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Wissenswertes zur Landtagswahl
So finde ich heraus, welche Partei zu mir passt

Wahl-O-Mat
Über den Wahl-O-Mat verschaffen sich viele einen Überblick. (Archivbild) Foto: Bernd Weißbrod
Unsicher bei der Wahlentscheidung? Verschiedene Tools, Medien und direkte Kontakte helfen, die eigenen Ansichten mit denen der Parteien abzugleichen.

Stuttgart. Grüne, CDU, SPD, FDP und AfD sind aktuell im Landtag von Baden-Württemberg. Doch darüber hinaus treten noch eine ganze Reihe anderer Parteien bei der Landtagswahl am 8. März an. Aber wofür stehen die? Wie findet man heraus, wem man seine Stimme geben soll? Ein paar mögliche Ansätze:

Wahlprogramme

Wer es ganz genau wissen will, kann sich in die Wahlprogramme, Grundsatzprogramme oder ähnliche Übersichten der Parteien einarbeiten. Darin listen die Parteien auf, welche Themenfelder ihnen wichtig sind und was sie dort jeweils ändern wollen. Das kann manchmal aber ganz schön viel Stoff sein - teils sind es mehrere Dutzend DIN-A4-Seiten.

Die Landeszentrale für politische Bildung (LpB) stellt im Internet eine Sammlung mit Links zu den jeweiligen Übersichten bereit. Sie bietet aber auch ausführliche Zusammenfassungen an und hat Parteiprofile erstellt. 

Tipp: Mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz (KI) kann man die Wahlprogramme schnell und einfach durchleuchten. Wer zum Beispiel wissen will, welche Positionen zu einem bestimmten Thema enthalten sind, kann sich das mit der richtigen Fragestellung oder Anweisung (Prompt) raussuchen und übersichtlich aufbereiten lassen.

Tipp: Manchmal bieten Parteien oder auch Behörden Informationen rund um die Landtagswahl in sogenannter leichter Sprache an. Das ist eine vereinfachte Form der deutschen Sprache, die durch kurze Sätze, einfache Wörter und klare Strukturen Texte verständlicher macht. 

Schnelle Übersichten

Seit Jahren ist der sogenannte Wahl-o-Mat eine beliebte Entscheidungshilfe. Anhand ausgewählter Fragen aus verschiedenen Themenfeldern kann man seine eigenen Prioritäten angeben - und das am Ende mit den Positionen der Parteien abgleichen. Je nach Antworten und Gewichtung ergeben sich dann mehr oder weniger große Übereinstimmungen. Die LpB will dieses Angebot für die Landtagswahl laut einer Sprecherin am 9. Februar ins Netz stellen.

Auch manche Verbände nehmen die Programme der Parteien unter die Lupe und schauen zu ihren Themen, welche Forderungen oder Vorschläge darin enthalten sind. Meist bereiten sie das recht übersichtlich auf. Beispielsweise hat sich der Baden-Württembergische Industrie- und Handelskammertag schon mit der Medienpolitik befasst. Der Verband Unternehmer Baden-Württemberg hat Grünen, CDU, SPD und FDP 26 Fragen zu wirtschaftspolitischen Themen geschickt, wie ein Sprecher sagte. Die Antworten sollen veröffentlicht werden.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund hat Wahlprüfsteine zur Frauen- und Gleichstellungspolitik in Baden-Württemberg erstellt und will darüber bei einer Podiumsdiskussion am 3. Februar mit Kandidatinnen verschiedener Parteien sprechen. Mit ganz anderem Fokus hat der Naturschutzbund (Nabu) Baden-Württemberg geschaut, was die Parteien in Sachen Umweltpolitik so vorhaben.

Wer sich dafür interessiert, wie die Parteien etwa zu «queerem Schutz in der Landesverfassung» und dem Aktionsplan «Für Akzeptanz und gleiche Rechte» stehen, kann sich die Wahlprüfsteine des Lesben- und Schwulenverbands Baden-Württemberg und der Interessengemeinschaft CSD Stuttgart anschauen. Diese sollen spätestens Anfang Februar veröffentlicht werden.

Tipp: Wer will, kann sich vorab und noch unvoreingenommen eine Liste machen mit eigenen politischen Positionen zu Themen wie Arbeit, Bildung, Klima, Wohnen oder Migration. Diese kann man dann gezielt abgleichen. 

Direkter Kontakt

Natürlich kann man sich auch bei Parteien sowie deren Vertreterinnen und Vertretern direkt erkundigen, welche Politik ihnen für das Land vorschwebt. Das funktioniert zum Beispiel, indem man Parteien oder ihren Spitzenkandidaten wie Manuel Hagel für die CDU oder Cem Özdemir bei den Grünen in sozialen Netzwerken wie Instagram folgt. Oder einen ihrer Wahlkampfauftritte besucht.

Aber es geht auch eine Nummer kleiner - und persönlicher: In den Wahlkreisen treten Menschen für die jeweilige Region an. Im Wahlkampf sind diese einmal mehr unterwegs und bauen auch mal einen Infostand vor dem Supermarkt auf oder bieten eine Bürgersprechstunde extra an. Wer vorbeikommt, kann die Gelegenheit nutzen und eine konkrete Frage stellen, die einen umtreibt.

Medien und andere Quellen

Ob Debatten im Fernsehen oder Berichterstattung in Zeitungen, auf den jeweiligen Websites und im Radio, Podcast- oder Youtube-Formate: Der Wahlkampf spielt in der Berichterstattung in zig Angeboten eine Rolle. Dabei können Interessierte sowohl politische Analysen finden, Einschätzungen externer Fachleute zu bestimmten Themen als auch Formate, bei denen sie sich einen Eindruck von einzelnen Kandidatinnen und Kandidaten machen können.

Tipp: Gespräche im Freundeskreis, mit der Familie, Kolleginnen und Kollegen führen, um unterschiedliche Perspektiven zu hören.

Tipp: Bewusst mehrere voneinander unabhängige Quellen nutzen, um ein möglichst ausgewogenes Bild zu bekommen und Filterblasen zu vermeiden.

© dpa-infocom, dpa:260119-930-563997/1