Ellwangen. Im Prozess um die Anstiftung zum schweren sexuellen Kindesmissbrauch vor dem Landgericht Ellwangen hat der Angeklagte die Taten eingeräumt. Er sei sich der Schwere seiner Taten bewusst, ließ der 46-Jährige durch seinen Verteidiger erklären. Nach den Plädoyers kam auch der Angeklagte selbst zu Wort. «Ich kann es nicht mehr rückgängig machen, aber ich hoffe, dass es den Kindern besser geht. Tut mir leid», sagte er.
Anklagevertreter Thorsten Nees forderte in seinem Plädoyer sechs Jahre Haft für den Mann. «Sie haben ihren moralischen Kompass vollständig verloren», sagte der Staatsanwalt. Die Verteidigung forderte drei Jahre und sechs Monate Freiheitsstrafe. Der Verteidiger des 46-Jährigen betonte dabei, dass das Verhalten des Mannes enthemmt und suchtgesteuert gewesen sei. So leide sein Mandant an einer Alkoholsucht.
So kam die Polizei dem Pädokriminellen auf die Spur
Der Mann aus dem Kreis Heidenheim kam im Dezember vergangenen Jahres in Untersuchungshaft. Ein Beamter des Landeskriminalamtes (LKA) in Stuttgart schilderte vor Gericht, dass die Polizei Hinweise von US-Ermittlungsbehörden bekamen, die ein Missbrauchsnetzwerk in den Philippinen aufgedeckt hatten. Dieses Netzwerk soll demnach auch der Angeklagte genutzt haben.
Nachweisen konnte ihm die Polizei seine Taten durch Videoaufnahmen, die er selbst von dem Missbrauch angefertigt hatte. Er habe durch eine App seinen Bildschirm abgefilmt. Dabei sei teilweise auch zu sehen gewesen, wie der Angeklagte Zahlungen für den Missbrauch tätigte, schilderte der LKA-Beamte. Auf dem Bildschirm seien dann auch persönliche Daten zu sehen gewesen, die den Angeklagten identifiziert hätten. Durch diese Finanzermittlungen und vorliegende Chats habe man den Mann überführen können.
Für die Sichtung der Videos, die der Angeklagte von den Taten angefertigt hatte, und für die Beweisaufnahme mit dem psychiatrischen Gutachter wurde die Öffentlichkeit ausgeschlossen.
Was ihm vorgeworfen wird
Das Cybercrime-Zentrum der Generalstaatsanwaltschaft Karlsruhe wirft dem Mann vor, zwischen 2013 und 2019 in sechs Fällen per Chat Anweisungen zu schwerem sexuellem Kindesmissbrauch gegeben zu haben, während die Taten per Livestream an ihn übertragen wurden. Manche sexuellen Übergriffe an einem vier Jahre alten Mädchen dauerten fast eine Stunde.
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