Sinsheim. Miro Muheim hat dem Hamburger SV einen späten Sieg bei der TSG Hoffenheim beschert und Jubelstürme bei den Hanseaten ausgelöst. Nach der dreiwöchigen Bundesliga-Pause gewann die Mannschaft von Trainer Merlin Polzin durch den Treffer des Jokers in der 4. Minute der Nachspielzeit mit 3:2 (1:1). Vor 25.929 Zuschauern in Sinsheim feierten die Gäste damit ihren zweiten Saisonerfolg.
In der hektischen Partie wurden zwei Tore nach Videobeweis zurückgenommen. Für den stark verbesserten HSV vergab Fabio Viera in der Schlussphase zunächst noch den Sieg, als er an Torhüter Oliver Baumann scheiterte. Doch Muheim traf doch noch.
Gelb-Rot für Bernardo
Yussuf Poulsen (11. Minute) hatte die Hanseaten früh in Führung gebracht. Ein Eigentor von Sebastiaan Bornauw (45.+6) führte zum Ausgleich. Jung-Nationalspieler Bambasé Conté gelang dann kurz nach der Pause das 2:1 (53.). Die Hausherren mussten von der 66. Minute an zu zehnt auskommen, da Bernardo wegen wiederholten Foulspiels Gelb-Rot sah. Der eingewechselte Terem Moffi sorgte für den zwischenzeitlichen Ausgleich (83.).
Wie der HSV hatten auch die Hoffenheimer, die am Donnerstag in der Europa League Besiktas Istanbul erwarten, drei ihrer ersten vier Partien verloren. Beim HSV lief der zuletzt angeschlagene Poulsen in der Startelf auf. Polzin plagten dennoch mächtig Personalprobleme in der bis dahin schwachen Offensive (2:13 Tore aus ersten vier Spielen). Immerhin kehrte Abwehrchef Bornauw nach auskurierten muskulären Problemen zurück.
HSV mit «viel Überzeugung» und der Führung
Die Defensive der Gäste schwamm aber bereits in der 4. Minute erstmals: Nach einer Hereingabe von Adam Daghim vergab der heranstürmende Tim Lemperle. Bei den Kraichgauern saß Rekordtorjäger Andrej Kramaric zunächst erneut auf der Bank. Sein Angriffskollege Fisnik Asllani stand erstmals seit seinem geplatzten Wechsel zu RB Leipzig in der Anfangsformation.

«Wir haben überhaupt keine Zweifel, dass wir die Chance haben, was mitzunehmen, sondern wir treten mit viel Überzeugung auf», versicherte Polzin unmittelbar vor dem Anpfiff bei DAZN. Das bewies der HSV gleich in der Anfangsphase, allen voran Nicolas Capaldo: Nach einem flotten Angriff prallte sein Ball an den Innenpfosten - Poulsen vollendet reaktionsschnell zum 1:0.
Kapitän Remberg verletzt raus
Regisseur Vieira trieb die Hamburger immer wieder nach vorn; die TSG fiel durch Ungenauigkeiten im Aufbauspiel auf. Auf den Rängen machten derweil die etwa 8.000 mitgereisten HSV-Fans mächtig Lärm. Die verstummten kurz vor der Pause, als gleich zwei HSV-Profis länger verletzt auf dem Boden lagen: Viera rappelte sich wieder auf, doch Kapitän Nicolai Remberg musste mit bandagiertem Knie vom Rasen geführt werden.
TSG- und HSV-Tor durch VAR aberkannt
Noch vor dem Gang in die Kabine gab es viel Aufregung: Erst jubelten die Hoffenheimer über den Ausgleich durch Conté (45.+1) - doch Schiedsrichter Harms Osmers nahm den Treffer nach Videobeweis zurück, da ein Foulspiel von Lemperle vorausgegangen war. Dann aber bedrängte Asllani nach einer Ecke Bournauw - und der Belgier lenkte den Ball ins eigene Netz.
Mit viel mehr Schwung agierte Hoffenheim nach der Pause und wurde belohnt: Conté traf nach einer feinen Einzelleistung den Innenpfosten, von da sprang der Ball zum 2:1 ins Tor. Nach 80 Minuten rissen die HSV-Profis die Arme hoch. Dieses Mal war der Ball nach einem Pfostenschuss des eingewechselten Otto Stange ins Netz gesprungen - doch auch diesen Treffer nahm der Unparteiische zurück. Moffi sorgte dann aber doch noch für den späten Ausgleich für den HSV, ehe Muheim sein Team mit dem Siegtor belohnte.
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