Stuttgart. «Tatort»-Darsteller Felix Klare (48) ist «absolut gegen irgendwelche Kriegs- und Waffenlieferungen». Sie seien der Hauptgrund, dass Menschen fliehen, sagte der Schauspieler «Stuttgarter Zeitung» und «Stuttgarter Nachrichten» (Samstag). «Wenn in einem Land Krieg ist, dann versuchen alle, sich in Sicherheit zu bringen, logisch.» Das sei in Deutschland nicht anders gewesen. «Aber im Zeitalter des Neokapitalismus, also seit dem Fall der Mauer etwa, scheint es in erster Linie nur noch um Geld und die Expansion von Firmen zu gehen.»
Ob er als Gegner von Waffenlieferungen in Deutschland in der Minderheit sei, wisse er nicht. «Selbst wenn, hat Demokratie soweit ich das verstehe, auch mit dem Gehörtwerden von Minderheiten zu tun», sagte der gebürtige Heidelberger. «Ein Gleichgewicht zu schaffen, dass nicht der Eine durchregieren kann, oder eine andere Partei so stark wird, dass sie letztendlich ein Ungleichgewicht herstellt, das finde ich wichtig.» Klare ist seit 2008 als Ermittler Sebastian Bootz im Stuttgarter «Tatort» zu sehen und liest bei «Tatort Mittelmeer» im Schauspielhaus Stuttgart Erfahrungsberichte geretteter Flüchtlinge.
Klare: Finanzielle Schere spaltet die Gesellschaft
«Wenn man Kritik an Gewalt, Krieg und unterlassener Hilfeleistung äußert, ist man kein Irgendwasleugner, Irgendwenversteher, oder sonstwas - man ist Mensch», betonte Klare. «Aber man muss mittlerweile vorsichtig sein, wo man was sagt. Das ist ein Armutszeugnis für Demokratie.»
Dabei gehe es im Kern weniger um rechts oder links, sagte der Schauspieler. «Dies ist meiner Meinung nach eher eine Kategorisierung aus dem letzten Jahrhundert, sondern um oben oder unten. Wer Geld hat, ist oben und wer nicht, hat nichts zu sagen, fällt runter.» Die finanzielle Schere spalte. «Der Gier von ganz wenigen, die immer mehr Macht haben, wird kein Einhalt geboten. Und diejenigen unten, denen es schlecht geht, die werden immer mehr.»
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