Stuttgart. CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann hat sich überzeugt gezeigt, dass die Partei sich bei der ersten Wiederwahl von Friedrich Merz zum CDU-Chef in dessen Zeit als Kanzler breit hinter den Vorsitzenden stellt. «Wir werden ihm den Rücken stärken in unglaublich schwierigen Zeiten», sagte Linnemann nach Beratungen der Spitzengremien seiner Partei vor dem am Freitag beginnenden zweitägigen CDU-Bundesparteitag in Stuttgart.
In der Partei gibt es angesichts des holprigen Starts der von Merz geführten schwarz-roten Koalition im Bund auch Unmut darüber, dass der Kanzler etwa Versprechungen von schnellen Reformen nicht einhalten konnte.
Linnemann: Außen- und Innenpolitik gehören zusammen
Linnemann sagte, man werde «auch deutlich machen, dass Außen- und Innenpolitik zusammengehört». Er ergänzte: «Außenpolitik in Washington oder Neu-Delhi ist Wirtschaftspolitik in Stuttgart, Ulm, Erfurt oder München.» Merz wurde auch aus den eigenen Reihen vorgehalten, dass er sich zu stark um die Außenpolitik kümmere und die Innenpolitik bisher teils vernachlässigt habe.
Mit Spannung wird erwartet, wie groß bei der als sicher geltenden Wiederwahl von Merz am Freitag die Zustimmung ausfällt. Zuletzt erhielt er 2024 bei seiner ersten Wiederwahl nach CDU-Zählung 89,81 Prozent. Anders als andere Parteien rechnet die CDU Enthaltungen als ungültige Stimmen. Im Januar 2022 hatte Merz bei einem wegen der Corona-Pandemie digital organisierten Parteitag laut CDU-Zählung 94,62 Prozent erhalten. Bei einer aus rechtlichen Gründen folgenden Briefwahl kam Merz sogar auf 95,33 Prozent.
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