Heidenheim. Der 1. FC Heidenheim würde bei einem Abstieg auch in der 2. Fußball-Bundesliga mit Trainer Frank Schmidt weitermachen. «Selbstverständlich, wenn er es möchte», sagte der FCH-Vorstandsvorsitzende Holger Sanwald der Deutschen Presse-Agentur: «Frank hat bei uns noch einen Vertrag bis 30. Juni 2027. Wir wissen, was wir ihm zu verdanken haben.»
Schmidt ist der dienstälteste Trainer im deutschen Profifußball und bereits seit September 2007 Chefcoach des derzeitigen Tabellenletzten FCH. Der 52-Jährige führte den Club aus der vierten Liga bis in die Bundesliga und die Conference League.
«Er ist jetzt sogar mit Sicherheit ein noch besserer Trainer durch die Erfahrungen geworden, die er auch in dieser Saison gesammelt hat. Dass wir unten drinstehen in der Tabelle, liegt ja nicht an ihm», sagte Sanwald.
Chance auf Klassenerhalt, wenn Spieler letzte Prozent «rauskitzeln»
Vor dem 23. Spieltag, an dem Heidenheim am Sonntag (19.30 Uhr/DAZN) den Europa-League-Teilnehmer VfB Stuttgart zum Schwaben-Duell empfängt, steht der FCH mit 13 Punkten abgeschlagen am Tabellenende. Noch nie seit Einführung der Drei-Punkte-Regel hat ein Verein mit einer solchen Zwischenbilanz den Bundesliga-Verbleib geschafft. Der Rückstand auf den Relegationsplatz beträgt sechs Punkte.
Dennoch seien «90 bis 95 Prozent» von dem, was die Elf um Kapitän Patrick Mainka auf dem Platz zeige, in Ordnung, meinte Sanwald. «Wenn wir noch die restlichen fünf bis zehn Prozent rauskitzeln, haben wir weiterhin eine Chance, in der Bundesliga zu bleiben.» Falls der Klassenverbleib aber nicht gelinge und man künftig wieder in der 2. Bundesliga spiele, «geht es hier auch weiter, weil wir wirtschaftlich keine übertriebenen Risiken eingegangen sind».
Sanwald sieht keine Fehler in der Kaderplanung
Kritik, dass der FCH vor der Saison vor allem in der Offensive Fehler in der Kaderplanung gemacht habe, weist Sanwald von sich. Der Abgang von Topstürmer Leonardo Scienza zum FC Southampton habe erst «drei Minuten vor dem Abschluss der Sommer-Transferperiode» festgestanden. «Da war keine Zeit mehr zu reagieren.»
Zudem sei der Markt damals völlig überhitzt gewesen. «Es ist gut, dass wir da keine Dinge getan haben, die wirtschaftlich nicht zu verantworten gewesen wären», sagte der 58-Jährige. In der Wintertransferperiode im Januar aber seien die Verpflichtungen von Leonardo Stergiou, Hennes Behrens, Christian Joe Conteh und Eren Dinkci «sehr wichtige Transfers und notwendige Impulse für unsere Mannschaft» gewesen.
In der Punktebilanz kommt diese Auffassung noch nicht zum Ausdruck: Die bisher nur drei Saisonsiege gelangen der Schmidt-Elf alle in der Hinrunde vor dem Jahreswechsel. Danach gab es fünf Niederlagen und zwei Unentschieden.
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