarbeiten könne.
Seine Kraft zieht Schmidt aus seiner Ehe und seiner Familie, auch wenn die derzeit zurückstecken müsse. «Das ist gerade nicht so einfach zu Hause - nicht für mich, sondern für meine Frau», schilderte Schmidt. Sie wisse, dass es jetzt nichts bringe, familiäre Forderungen an ihn zu stellen.
«Es ist ein eingespieltes Team. Das gibt dann Kraft, dass man nicht zu Hause noch etwas erklären muss und Dinge machen muss, für die man keine Zeit und keinen Kopf hat, sagte Schmidt. «Ich muss meiner Frau danken, dass ich die Energie für jeden Tag habe.»
Schmidt wird beim Glasgow-Spiel zum VfB-Fan
So habe er wegen des VfB-Auftritts in der Europa League bei Celtic Glasgow auch keine Zeit für sie gehabt, als sie am Donnerstagabend spät vom Dienst in der mobilen Pflege nach Hause gekommen sei.
Der Auftritt der Stuttgarter und der 4:1-Erfolg in Glasgow hat ihn tief beeindruckt. «Das war überragend», schwärmte Schmidt. «Von Anfang an sehr dominant, defensiv wirklich herausragend.» In der zweiten Hälfte habe der VfB den schottischen Meister zwischenzeitlich überrannt. «Da gab es keine Schwäche zu sehen. Der VfB ist in einer herausragenden Verfassung».
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