Freiburg. Christian Günter haute einen kleinen Spaß raus, als er nach dem Freiburger Wunschgegner für das Pokal-Achtelfinale gefragt wurde.
«Boah, nein, ich sage hier lieber nichts, weil ansonsten fahren wir nach München», erklärte der SC-Kapitän nach dem 3:2 in der Zweitrundenpartie gegen Fußball-Zweitligist VfL Wolfsburg. Und zum gefeierten Doppeltorschützen Keisuke Goto mit seinem auffälligen Schopf merkte Günter an: «Muss mal überlegen, ob ich mir auch die Haare rot färbe vielleicht.»
Vor dem Bundesliga-Spiel am Samstag (15.30 Uhr/Sky) beim FC Augsburg ist die Laune im Breisgau schlagartig wieder gestiegen - dem «komischen Typen» Goto sei Dank. Mit seinen beiden anspruchsvollen Toren (75. Minute/90.+2) sorgte der japanische Nationalspieler für das Weiterkommen gegen Wolfsburg - und musste hinterher die Farbwahl seiner Haare erklären.
Goto: «Wenn das Ergebnis stimmt, passt doch alles»
«Die halten mich vielleicht für einen komischen Typen», antwortete er auf die Frage, wie die Frisur bei seinen Teamkollegen ankomme. «Schon in Japan haben mich die Leute für einen komischen Typen gehalten», sagte er lachend. «Aber so lange ich meine Leistung bringe, ist das für mich okay. Wenn das Ergebnis stimmt, passt doch alles.»
Zumal es für Goto einen logischen Ansatz gibt: «Rot ist ja hier die Vereinsfarbe. Deshalb hatte ich in Sint-Truiden auch gelbe Haare.» Bei VV St. Truiden und RSC Anderlecht hatte er in Belgiens erster Liga seine ersten Erfahrungen in Europa gesammelt, im Sommer wechselte der 1,91 Meter große Angreifer für rund 10 Millionen Euro nach Freiburg. Wie gegen Wolfsburg kam er bisher fast immer von der Bank. Seine Ausbeute ist mit fünf Toren in elf Pflichtspielen daher mehr als ordentlich.
Günter: «Echt geil ihm zuzuschauen»
Günter geriet regelrecht ins Schwärmen über Gotos Fähigkeiten im Sechzehner. Es sei «echt geil ihm zuzuschauen, wie er sich da bewegt, wie er da immer wieder auch zur Chance kommt und auch eiskalt ist. Der letzte ist auch nicht einfach», lobte der erfahrene Linksverteidiger den knapp halbstündigen Auftritt des 21-jährigen Spielentscheiders.

Der Letzte, damit meinte Günter das brillante Siegtor in der Nachspielzeit, als Goto den von Philipp Lienhart weit geschlagenen Ball so sanft aus der Luft pflückte wie ein Landwirt seine überreifen Früchte. Es folgte der perfekte Lupfer gegen den gebürtigen Karlsruher Torwart Timon Wellenreuther. «Es ist nicht einfach, immer reinzukommen und dann voll da zu sein», lobte Günter.
Schon der Treffer zum 2:2-Ausgleich nach einem Eckstoß von Vincenzo Grifo war fein anzuschauen gewesen. «Ich wollte beim Kopfball gar nicht groß ausholen, sondern den Ball einfach sauber treffen», erklärte Goto. «Wie er da bei einem Eckball dann auch wirklich da steht in der Luft, das ist schon toll», schwärmte Trainer Julian Schuster.
Was Goto von Kane lernen will
Als großes Vorbild dient Goto der Münchner Stürmer Harry Kane. Besonders schätze er dessen Fähigkeiten als Allrounder, so wolle er selbst mal werden. Laut Sturmkollege Igor Matanovic bringt Goto auf dem Weg dahin schon vieles mit. «Er hat diesen Instinkt, er hat diesen Riecher und ich bin mir sicher, dass er hier in Freiburg auf jeden Fall seine Schritte gehen kann und auch ein Topstürmer wird.»
Im Breisgau fühlt sich Goto schon mal gut aufgenommen. «Menschlich bin ich wirklich in einer großartigen Mannschaft gelandet», meinte er. Überrascht hat ihn, dass es in der Kabine ein absolutes Handyverbot gebe, wie er im jüngsten Stadionmagazin verriet. Zu lesen war darin auch, dass die Haare erst mal rot bleiben. Er wolle damit zeigen, dass das «Feuer in meinem Herzen weiter brennt».
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