Leverkusen. Ermedin Demirovic kam in den Katakomben des Leverkusener Stadions aus dem Grinsen nicht mehr heraus. Durch seinen Doppelpack führte der Bosnier den VfB Stuttgart am Samstagabend nach zuletzt zwei Bundesliga-Niederlagen in Folge zum wichtigen 4:2-Auswärtssieg in Leverkusen.
«Ich glaube, heute ist schon was Besonderes», sagte Demirovic. «Nicht nur die Tore allgemein, die Art und Weise, wie wir das Spiel angegangen sind, wie wir das Spiel zusammen gewonnen haben. Das war kein normaler Sieg.» Die Stuttgarter zeigten sich in einer hitzigen Partie mit neun Gelben Karten widerstandsfähig und fügten der Werkself die erste Heimniederlage der Saison zu.
Der treffsichere Demirovic feierte neben seinen Toren auch ein Jubiläum. In Leverkusen absolvierte der Bosnier sein 100. Pflichtspiel für den VfB Stuttgart. «Ich habe es nach dem Spiel erst erfahren, ich wusste es vorher gar nicht. Geht so schnell, diese hundert Spiele», sagte der 28 Jahre alte Stürmer. «Ich bin froh, für den VfB spielen zu dürfen. Und dann das so abzuschließen, ist natürlich noch mal schöner.»
Hoeneß: «Macht einen richtig, richtig glücklich»
Anders als in vielen Bundesliga-Spielen in den vergangenen Wochen gelang es den Stuttgartern in Leverkusen, aus einer ausgeglichenen Partie als Sieger vom Platz zu gehen. «Das Spiel macht einen richtig, richtig glücklich, weil ich einfach so viele Gewinneraktionen gesehen habe und wir jetzt einfach auch mal ein enges Spiel, das offen war, auf unsere Seite gezogen haben», sagte Stuttgarts Trainer Sebastian Hoeneß.
Mit sechs Treffern, vielen hitzigen Zweikämpfen und Chancen auf weitere Tore auf beiden Seiten hatte die Partie für die Fans im Leverkusener Stadion einiges zu bieten. Hoeneß zeigte sich von dem aufregenden Spielverlauf wenig überrascht und erinnerte sich an intensive Partien in der Vergangenheit.
«Beide Mannschaften haben sicher in den letzten drei Jahren sehr viele Dinge richtig gemacht. Häufig waren es ja Topspiele, Duelle zweier Mannschaften, die oben dabei waren», sagte Hoeneß. «Und so hat sich das jetzt entwickelt. Das ist etwas Gutes für den Fußball und für die Bundesliga aus meiner Sicht.»

Auswärtsspiel in Istanbul steht an
Die Stuttgarter gingen durch die frühen Tore von Demirovic (14. Minute) und Jamie Leweling (22.) schnell in Führung, hatten aber Glück, dass Leverkusen über den torgefährlichen Patrik Schick und den quirligen Ibrahim Maza vor der Pause nicht auf 2:2 stellte. Auch nach dem Seitenwechsel ging es hin und her, Stuttgart zeigte sich durch die Treffer von Bilal El Khannouss (51.) und das zweite Tor von Demirovic (65.) aber als die kaltschnäuzigere Mannschaft.
Mit der Freude über das Ende der Mini-Krise in der Bundesliga im Rücken geht es für die Stuttgarter am Dienstag (18.45 Uhr/DAZN) direkt in der Champions League weiter. Auswärts bei Galatasaray Istanbul wird die Schwaben ein nicht weniger hitziges Spiel erwarten. «Galatasaray ist etwas Besonderes, ein besonderer Verein mit einer besonderen Atmosphäre in Istanbul. Ich habe leider noch nie da gespielt, ich freue mich aber extrem auf das Spiel», blickte Jubilar Demirovic voraus.
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