1. Startseite
  2. Überregionales
  3. Stuttgart & Südwest
Logo

Justiz
Prozess um Auto-Attacke auf Kind: Von Rache getrieben?

Prozessbeginn nach gewaltsamen Tod auf Supermarkt-Parkplatz
Der 18-Jährige soll den Jungen auf dem Parkplatz angefahren haben - mit Absicht. Foto: Bernd Weißbrod
Nach tödlichem Parkplatz-Streit in Niedernhall
Die Anteilnahme nach dem tödlichen Vorfall war groß. (Archivbild) Foto: Marius Bulling
18-Jähriger fährt Kind nach Streit mit Auto an
Mit Blumen und Kerzen wurde um das getötete Kind getrauert. (Archivbild) Foto: Marijan Murat
Nach einem Streit eskaliert die Situation auf einem Parkplatz: Ein 12-Jähriger wird überfahren. Handelte ein 18-Jähriger absichtlich und aus Rache? Das muss das Gericht jetzt klären.

Niedernhall/Heilbronn. Ein 12-Jähriger wird auf einem Supermarkt-Parkplatz angefahren und stirbt. Jetzt wirft die Staatsanwaltschaft einem 18-Jährigen vor, einen Mord aus Rache begangen zu haben.

Der 18-Jährige habe den sechs Jahre jüngeren Jungen nach einem Streit und nach Beleidigungen mit seinem Auto verfolgt und angefahren, weil er sich zutiefst gekränkt gefühlt habe, hieß es zur Anklageverlesung vor dem Landgericht Heilbronn. Die Mutter des getöteten Kindes verfolgte den Prozessauftakt im Gerichtssaal unter Tränen.

«Mittel zur Machtdemonstration»

Der Fall geschah am 11. September vergangenen Jahres in Niedernhall nordöstlich von Heilbronn. Im Streit habe das Kind unter anderem damit gedroht, das Auto des 18-Jährigen zu zerkratzen, sagte die Staatsanwältin vor der Jugendkammer des Landgerichts. Der 18-Jährige sei «von Rache getrieben» worden und habe beschlossen, den 12-Jährigen «als Mittel zur Machtdemonstration massiv abzustrafen».

Der angeklagte junge Mann soll den Jungen verfolgt und überfahren haben. Das Kind war mit dem Fahrrad unterwegs und starb noch vor Ort; sein ein Jahr älterer Freund und Begleiter konnte sich vor dem Auto in Sicherheit bringen und blieb unverletzt.

Unter Ausschluss der Öffentlichkeit äußerte sich der Angeklagte später zu seinem Lebenslauf. Über seinen Anwalt will er zudem eine Stellungnahme abgeben. Unklar war zunächst, ob auch für diesen Teil der Verhandlung die Türen geschlossen bleiben.

© dpa-infocom, dpa:260311-930-800133/1