Ulm. Erwin Müller, der 93 Jahre alte Gründer und Geschäftsführer der Drogeriemarktkette Müller, gibt nach vielen Jahrzehnten Macht ab - zumindest ein wenig. Das Unternehmen erweitere zum 1. April die bisherige Geschäftsleitung, «um die operative Verantwortung auf ein breiteres Fundament zu stellen und die langfristige Zukunftsfähigkeit des Unternehmens weiter zu stärken», wie das Unternehmen aus Ulm mitteilte.
Müller bleibt zentrale Instanz
Der neuen Geschäftsleitung gehörten demnach sieben Mitglieder an. Das Gremium berichte an Müller, der die Neuausrichtung veranlasst habe und der «weiterhin die zentrale Instanz» bleibe. Das Unternehmen sollte damit «noch agiler, schneller und professioneller agieren». Müller zählt zu den wenigen Unternehmern in Deutschland, die in diesem Alter noch Verantwortung für ein Unternehmen dieser Größe tragen. Über die Mitteilung hinaus wollte sich das Unternehmen nicht weiter äußern, wie das Unternehmen auf Nachfrage am Freitag mitteilte. Zuvor hatten mehrere Medien berichtet.

Der Handelskonzern vertreibt wie andere Unternehmen längst nicht mehr nicht nur klassische Drogeriewaren, sondern unter anderem gleichfalls Spielzeug, Schreibwaren, Haushaltsartikel oder Dinge aus dem Bereich Multimedia. Es arbeiten rund 35.500 Personen bei Müller. Das Unternehmen gehört mit Rossmann, dm und - vor allem im Norden Deutschlands - Budni zu den vier Großen der Branche, nachdem Schlecker 2012 pleitegegangen war.
Vom Salon zur Kette
Der gelernte Friseur richtete 1953 nach Firmenangaben in der elterlichen Wohnung im bayerischen Unterfahlheim bei Ulm seinen ersten Salon ein, den er später nach Neu-Ulm verlegte. 1966 kam er demnach auf die Idee, im Salon auch Kosmetik und Drogerieartikel anzubieten. 1969 brachte Müller den Angaben zufolge von einer Rundreise durch Kanada und die USA die Idee von Drugstores mit Waren des täglichen Bedarfs und von großen SB-Warenhäusern mit. 1973 eröffnete er demnach in Ulm schließlich seinen ersten reinen Drogeriemarkt.
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