Tübingen. Im Streit über den langwierigen Abbau von kaputten Telefonzellen möchte Tübingen die Deutsche Telekom zur Kasse bitten. «Es ist in Planung, eine Sondernutzungsgebühr für die Telefonzellen zu erheben», sagte eine Sprecherin der Stadt Tübingen der dpa. Wie hoch die sein und wann sie kommen soll, ließ die Sprecherin offen. Es sei bedauerlich, dass die Telekom auf Nachfrage der Stadt keinen Termin für die Beseitigung der Standorte genannt habe.
Die Telekom hatte ihre letzten öffentlichen Telefonzellen im Januar 2023 außer Betrieb genommen, der Abbau sollte bis Ende 2025 abgeschlossen sein. Das aber klappte nicht, wie ein Firmensprecher einräumte und die Verzögerung mit langwierigem Genehmigungsprocedere mit kommunalen Einrichtungen begründete. Verschiedene Gewerke müssten eingebunden werden, bis die Bagger losrollen können und der Elektroschrott endlich weggebracht wird.
In Tübingen sind nach Angaben der Stadt noch 13 alte Telefonstandorte zu finden, sechs davon in der Altstadt. «Das versaut das Stadtbild», sagte Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer (Grüne) dem SWR Mitte Januar. «Für die Telekom ist die Beseitigung einer kaputten Telefonzelle eine Aufgabe, die Jahre beansprucht - typisch Deutschlandtempo, finde ich.» Vom Unternehmen bekomme man nur signalisiert, «dass die Telekom sehr beschäftigt ist und leider noch nicht dazu kommt, unsere Altstadt von diesem Unrat zu befreien».
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