Stuttgart. Kapitän Deniz Undav reagierte gewohnt bissig auf die Kritik an seinen jüngsten Leistungen, Trainer Sebastian Hoeneß fand ebenfalls klare Worte nach dem schwachen Saisonstart des VfB Stuttgart in der Fußball-Bundesliga. «Am Ende stehen null Punkte, das tut weh», sagte Hoeneß nach dem 0:1 gegen Borussia Dortmund.
Mit nur drei Punkten aus vier Spielen sortieren sich die Schwaben erst mal in der unteren Tabellenhälfte ein - weit hinter den eigenen Ansprüchen. «Das ist nicht die Tabellensituation, die wir uns erhofft haben», sagte Sportvorstand Fabian Wohlgemuth.
Das schwere Auftaktprogramm mit den Partien in München (1:5), bei der TSG Hoffenheim (1:2) und nun gegen Dortmund wollte der 44 Jahre alte Hoeneß nicht als Ausrede gelten lassen. «Ich würde lieber bei uns ansetzen, als jetzt irgendwo anders die Gründe zu suchen.»
Bei der TSG waren es für den Coach «die langen Konter», bei denen der VfB schlecht aussah. «Diese Woche sind es für mich die Entscheidungen im letzten Drittel, wo dann die Dinge noch nicht zusammenkommen.»
Bredlow: «So ein bisschen hat vorne etwas gefehlt»
Offensiv sei der VfB gegen die Dortmunder, für die Maximilian Beier (70. Minute) entscheidend traf, nicht auf absolutem Toplevel gewesen, sprach der Trainer das Offensichtliche nach dem matten VfB-Vortrag an. «So ein bisschen hat vorne etwas gefehlt», erkannte VfB-Torhüter Fabian Bredlow.
«Ordentlich und okay reicht halt nicht immer in einem Topspiel», monierte Hoeneß. Aus «okay» und «ordentlich» müsse seine Mannschaft wieder «top» machen. Hart arbeiten, um sich in dem einen oder anderen Bereich zu steigern, empfahl der Trainer seinen Spielern, «das ist sicher angesagt».

Einer dieser Spieler, die noch nicht auf Toplevel sind, ist Kapitän Undav. Dass der Stürmer, der gegen den BVB etwas tiefer agierte, nicht für den XXL-Kader von Bundestrainer Jürgen Klopp nominiert wurde, wurmte den 30-Jährigen gewaltig. «Ich rede offen, ich nehme kein Blatt vor den Mund, ich sage meine Meinung, negativ wie positiv. Und wie gesagt, ich habe oft Probleme gehabt, ich muss es, wie gesagt, oft beweisen. Ich habe jetzt im Sommer schon einen Krieg gehabt, jetzt muss ich mich wieder beweisen», sagte er bei Sky.
Gemeint war die Phase vor der WM, als ihm der damalige Bundestrainer Julian Nagelsmann etwas unbeholfen die nötige Klasse abgesprochen hatte. «Ich hatte das mein Leben lang, egal wo ich war, hat es am Anfang nicht geklappt, weil die Leute halt sagen, deine Körpersprache, du bist nicht der Sprinter. Aber das ist mein Leben lang so», erklärte Undav weiter, der gegen Dortmund nach etwas über einer Stunde ausgewechselt wurde und weiter auf sein erstes Saisontor wartet.
Undav: «Meine Körpersprache war die gleiche»
Die schon so oft geführte Debatte um seinen Fitnesszustand konnte er nach einem eher unauffälligen Auftritt gegen den BVB kaum entkräften. «Also ich habe letztes Jahr 39 Scorer gemacht und meine Körpersprache war die gleiche. Deswegen, man muss erst damit klarkommen. Und wenn man damit in Berührung kommt und mich als Mensch kennt, dann weiß man, wie man das zu händeln hat», sagte er.
Unter Klopps Regiment droht ihm in der Nationalmannschaft wieder ein harter Kampf um Anerkennung. Abfinden will sich Undav mit diesem Los nicht: «Wenn ich hoffentlich im November, wenn ich mich empfehlen kann und wieder dabei bin, dann wird der Bundestrainer wissen, was ich für ein Typ bin», kündigte er trotzig an.
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