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Fußball-Bundesliga
«Hitzige Spiele machen Spaß»: VfB gegen BVB als Reizduell

VfB Stuttgart - Borussia Dortmund
Bei den VfB-Fans unbeliebt: Abwehrspieler Waldemar Anton (r), der 2024 von Stuttgart nach Dortmund wechselte. (Archivbild) Foto: Harry Langer
Stuttgarts Trainer Hoeneß freut sich auf ein emotionales Duell gegen Borussia Dortmund. Warum die Partie für Fans und Spieler eine besondere Brisanz hat.

Stuttgart/Dortmund. Die gewachsene Rivalität zwischen Stuttgartern und Dortmundern spürt auch Sebastian Hoeneß. «Es sind immer hitzige Spiele, aber hitzige Spiele machen Spaß. Da kommen Emotionen auf. Und wenn du diese natürlich dann am Ende für dich entscheiden kannst, dann fühlt es sich noch schöner an», sagte der VfB-Trainer vor der Bundesliga-Partie gegen den BVB am Samstagabend (18.30 Uhr/Sky). 

Vor allem für die Fans der Schwaben steckt inzwischen viel Brisanz in dem Duell der beiden Champions-League-Teilnehmer. Dass die Dortmunder beim VfB-Anhang nicht sonderlich beliebt sind, liegt auch an der BVB-Transferpolitik. In Torwart Gregor Kobel, Innenverteidiger Waldemar Anton und Stürmerstar Serhou Guirassy holte der BVB in den vergangenen Jahren gleich drei Stuttgarter Schlüsselspieler.

Waldemar Anton als Reizfigur

«Da ist dann noch mal ein bisschen mehr Brisanz auch drin für uns, aber auch für unsere Fans», sagte Hoeneß. Vor allem Anton drohen im Stuttgarter Stadion erneut viele Pfiffe, das weiß auch Dortmunds Trainer Niko Kovac. «Waldi hat schon bewiesen, dass es ihn komplett kaltlässt. Aber ob das jetzt normal ist? Ich glaube nicht. Ich denke, irgendwann sollte auch gut sein», sagte er.

VfB Stuttgart - Borussia Dortmund
Große Rivalen: Stuttgarts Angelo Stiller (l) und Julian Ryerson vom BVB. (Archivbild) Foto: Harry Langer

Die Meinung teilen die VfB-Fans eher nicht. Der Ex-Kapitän hatte im Januar 2024 mit den branchenüblichen Floskeln nicht nur seinen Vertrag in Stuttgart verlängert, sondern auch sein Vereinsglück kundgetan. «Waldemar Anton bleibt weiß-rot», schrieb der VfB damals. Wenige Monate später ging's zum BVB. Seither ist er in Stuttgart eine Persona non grata.

«Man darf auch nicht vergessen, was Waldi für diesen Club getan hat, als es wirklich nicht so gut lief», erinnerte Kovac an andere Stuttgarter Zeiten. Auch das ist Teil der schärfer gewordenen Rivalität zwischen Westfalen und Schwaben: 2022 schaffte Anton mit dem VfB erst am letzten Spieltag den Klassenverbleib, 2023 dann über die Relegation. Heute? Sind die Stuttgarter natürlicher Anwärter auf die Plätze zwei bis vier - genau wie der BVB.

VfB holt finanziell auf

Bei den Finanzen holten die Stuttgarter im Vergleich mit dem Dauer-Champions-League-Teilnehmer Dortmund zuletzt ebenfalls stark auf. Ende Juli verkündete der VfB für das Geschäftsjahr 2025 einen Umsatz von 383,6 Millionen Euro. Der BVB teilte gut einen Monat später mit, bei 460,5 Millionen Euro zu liegen. Ein Jahr zuvor war die Lücke zwischen BVB (526 Millionen) und VfB (299,8 Millionen) noch deutlich größer.

«Ein großer Punkt ist der, dass wir in den letzten Jahren einfach viel näher gekommen sind», sagte Hoeneß mit Blick aufs Sportliche. «Deswegen werden wir da auch sicher von den Dortmundern, auch aufgrund der Ergebnisse, sicher ganz anders wahrgenommen.» Kovac bestätigt diesen Eindruck: «Das ist eine sehr gut ausbalancierte Mannschaft, die mit dem Ball eine Menge kann und viele gute Individualisten hat. Also wirklich eine Top-Mannschaft der Bundesliga.» 

Kovac: «Davon lass’ ich mich nicht blenden»

Dass der VfB aus den Spielen gegen Bayern (1:5), Köln (4:1) und Hoffenheim (1:2) nur drei Zähler holte, während der BVB die vollen neun einfuhr, ändere für ihn erst mal nichts. «Drei Punkte hört sich zunächst wenig an, aber davon lass’ ich mich nicht blenden. Sie hatten keine einfachen Gegner.»

Vor allem defensiv offenbarten die Schwaben bei Umschaltmomenten Schwächen. «Die gruppentaktischen Abläufe waren noch nicht gut. Es ging zu einfach, hinter unsere Kette zu kommen. Wir haben unseren Rücken gegenseitig nicht gesichert», stellte Hoeneß fest. «Das Thema ist natürlich eines, das wir anpacken müssen.»

Gegen die effektiven Dortmunder um das Offensivduo Guirassy und Fábio Silvo will der VfB-Coach seine positive Bilanz gegen den BVB ausbauen. Seit seinem Amtsantritt im April 2023 in Stuttgart verlor er von acht Spielen nur eines - das bislang letzte Duell (0:2) im vergangenen April. Es ist die bisher einzige VfB-Heimniederlage in diesem Jahr. «Das hat wehgetan, das weiß ich noch», merkte Hoeneß an.

© dpa-infocom, dpa:260918-930-705638/1